Seiten

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Geistertürchen 2015 - 16. Türchen

Heute wartet wieder eine Autorin auf euch. Vor kurzem erschien der Roman "Im Dunkel des Dschungels" von Chris Tewes im Amrûn Verlag. Vielleicht noch ein tolles Weihnachtsgeschenk?
Um euch Lust drauf zu machen, hat sie euch eine tolle Leseprobe mitgebracht!

Worum geht es?
Seit Jahren wird vor der Schädigung von Spermien durch Weichmacher gewarnt - vergeblich?
Stell dir vor, die Ignoranz geht weiter ... globale Zeugungsunfähigkeit ... nur tief im Dschungel des Amazonasgebietes, fernab der Zivilisation, gibt es letzte fruchtbare Clans...
Was würde geschehen? Was traut ihr unserer Gesellschaft zu?
Im Dunkel des Dschungels führt euch in ein Szenario, in dem sich die „zivilisierte“ Gesellschaft auf perfide Weise die zeugungsfähigen Spermien aneignet, um sie lukrativ zu vermarkten.
Sina, Helen und Kader kommen ihrer Herkunft auf die Spur und begeben sich auf die Reise in den Dschungel, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Als ihr Führer verschwindet, sind die drei Frauen auf sich allein gestellt und die Suche nach ihrem persönlichen Glück wird zur größten Gefahr.


Kurze Vita
Das Licht der Welt erblickte ich 1958 in Herne. Meine erste Berufswahl – Buchhändlerin, hätte bereits einen Hinweis auf das heutige Hobby geben können, doch mein Verlangen, selber zur Feder zu greifen, sollte erst viel später erwachen. Nach einer längeren Erziehungspause ließ ich mich zunächst zur Heilerziehungspflegerin ausbilden und arbeitete zuletzt mit Kindern einer Förderschule.
Heute lebe ich mit meinem Mann in einer idyllischen Stadt an der Ruhr und fröne seit einigen Jahren eifrig meiner Lust am Schreiben. Dabei darf es gern etwas schaurig werden.

Hier geht’s zu meiner Autorenseite.


Im Dunkel des Dschungels
Leseprobe

»Mädels, wir sollten die Zeit nutzen, um unsere Vorräte aufzustocken. Ich habe mir überlegt, wie wir den Radius um das Lager herum vergrößern können, ohne uns zu verirren. Wir werden eine Kette bilden. Also, wir gehen alle drei zusammen los. Kader, du bleibst dort stehen, wo du das Lager gerade noch erkennen kannst. Sina und ich gehen weiter, bis wir dich noch erkennen können, dort bleibst du dann stehen Sina und ich grase die Umgebung in deiner Reichweite ab. Dann ändern wir die Richtung und wiederholen das Spielchen. Wenn wir auf Rufweite gingen, könnten wir noch viel weiter vordringen, doch das scheint mir zu gefährlich. Also los, schwingt euch aus den Betten!«
Aufstehen? Sina war viel zu träge.
»Wir sollten lieber auf die Rückkehr des Schweigers warten. Lang kann es ja nicht mehr dauern, er muss schon seit Stunden weg sein.«
»Genau, was glaubst du, wie er drauf ist, wenn er hier eintrudelt und wir sind nicht da?« Kader hatte also auch keine Lust.
»Er ist schon viel zu lange weg. Das gefällt mir nicht. Irgendetwas muss ihn aufgehalten haben. Also gut, wir warten noch eine Weile. Aber spätestens wenn die erste von euch zum Pinkeln raus muss, starten wir mit der Suche. Abgemacht?« Erleichtert darüber, sich noch ein Weilchen ihrer Lethargie hingeben zu dürfen, stimmten die beiden zu. Lange konnte es allerdings nicht mehr dauern. Sina spürte schon länger, einen Druck auf ihrer Blase, doch sie hatte sich einfach nicht aufraffen können.

Die trockene Phase war schon wieder vorbei, als es Kader endlich aus ihrer Hängematte trieb. Mit dem erneuten Einsetzen des Regens, ließ auch sie einen kleinen Wasserfall im Boden versickern.
OK, Sina gab sich geschlagen und hockte sich ebenfalls an den Rand des Lagers. Allmählich wuchs auch in ihr die Furcht. Hoffentlich ist er nicht verunglückt. Oder er hat sich verirrt – nein, ganz sicher nicht. Aber vielleicht hat er sich abgesetzt ... Er war so wütend, bevor er gegangen ist. Er lässt uns hier doch nicht einfach zurück?
Helens Plan erwies sich als äußerst schwierig. Die »Sichtweite« ließ sich zum überwiegenden Teil mit der, in dichtem Nebel vergleichen. Zum einen war die mit Feuchtigkeit gesättigte Luft ähnlich trüb, zum anderen war die grüne Hölle größtenteils so dicht, dass man den anderen bereits nach wenigen Schritten nicht mehr erkennen konnte. Doch so kläglich der Versuch auch ausfiel, er brachte Sina wenigstens vorübergehend auf andere Gedanken.
Auf ihrer mühsamen Suche nach Essen, schweiften ihre ängstlichen Blicke unentwegt hin und her, stets darauf gefasst, dabei auf den leblosen Körper ihres Führers zu treffen. Auch das Kreischen der Brüllaffen erschien ihr jetzt bedrohlich. Diese grässlichen Schreie … Sie machen mir Angst!
Die Hälfte der Fläche hatten sie bald abgegrast und dabei das wenige eingesammelt, was der Dschungel ihnen an Früchten bot.
Das Zeitgefühl war ihnen dabei völlig abhandengekommen.
Im Dämmerlicht des Waldes fiel es ohnehin schwer, die Tageszeit zu erahnen. Die regenschweren Wolken über dem üppigen Blätterdach trugen das Ihre dazu bei und so wurde den Frauen erst bewusst, wie lange sie den Wald bereits durchstreift hatten, als Bäume und Sträucher sich in immer dunklere Schatten verwandelten.
Als die Frauen etwas später wieder in ihren Hängematten lagen, war die beängstigende Ahnung schon fast zur unheilvollen Gewissheit geworden.
»Er kommt nicht mehr. Er hat uns hier zurück gelassen und sich auf und davon gemacht!« Die Resignation war Sinas Worten deutlich anzuhören. »Das glaube ich nicht.« Helen schüttelte den Kopf. »Wahrscheinlich ist ihm etwas zugestoßen!« »Ob er nun verunglückt oder abgehauen ist, das spielt für uns doch gar keine Rolle! Wir sitzen hier fest! Ganz allein! Völlig hilflos! Was sollen wir nur tun?« Kader war den Tränen nahe.
»Jetzt können wir ohnehin nichts mehr machen. Wenn er bis morgen Früh noch nicht da ist, müssen wir allein weiter gehen.«
»Na klar, ist ja auch so einfach! Du drehst dich im Kreis und in die Richtung, in die dein Gesicht zeigt, wenn du stehen bleibst, gehen wir dann los. Und null Komma nichts sind wir am Ziel! Klasse Helen, ich muss schon sagen, du bist einfach genial!« Kader hatte sich regelrecht in Rage geredet. »Ich werde dir sagen, was passieren wird! Wir werden solange umherirren, bis wir eine nach der anderen elendig verreckt sind! Verhungert, verdurstet oder von … irgendeinem … gruseligen Viehzeug … vergiftet!« Heftige Weinkrämpfe schüttelten Kader durch. Sina nahm ihre Freundin wortlos in die Arme. Wie sollte sie Kader auch trösten? Sie hat ja Recht, sie hat ja so Recht! Genau das wird passieren. Wir werden sterben – eine nach der anderen.

Weihnachtsgewinnspiel!
Schaut bis zum 22.12.2015 bei uns vorbei, genießt die Türchen und lasst uns einen Kommentar da. Nicht nur wir Geister, auch unsere Gäste freuen sich über ein paar Worte von euch. Jeder Kommentar wandert in den Lostopf. Also, wenn ihr jeden Tag vorbeikommt und kommentiert, könnt ihr insgesamt 22 Lose sammeln und eure Chancen steigern. Am 23.12. werden wir einen Gewinner ziehen und das Ergebnis am 24.12. im letzten Türchen bekannt geben.


Kommentare:

  1. Das Cover ist ja der Hammer. Das leuchtet ja richtig. Dafür hüpfe ich gerne in den Lostopf.
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

    AntwortenLöschen
  2. Oh, das klingt aufregend. Ab in den Dschungel .. ähm Lostopf ;)

    AntwortenLöschen
  3. Hallöchen,

    danke für die tolle Leseprobe! :-) Habe das Buch auf jeden Fall mal vorgemerkt ;-)

    Ganz liebe Grüße
    Marion

    AntwortenLöschen
  4. Hört sich toll an.Ist erfrischend anders finde ich.
    Danke.

    Liebe Grüße
    Fatma

    AntwortenLöschen
  5. Hallo alle zusammen,
    die Geschichte scheint richtig spannend zu sein. Das Buch ist direkt auf meine Wunschliste gewandert.
    Liebe Grüße Jeannine M.

    AntwortenLöschen
  6. Liest sich sehr gut!

    AntwortenLöschen
  7. Huhu,
    das Cover finde ich ziemlich cool. Scheint auch spannend zu sein :)

    Viele liebe Grüße
    Denise
    va_macao(at)web.de

    AntwortenLöschen
  8. Hallo, das Cover finde ich auch toll, aber die Geschichte und ich werden glaube ich nicht richtig miteinander warm. Tut mir leid.

    AntwortenLöschen
  9. eine recht seltsame Story die schon sehr gut geschrieben sein muss um Skeptiker mitzureißen wie mich ;-) LG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

    AntwortenLöschen
  10. Liest sich interessant, aber ich weiß nicht, ob ich damit warm werden könnte. Aber es hat auf jeden Fall eine Chance verdient :) LG Jill

    AntwortenLöschen