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Donnerstag, 17. Dezember 2015

Geistertürchen 2015 - 17. Türchen



Unser heutiger Gast hat euch sowohl Text als auch Bild mitgebracht. Beides aus eigener Feder! Viel Freude mit Jessica Isers schaurig schöner Bescherung.


Schaurige Bescherung

Er geht dahin in der finst’ren Nacht,
leise wie die Schneeflocken im Wind.
Noch war seine Aufgabe nicht vollbracht
und so zieht er durch’s Dorf geschwind.

Dort, über den Hügeln, den hohen,
strahlen die Sterne am Firmament
Gerne wäre er ihm entflohen,
dem weihnachtlichen Lament.

Doch alle Jahre wieder
kehrt er zurück ins Dorf
und reißt die Freude nieder,
hinterlässt nichts, als Wund und Schorf.

So nähert er sich dem Haus,
durch das Fenster scheint die Glut.
Die Freud‘ vorm Kamin ist ihm ein Graus
und seine Gedanken schrei’n nach Blut.

Er klopft an die Türe, fester und fester,
es macht im Innern die Kinder ganz Bange,
woraufhin sie verlassen, ihre Nester,
und greifen zur Feuerzange.

Ihre Stimmen rufen: „Du kommst nicht rein!“
Doch sicher sind sie sich nicht.
Er beginnt noch lauter zu schrei’n
und trommelt, bis die Tür aufbricht.

Da steht er nun, dräuend und kalt,
blickt hinunter auf die Kinder voll Hass.
Sie wissen, es ist vorbei schon bald,
ihre Gesichter vor Angst ganz blass.

„In diesem Jahr, entkommt ihr nicht“,
sagt er, die Stimme dunkel vor Wut.
Drohend nähert sich der Bösewicht,
packt die Kinder und wirft sie in die –

Die Großmutter klappte das Buch mit einem lauten Knall zu. Das Geräusch ließ ihre beiden Enkelkinder zusammenzucken. Sie hatten sich während des Gedichts immer enger aneinander gekuschelt und gebannt gelauscht. Ihre Großmutter hatte ein Talent dafür, in den richtigen Momenten ihre Stimme zu heben und zu senken.
„Und deshalb, Kinder, solltet ihr auch immer schön artig sein“, schloss sie ihre Erzählung.
„Ja, Großmutter“, sagten die Enkelkinder einstimmig.
Ihre verängstigten Gesichter hellten sich auf, als die Großmutter sich dem Christbaum zuwandte und zwei Geschenke darunter hervorholte.
„Dann ist es jetzt Zeit für die Bescherung“, sagte sie fröhlich und als sie sich wieder zu den Kindern herumdrehte, schienen ihre Augen zu glühen. Wie Kohlen in der Feuersglut.

Weihnachtsgewinnspiel!
Schaut bis zum 22.12.2015 bei uns vorbei, genießt die Türchen und lasst uns einen Kommentar da. Nicht nur wir Geister, auch unsere Gäste freuen sich über ein paar Worte von euch. Jeder Kommentar wandert in den Lostopf. Also, wenn ihr jeden Tag vorbeikommt und kommentiert, könnt ihr insgesamt 22 Lose sammeln und eure Chancen steigern. Am 23.12. werden wir einen Gewinner ziehen und das Ergebnis am 24.12. im letzten Türchen bekannt geben.

Kommentare:

  1. Das ist ein tolles Gedicht. vielen Dank dafür. Ich glaub, das werde ich mir ausdrucken und am Weihnachtstag vorlesen.
    Liebe Grüße
    Anja

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  2. Ein schönes gruseliges Gedicht! Das werde ich mir merken.
    Liebe Grüße Susi

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  3. Zum Vorlesen interm Weihnachtsbaum ist es mir zu schaurig, aber es hat schon seinen Reiz, weil es eine gewisse Spannung aufbaut, die mit Omas Zuklappen des Buchs einen erlösenden Abschluss findet.

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  4. Huhu,

    ich finde das Gedicht echt toll und die Zeichnung passt super dazu! :-)

    Ganz liebe Grüße
    Marion

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  5. Huhu,
    ein schön schauriges Gedicht und die Zeichnung ist wirklich sehr passend.

    Viele liebe Grüße
    Denise

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  6. Hallo!
    Ein schaurig schönes Gedicht ^^
    Und eine tolle Zeichnung dazu :D

    LG Marci

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  7. Hallo alle zusammen,
    schönes Gedicht. Das hat mir sehr gefallen. Die Zeichnung ist mal wieder sehr gelungen.
    Liebe Jeannine M.

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  8. ich liebe grusel der mich sofort anspricht-gerne mehr lesen mag :-D
    jspatchouly@gmail.com

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  9. Schaurig-schön. Das sollte ich meinen Nichten und Neffen vorlesen. Danke.

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  10. Sehr schön geschrieben. Sehr stimmungsvoll!
    LG Jill

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