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Donnerstag, 16. Februar 2017

Buch - "Der Earl von Gaudibert" von M.W. Ludwig

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Titel: Der Earl von Gaudibert - Eine Novelle
Autor: M.W. Ludwig
Genre: Historisches / Tendenz zum Steampunk
Verlag: Art Skript Phantastik
Seiten: 198
Preis: 5,-€
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Der englische Gentleman Graham McPherson liebt es, in seinem Club von angeblichen Abenteuern auf dem Mond zu erzählen. Niemand zweifelt an seinen Ausführungen, bis ein neues Clubmitglied ihn der Lüge bezichtigt und zu einer folgenschweren Wette herausfordert: Bis zum nächsten Vollmond soll McPherson seine Behauptungen beweisen. Keine leichte Aufgabe, immerhin schreiben wir das Jahr 1895. Doch mit der Unterstützung des Profibetrügers Suggs und der schlagkräftigen Thailänderin Gann Li-Pen, ersinnt er einen ebenso verzweifelten wie tollkühnen Plan.
Quelle: Verlagsseite

"Der Earl von Gaudibert" ist die erste Novelle, die im Art Skript Phantastik Verlag erschienen ist und wird nicht die letzte bleiben. Vorne weg sollte sich der Leser klar sein, dass es ein Merkmal von Novellen ist, dass sie recht kurz sind. Bevor jemand auf die Idee kommen sollte, genau das zu kritisieren.

Graham ist vom Mond fasziniert und studiert ihn ausgiebig. Dabei geschieht es, dass er seine Berichte über den Himmelskörper immer weiter ausschmückt und plötzlich ist er der Eigentümer eines ganzen Mondkraters inklusive Diamantenfeld, Als ihn dann ein Edelmann der Lüge bezichtigt, droht sein Phantasiegebilde einzustürzen. Doch statt alles zuzugeben, tüftelt er mit kuriosen Helfern an einem abenteuerlichen Plan.

Die Handlung ist kurzweilig, amüsant und flott. Da man in einer Novelle nicht sehr viel Platz für Tiefe hat, bleibt vieles an der Oberfläche und wird nur angerissen. Das ist aber nicht schlimm. So entwickelt sich eine Geschichte, die sich gut nebenher lesen lässt oder einen Sonntagnachmittag füllt. Dabei wird man mit intelligentem Humor und vielen Easter Eggs unterhalten. Tatsächlich platzt das Buch vor Anspielungen und Prominenz, was mir unheimlich viel Spaß machte.

Natürlich können auch die Charaktere nicht mit all ihren Ecken und Kanten dargestellt werden, trotzdem gelingt es dem Autor, drei sehr sympathische Protagonisten zu gestalten. Meiner Meinung nach, wird McPherson sogar etwas von Suggs und Gann in den Schatten gestellt. Gerade von Suggs möchte man noch so viel mehr erfahren. Aber das kann ja vielleicht noch kommen :D

Die Sprache ist großartig und dem Jahrhundert entsprechend angepasst. Es macht Freude beim Lesen, arbeitet mit schönen Bildern und spritzigen Dialogen. Verstärkt durch die kurzen Kapitel fliegen die Seiten nur so dahin.

Besonders erwähnen muss man auch hier - wie bei fast allen Art Skript Büchern - die liebevolle Gestaltung. Das Buch hat ein kleines, niedliches Format, ein hübsches Cover und eine tolle Innengestaltung. Das Gesamtpaket ist ein hübscher Augenschmaus.

Ein Punkt sagt mir leider gar nicht zu und das ist die Liebesgeschichte. Ich habe das Gefühl, dass sie auf Biegen und Brechen mit eingebaut werden sollte. Für mich ist sie nicht nachvollziehbar. Die Liebe wächst nicht, sie ist ganz plötzlich da und riesig und umwerfend und nicht nur eine Schwärmerei. Für mich als Leser war das zu sprunghaft und erzwungen. Auch wenn man nicht den Platz in einer Novelle hat für lange Ausschweifungen, wären 3-4 Seiten mehr zu dem Thema besser gewesen, um es runder zu machen.
Aber zum Glück ist das Buch ja in erster Linie kein Liebesroman.

"Der Earl von Gaudibert" ist ein Büchlein, das einen auf die spannende Reise zum Mond entführt - oder vielleicht doch nicht? Mit viel Humor, kleinen Wendungen und einem tollen Stil malt M.W. Ludwig ein spannendes Bild im Zeichen von Jules Verne.
Durch die Kürze ist es perfekt für Leser, die in Steampunk einsteigen und sich langsam ans Genre herantasten wollen, oder für Nicht-viel-Leser oder einfach nur als kleiner Happen zwischendurch.

Eure Jenny

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