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Dienstag, 20. Oktober 2015

BuCon 2015 - Von Freunden umgeben

Am Wochenende ging es für mich zum ersten mal auf die BuCon.

Der Buchmesse Convent (kurz: der BuCon) ist seit mittlerweile 30 Jahren das unabhängige, zentrale Treffen der deutschsprachigen, literarischen Phantastik-Szene am Buchmesse-Wochenende im Rhein-Main-Gebiet und gleichzeitig die führende Convention für phantastische Literatur in Deutschland. Eingeladen sind alle Freunde von Science Fiction, Fantasy & gepflegtem Horror, egal ob in Film, TV, Literatur oder Kunst. Wir haben regelmäßig über 500 Besucher. Im Gegensatz zum großen Bruder in Frankfurt findet hier der SF-Fan bereits eine (gar nicht mehr so) kleine, aber in Fankreisen äußerst populäre Messe speziell für das phantastische Literaturgenre.
Quelle: Homepage

Bei der Beschreibung ist es doch klar, dass ich als Fantasy-Liebhaberin eher dort zu finden bin, als auf der FBM. Als mich dann auch noch die liebe Grit vom Art Skript Phantastik Verlag fragte, ob ich nicht mit ihr, einigen Autoren und der Verlegerin der ohneohren Verlags in eine Pension möchte, musste ich nicht lange überlegen.


Freitag

14:30 Uhr
Ich lasse mich chauffieren!
Los geht's! Mein guter Freund, der fabelhafte Fotograf David Knospe, sammelte meinen Freund und mich pünktlich ein und es geht auf die Autobahn. Während sich die beiden vorne über diverse ältere Filme unterhalten, nicke ich irgendwann hinten ein. Ohne große Probleme kommen wir durch und finden unsere Unterkunft, die sich als kleines, gemütliches Naturfreundehaus entpuppt. Unten gibt es ein gemütliches Restaurant mit einem warmen Kamin und oben kleine, schnuckelige Zimmer. Wir sind nicht die Ersten, der Autor Cairiel Ari erwartet uns bereits. Bei Kaffee und Kuchen warten wir auf die anderen. Als die Organisatorin unserer kleinen Reisegruppe da ist, bezogen wir unsere Zimmer.
Mit in der Pension die Verlegerin vom ohneohren Verlag und ein paar ihrer Autoren. Schaut mal bei dem Verlag vorbei! Die haben auch wirklich viele interessante Bücher dabei!

19:00 Uhr
Auf zur Lesung!
Gemeinsam wagten wir den schwierigen Weg nach Frankfurt hinein, wo in einem kleinen Club eine Lesung des ohneohren Verlags stattfinden sollte. Die Autoren Fabian Dombrowski und Diana Menschig stellten dort die Anthologie "Verschlussache" vor, in der es um das Thema Verschwörungstheorien geht. Die vorgelesene Geschichte von Diana Menschig empfand ich als sehr gelungen und humorvoll, wenn auch das Ende recht vorhersehbar war. Die anschließende Diskussion war... naja.... sagen wir mal so, es waren tatsächlich Verschwörungstheoretiker anwesend.

22:00 Uhr
Hilflos und hungrig in Frankfurt gestrandet! Was ein chaotischer Abend. Zuerst sei erwähnt, dass Autofahren in einer Stadt wie Frankfurt grundsätzlich eine dumme Idee ist. Die Straßen sind teilweise vierspurig, alle fahren wie besoffene Henker und es ist einfach nur voll!
Nach der Lesung wollten wir uns etwas Essbares suchen, was sich allerdings als etwas schwierig herausstellte. Genau das Viertel in dem wir uns befanden, war mehr geprägt von Luxusläden als von Dönerbuden. Aber die Skyline bei Nacht ist wirklich beeindruckend.
Irgendwann gaben wir auf, gingen zurück zum Auto und bahnten uns nach einem Parkhausfiasko einen Weg durch Frankfurt zurück zur Pension. Unterwegs fanden wir ein großes, goldenes M, wo wir einen Zwischenstopp machten. Als wir die Pension erreichten, waren die anderen bereits auch zurück und wir setzten uns noch etwas zusammen zum Quatschen.
Gegen halb 3 krabbelte ich erschöpft ins Bettchen.

Samstag

8:00 Uhr
Der Wecker klingelt! Hat sich jemand das Kennzeichen von dem LKW notiert, der mich überrollt hat? Während die fleißigen Verlegerinnen Grit und Ingrid schon auf dem Weg zum Messegelände ist, quält sich der Rest aus dem Bett und zum Frühstück. Kaffeeeeee!

Foto: David Knospe
10:00 Uhr
Die BuCon öffnet ihre Pforten und schon kurze Zeit später sind wir auch da. Erstmal einen Überblick verschaffen, was mit dem Plan, den man am Anfang gereicht bekommt, auch ganz gut gelingt. Alle Räume und alle Veranstaltungen auf einen Blick. Wir schleichen einmal durch den großen Saal, beäugen die ersten Bücher. Ein Stand mit gebrauchten Büchern erweckt die Aufmerksamkeit meines Freunds - ohoh...

11:00 Uhr
Foto: David Knospe
Lesung Art Skript Phantastik Verlag! Der erste Programmpunkt war die Lesung von vier ASP-Autoren, welche die drei Steampunk-Anthologie des Verlagsvorstellten. Gelesen haben Fabian Dombrowski ("Der Automat" aus "Steampunk 1851"), Katharina Fiona Bode ("Erasmus Emmerich und der Messing-Türknauf" aus "Steampunkakte Deutschland"), Sabrina Železný ("Das Türkis des vergessenen Sommers" aus "Die dunkelbunten Farben des Steampunk")
und Markus Cremer ("Achibald Leach und das Grauen in Orange" aus "Die dunkelbunten Farben des Steampunk").
An dieser Stelle muss ich noch mal erwähnen, dass ich ein großer Fan von Katharina Fiona Bode bin und mich wahnsinnig auf ihren ersten Roman freue, der im nächsten Jahr erscheinen soll. Mit Erasmus Emmerich hat sie etwas ganz wundervolles geschaffen.

Das Amrûn-Team
12:00 Uhr
Lesung des Amrûn Verlags! Ich konnte einfach sitzen bleiben, denn die Lesung fand im selben Raum statt. Dort bekam ich zwei Geschichten aus der Anthologie Zombiezone Germany zu hören, so wie ein Stück aus dem Roman "Trümmer" von Simona Turini, der auch zur ZZG gehört.
Simona Turini hat direkt so überzeugt, dass sich mein Freund das Buch gekauft hat und direkt signieren ließ. Wir kamen noch mit ihr ins Gespräch und ich muss ehrlich sagen, dass sie eine super sympathische Person ist, mit der man sich klasse unterhalten kann.

13:00 Uhr
Zeit für ne Pause! Zeit für nen Kaffee! Und auf wen treffe ich da? Andre von der Bibliothek von Imre. Toller Blog, schaut mal bei einem der wenigen männlichen Buchblogger vorbei. War mir eine große Freude, dich kennenzulernen! Warum haben wir eigentlich kein Foto gemacht?

14:00 Uhr
Lesung von E.L. Greiff! Die Autorin stellte den dritten Band ihrer Trilogie "Zwölf Wasser" vor. Bisher habe ich nur gutes gehört, deswegen wollte ich mir die Reihe mal ansehen. Die Autorin war sehr freundlich und offen. Sie verschenkte direkt einmal ihre ganze Trilogie und ich konnte ein Poster von ihr ergattern. Die Lesung war recht spannend, allerdings habe ich das Gefühl, dass die Autorin einen sehr ausschweifenden Erzählstil hat und das könnte unter Umständen langatmig werden.

Mein Freund Sven, ich und David. Foto: David Knospe
16:00 Uhr
Eigentlich sollte jetzt Wolfgang Hohlbein lesen, aber der hat wegen Grippe abgesagt. Schade, aber da kann man nichts machen. Wir nutzen die Pause fürs Shoppen und für Gespräche. Ich habe hier wundervolle Menschen getroffen, mit denen ich mich ewig hätte austauschen können. Besonders liebe Grüße an dieser Stelle an Cat Lewis, Jürgen Eglseer und Claudia Rapp.

17:00 Uhr
Lesung T.S. Orgel! Die Brüder Tom und Stefan Orgel stellen ihren neuen Roman Blausteinkriege vor. Definitiv eine der unterhaltsamsten Lesungen des Tages. Zusammen mit Carsten Steenbergen glich es mehr einer Comedyshow. Das Buch war etwas wirr - viele Namen, viele Orte - aber klang recht interessant. Leider konnte man es nicht vor Ort kaufen. Ich habe es allerdings beim Verlag angefragt.

19:00 Uhr
Verleihung des Deutschen Phantastik Preises!
Hier die Gewinner im Schnelldurchlauf:

Bester deutschsprachiger Roman:
Bernd Perplies: Imperium der Drachen – Das Blut des Schwarzen Löwen (INK)

Bestes deutschsprachiges Romandebüt:
Silke M. Meyer: Lux & Umbra 1 – Der Pfad der schwarzen Perle (SadWolf)

Bester internationaler Roman:
Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße (Eichborn)

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte:
Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser: “Der letzte Gast” (aus: Dunkle Stunden [Low])

Beste Original-Anthologie:
Steampunk Akte Deutschland: (Art Skript Phantastik)

Beste Serie:
DSA – Das Schwarze Auge (Ulisses)

Bester Grafiker:
Arndt Drechsler

Bestes Sekundärwerk:
Christian Humberg & Andrea Bottlinger: Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest (Cross Cult)

Beste Internet-Seite:
www.fantasybuch.de 

Grit und ich. Foto: Ja, ratet mal...
An dieser Stelle muss ich dringend noch was los werden:
Liebe Grit,
auch hier noch mal herzlichen Glückwunsch für deinen Sieg in der Kategorie "Beste Original-Anthologie". Deinen kleinen, feinen Verlag gibt es noch gar nicht so lange und jedes Jahr hast du dich beharrlich weiter nach oben gekämpft. Dieses Jahr hast du den Gipfel erreicht und ich freu mich so sehr für dich, dass deine Mühe, deine Liebe zur Literatur und dein Herzblut endlich belohnt wird.
Auf das noch viele Gipfelfolgen!

22:00 Uhr
Schnitzel! Boar, wir hatten so Hunger! Also schnell ins Restaurant und eine Stunde aufs Essen warten...
Trotzdem hatten wir noch einen tollen und langen Abend, wo viel gequatscht und gelacht wurde.

Sonntag
9:00 Uhr
Frühstück! Nach einer kurzen Nacht saßen wir alle etwas zerknautscht am Frühstückstisch. Abreise Tage haben immer so eine ganz besondere Melancholie. Die Östereicher mussten natürlich zeitig abhauen, immerhin hatten die einen langen Tag vor sich. Der Rest saß nach dem Packen noch bei Kaffee und Kuchen zusammen und schien sich nicht trennen zu wollen. Aber schließlich ging es dann doch Heim ins Ruhrgebiet.
Für mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Warum?
Ich habe eine große Portion Motivation mitgenommen, eine persönliche Sklaventreiberin und viele Ideen. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll und würde mich am liebsten überall gleichzeitig reinstürzen. Aber alles schön der Reihe nach.
Andererseits war es einfach viel zu wenig Zeit mit diesen tollen Menschen. Ich habe so viel kreative Leute kennengelernt oder wiedergesehen. Der Austausch mit ihnen oder auch einfach nur das Rumblödeln ist so entspannend. Mit 98% ist man direkt auf einer Wellenlänge, weil man einfach die selben Ideen und Interessen hat. Ich habe mich sehr gefreut, Katharina Fiona Bode wiederzusehen, die ich als Künstlerin schon großartig finde, aber auch als Gesprächspartnerin mit Witz und Charme glänzt. Nächstes Jahr kommt ihr Roman und ich freue mich jetzt schon tierisch! Ich konnte endlich Fabian Dombrowski kennenlernen, der mit seinem Talent mehr als überzeugt. Und ich habe ein fleischgewordenes Einhorn entdeckt. Die zauberhafte, bunte, offene Laura Dümpelfeld muss einen einfach umhauen. Jetzt will ich ganz dringend was von ihr lesen.
Unter so tollen Menschen kann man nur harmonieren. Wer Süßigkeiten von mir bekam, hörte auch oft den Spruch von mir "Obwohl man ja keine Süßigkeiten von Fremden annehmen soll". Die Antwort war meistens "Hier gibt es keine Fremden, wir sind alles Freunde."
Und das beschreibt das Wochenende eigentlich perfekt.







P.S.: Lieber Herr Graf, war das ausführlich genug? ;)




Kommentare:

  1. Sehr schöner Bericht! Gibt mir doch einen kleinen Einblick in dieses Treffen und nun weiß ich auch, wo sich die kleinen Verlage alle rumgetrieben haben XD
    Hört sich definitv interessant an!
    Ist das immer am gleichen WE wie die FBM?
    Weil Dreieich ist ja nicht soooo weit weg von Frankfurt :)

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    1. In der Regel ja. Die nächste BuCon ist 22.10.2015! Wir haben quasi schon gebucht ^^

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  2. Hallo Mendea,

    da sieht man mal wie unwissend ich bin - ich wusst bis dato nichts von der BuCon. Erst durch deinen schönen und ausführlichen Bericht habe ich zum ersten Mal davon erfahren. Asche auf mein Haupt! Eigentlich wäre die BuCon genau mein Ding, anstatt die FBM. Aber Frankfurt ist so weit weg! *mecker* Hach, vielleicht versuche ich es nächstes Jahr mal bei der LBM, weil sie näher an meinem Wohnort liegt oder vielleicht doch BuCon?... Puh, schwierige Entscheidung. *lach* Na ja, ich habe ja noch etwas Zeit. ;-)

    LG
    Steffi

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    1. Die BuCon lohnt sich echt! Lauter nette Menschen, tolle Programmpunkte. Es macht echt Spaß. Allerdings kann ich verstehen, wenn der Weg für nur einen Tag etwas zu weit ist. Wobei man es ja gut mit der FBM kombinieren kann.

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  3. Hey :)

    Ich war bisher erst ein einziges Mal am BuCon, weil er tatsächlich immer parallel zur Buchmesse stattgefunden hat (Kunststück, wenn er schon Buchmesse Convent heißt ^^) ... Da hat er noch in der Stadt selbst stattgefunden, in diesem Kloster in der Nähe des Römers.

    Seit er allerdings hinaus nach Dreieich gesiedelt ist, hab ich immer so meine Probleme mit der Erreichbarkeit. Das Bürgerhaus liegt ja leider nicht unbedingt in der Nähe der S-Bahn und am Abend zurück in die Stadt kommen, ist eine gewisse Herausforderung, das weiß ich noch von einer Lesung, wegen der ich mal da runter gefahren bin.

    Trotzdem habe ich mir im Nachhinein gedacht, dass es wahrscheinlich die schönere Veranstaltung war im Vergleich zu dem, was sich dieses Jahr am Samstag auf der FBM abgespielt hat. Tja, man kann nicht alles haben ...

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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    1. Es lohnt sich wirklich! Ich hatte verdammt viel Spaß und werde es nächste Jahr mit der FBM kombinieren. Die Anbindungen sind echt etwas trickreich, wobei direkt davor ja eine große Bushaltestelle ist. Ich war froh, dass wir mit dem Auto da waren.

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