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Samstag, 22. August 2015

Rezension & Gewinnspiel - "Das Eherne Buch" von Christian von Aster

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Titel: Das Eherne Buch
Autor: Christian von Aster
Genre: Fantasy
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 347
Preis: 17,95 € (Klappbroschur)
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Die letzte Hoffnung für das zerrissene Reich: eine fast vergessene Legende und ein junger Bibliothekar.


Der Sohn des alten Fürsten fällt einem heimtückischen Anschlag zum Opfer. Ein totgeglaubter Clan erhebt von Neuem sein Haupt. Ein letzter Kampf um Überleben oder Vernichtung droht.
Aus den Händen seines Vaters empfängt Jaarn, der letzte Nachkomme des Hauses von Stahl, ein sagenumwobenes Schwert, mit dessen Hilfe er dem Reich Frieden bringen soll. Es trägt den Namen »Das Eherne Buch« und ist aus Geschichten geschmiedet. Fürsten und Räuber trachten nach dem Legendeneisen und bald heften sich die gefürchtetsten Meuchelmörder des Reiches an seine Fersen. Seiner Jugend und Unerfahrenheit zum Trotz liegt das Schicksal des Reiches allein in Jaarns Händen. Zwischen Gaunern und Gelehrten ist es ihm bestimmt, zum Helden zu werden.

Quelle: Verlagsseite

Als der Verlag mich fragte, ob ich Christians von Asters neues Buch lesen möchte, musste ich gar nicht lange überlegen und sagte zu. Ich kannte bisher nur seine humoristischen Sachen, freute mich aber auch darauf, neues kennenzulernen. Ich sollte es nicht bereuen.

Jaarns Leben ändert sich auf einen Schlag, als ein Ordensbruder ihn mitten in der Nacht weckt und die Treppen des Turms hinab zerrt in eine geheime Kammer. Bisher kannte er nur das Leben zwischen den Gelehrten und Büchern. Doch in dieser Nacht verrät ihm Eonh von Stahl, der Herrscher über die Dritte Stadt, dass Jaarn sein Sohn und letzter Erbe ist. Der Krieg hat dem alten Mann schon die zwei ältesten Söhne genommen und Jaarn soll das alles beenden - den Krieg, für immer. Dazu muss er eine alte Legende erfüllen und das aus Geschichten geschmiedete Schwert dem Gott des Krieges darreichen. Doch das Eherne Buch ist nicht komplett. Es fehlen drei Geschichten und so beginnt eine Jagd quer durch das Reich nach den verlorenen Erzählungen und dem Ende des Kriegs. Jaarns einzige Hilfe dabei ist ein narbiger Mann, mit vielen Namen und noch mehr Geheimnissen. 

Die Feder ist mächtiger als das Schwert. Dieses Zitat kennen wir alle. Aber was ist mit einem Schwert, dass als allen Geschichten der Welt geschmiedet wurde? Ein Schwert, dass seinem Träger alle fast vergessenen Legenden zugänglich macht. Es ist nicht für den Krieg geschaffen, sondern dafür, den Frieden zu bringen. Wenn ihr mich fragt, so ein Schwert bräuchte auch diese Welt mehr denn je. 
Die Macht der Wort ist eine so wundervolle Thematik, der man als Bücherwumr direkt verfallen ist. Das geschriebene Wort als Waffe, die Magie und das Wissen, das von Geschichten ausgeht. So etwas zum Kern des Szenarios zu machen, ist eine tolle Idee.
Fans des klassischen, ehrbaren Fantasygenres werden dieses Buch lieben, denn es ist so weit aus mehr, als dass man es in weniger Worten zusammenfassen könnte. Es ist eine Geschichte über Geschichten und damit über alles, was an Emotionen jemals zu Papier gebracht wurde. Wut, Rache, Krieg, Trauer, Angst, aber auch Vertrauen, Freundschaft, Mut und Liebe. Und jedes dieser Gefühle macht man mindestens einmal durch.

Die Geschichte beginnt mitten im Krieg, denn der Eiserne Rabe will die Stadt Khabrach einnehmen. Schnell bekommt man einen Eindruck über die Zustände im Reich. Es gibt Streitigkeiten, Fehden und Intrigen zwischen den Städten und Fürstenhäusern. Ein ewiges Hin und Her - ein ewiger Krieg. Dabei lässt sich der Autor keine Zeit für lange Erklärungen oder Einleitung, sonder schmeißt den Leser direkt in die Geschichte. Das mag ich, vor allem wenn der Schreiber es beherrscht Fakten und Wissen so nebenher einzustreuen, dass man es beim Lesen kaum bemerkt. 
Das Spannungslevel ist alleine durch die Konstellation der Verfolgungsjagd durchgehend sehr hoch. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die parallel verlaufen, mal zusammenführen und sich wieder trennen. Dadurch passiert immer was, es gibt keine unnötigen Längen und man bleibt am Ball. Die letzten 150 Seiten wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil es immer spannender wurde.

Die Charaktere sind alle etwas besonderes. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang nicht so recht mit Jaarn warm wurde. Das ist aber auch logisch. Am Anfang ist er ein kleiner passiver Bücherwurm, der von den Ereignissen nur so mitgerissen wird. Aber nach einer Zeit ist mutig und hat das Herz am rechten Fleck.
Der heimliche Held ist so wie so Rugk, der Narbige. Mit seinem ersten Auftritt zieht er einen in seinen Bann. Man ahnt schnell, dass diese Rolle nicht so leicht zu durchschauen ist. Er ist eine Art Antiheld, der nicht immer den rechtschaffenen Weg einschlägt, um sein Ziel zu erreichen. Geschichte über ihn könnte ich stundenlang lesen und ich bin mir sicher, dass er auch verdammt viele zu erzählen hätte (Ein mögliches Prequell, Herr von Aster?). 
Alle weiteren Charaktere waren auch mit viel Liebe gezeichnet. Sie hatten gerade so viel Herz und Tiefe, wie sie es für ihre Rolle benötigten und das war vollkommen in Ordnung. Besonders erwähnen möchte ich noch Deswyn, die Eisenmutter, die gerade durch ihre Ambivalenz so großartig ist. Einzig Gvenn kam mir persönlich etwas zu kurz.
Die Charaktere zeichnet aus, dass sie weder schwarz noch weiß sind. Durch den Perspektivenwechsel landet der Leser auch mal bei Mhaw, dem General des Keilers, der Jaarn verfolgt. Da durch lernt man ihn kennen und auch verstehen. Man weiß, warum er tut, was er tut und es sind nachvollziehbare Gründe. Ich finde es schön, wenn die Grenzen so verschwimmen und der Böse nicht einfach nur böse ist.

Der Stil von Herrn von Aster ist so, wie er einem klassischen Fantasyroman gebührt. Es ist etwas gehobener, ohne sich in Bandwurmsätzen oder Ausschweifungen zu ergießen. Trotzdem lässt es sich flüssig und schnell lesen. Es gibt keine seitenlangen Beschreibungen, trotzdem wird in wenigen Sätzen unheimlich viel Stimmung und Ambiente eingefangen. Ich finde den Stil wahnsinnig schön und nach den ganzen Jugendromanen eine wirkliche Erleichterung. Ich hätte Christian von Aster sehr gerne daraus Lesen hören. Ich glaube, mit seiner Stimme und seinem Lesetalent wäre es eine kleine Traumreise in eine andere Welt geworden. Dabei verliert der Autor aber auch nicht seinen bissigen Humor. Immer wieder blitzt er hier und da durch und lässt den Leser kurz schmunzeln.  

Über das Ende will ich an dieser Stelle mal nichts verraten, denn es sollte einen ganz unvorbereitet treffen. Auf jeden Fall ist "Das Eherne Buch" kein Buch, dass man einfach zu klappt, um rasch ein neues zu beginnen. Hier muss man erstmal durchatmen und es einen Moment wirken lassen.

Für Freunde des guten Fantasy ist "Das Eherne Buch" ein Muss. Es lässt einen leiden, lachen, mitfiebern, träumen, lieben und trauern. Und genau das muss ein Buch schaffen. Wenn es in mir eine Saite angeschlagen hat, dann hat es alles richtig gemacht. Eine wundervolle Thematik mit hinreißenden Charakteren. Vielleicht eine dieser Geschichten, die man später mal seinen Kindern erzählen sollte.

Von mir volle Punkte!

*** Gewinnspiel ***

Natürlich will ich euch dieses wundervolle Buch nicht vorenthalten und die Chance geben es selbst zu genießen! 

Da ich es nun doppelt habe, möchte ich mein ungelesenes Rezensionsexemplar gerne an einen von euch verschenken. Außerdem gibt es ein Lesebändchen (braun mit Schwert) von Cat Lewis mit dazu. Das Bändchen wurde eigentlich für ein anderes Buch designt, aber da es so wundervoll passt, möchte ich es hier mit verschenken.

Alles, was ihr dafür tun müsst, ist die folgende Frage zu beantworten:

Wenn ihr alle Geschichten der Welt an einen Gegenstand binden könntet, welcher wäre das und warum?

Teilnehmen könnt ihr bis zum 29.08.2015. Der Gewinner wird dann am 31.08.2015 auf meinem Blog bekannt gegeben. Bitte hinterlasst eure Emailadresse, damit ich euch rasch erreichen kann. Allen Teilnehmern wünsche ich viel Glück.

Kleingedrucktes:
  • Dies ist ein privat organisiertes Gewinnspiel.
  • Teilnahme vom 22.08.2015 bis zum 29.08.2015
  • Ihr seid über 18 Jahre alt oder habt die Zustimmung eurer Eltern.
  • Alle gesammelten Daten werden nur für das Gewinnspiel genutzt und danach vernichtet.
  • Bei Verlust des Pakets durch die Post, ist leider kein Ersatz möglich.
  • Wenn ein Gewinner nicht innerhalb von 14 Tagen auf seine Gewinnbenachrichtigung reagiert, verfällt sein Anspruch auf den gewonnenen Preis. 

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Das Buch hat dich ja richtig begeistern können! Das freut mich :D Ich "kenne" von dem Autor bisher nur "Der letzte Schattenschnitzer" und das hab ich leider abgebrochen, weil ich mit dem Schreibstil irgendwie gar nicht zurecht kam. Deshalb mache ich hier auch nicht bei dem Gewinnspiel mit.
    Bei der Frage hätte ich mich auch ziemlich schwer getan mit der Antwort *g*

    Ich hab das Gewinnspiel auf jeden Fall gerne wieder auf meinem Blog geteilt und wünsch allen, die teilnehmen, ganz viel Glück!!! ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Danke! Das ist lieb von dir!
      Hast du den "Schattenschnitzer" zufällig noch und magst ihn abtreten? Herr von Aster meinte, wenn mir "Das Eherne Buch" gefällt, würde ich den Schnitzer lieben. Ich würde ihm also gerne Asyl bei mir bieten ;-)
      Liebe Grüße!

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    2. Das tut mir jetzt leid, hab das Buch leider schon vertauscht :( Sonst hättst es gerne haben können ...

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  2. Die Frage hat es echt in sich. Mein spontaner Impuls wäre eine Glocke gewesen, damit ich immer weiß, wo sie sind und sie schön klingen können. Aber an eine Taschenlampe, damit man immer lesen kann, wäre natürlich auch praktisch.

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    1. Die Idee mit dem Glöckchen ist toll! Dann kann jedes Klingeln eine Geschichte erzählen und alle können es hören :)

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  3. Hallo ,

    Ich würde am liebsten an ein Schlüssel binden weil so
    kann ich schnell in eine Geschichte eintauchen und die Tor zu Geschichte
    öffnen .Interessante Rezi . Ich wünsche Dir schönen Abend :)

    Liebe Grüße Margareta
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  4. Hallo und vielen Dank für die schöne Rezension und das tolle Gewinnspiel! Das Buch klingt superspannend und superinteressant und deshalb versuche ich natürlich gerne mein Glück.

    Wenn ich alle Geschichten der Welt an einen Gegenstand binden würde, dann wäre das wahrscheinlich ein unauffälliger Stein. Den könnte man gut überall verstecken und die Geschichten wären sicher verwahrt. Ein Stein wird auch nicht ohne Weiteres zerstört, deshalb glaube ich, wäre es ein ganz guter Gegenstand. Außerdem würde der Stein keinen Neid und auch keine Habgier auf sich ziehen - ein zusätzliches Plus.

    Viele liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende
    Katja

    kavo0003@web.de

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    1. Auch eine schöne Idee! Sehr gut durchdacht. Danke :)

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  5. Ich habe das Buch ja auch schon mit Begeisterung gelesen und brauche es von daher nicht mehr, aber ich bin gerade sehr angetan von dem Lesebändchen und deshalb nehme ich trotzdem teil. Falls ich gewinnen sollte möchte ich aber nur das Lesebändchen und du darfst gerne einen zweiten Gewinner ziehen, der das Buch erhält.

    Nun denn, die Preisfrage. Ich hätte tatsächlich aus den gleichen Gründen wie Kavo0003 Stein gesagt aber dann muss ich mir wohl etwas anderes ausdenken. Ich würde sie in eine Statue bannen, damit die Menschen sich um die Statue versammeln und die Geschichten hören können. Die Statue des Bahkauvs hier in Aachen finde ich eh großartig. Genau die würde ich nehmen.

    Gruß,
    André

    PS: Du weißt ja, wie du mich erreichen kannst.

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    1. Auch eine tolle Idee! :)
      Und lieb von dir, dass du den Gewinn teilen möchtest!

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  6. Huhu! Das Buch ist mir schon mal aufgefallen, wahrscheinlich bei André, der über mir kommentiert hat. ;)

    Die Gewinnfrage ist auch eine besondere (sehr schön!), aber auch besonders schwierig. Mein erster Einfall war, diese Geschichten an meinen kleinen Finger zu binden. Dort würden andere sie wahrscheinlich nicht vermuten und ich hätte sie immer bei mir. Der Nachteil ist eben, dass ich sie dann nie mehr mit anderen teilen kann, ohne mir den Finger abzuhacken.
    Dann doch lieber etwas unscheinbares wie der Stein, der schon genannt wurde. Kann man gut verstecken und wird erst dann interessant, wenn bekannt wird, das sich darin versteckt. Da der Stein aber schon genannt wurde und weil man ihn viel zu schnell verlieren kann, muss ich weiter denken...
    Vielleicht eine robuste, aber glanzlose und abgetragene Kette, die gemütlich um den Hals, den Arm oder den Fuß liegt, ohne dass sie dabei einfach so abfallen könnte. Etwas, das aussieht, als hätte es nur einen besonderen Wert, weil es ein Andenken an die Familie ist. Das könnte gut funktionieren.

    LG Cindy
    cindy@piranhapudel.de

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  7. Huhu,

    da muss ich doch auch gleich mal in den Lostopf hüpfen. :D Das Buch interessiert mich sehr, vor allem, weil nächsten Monat eine Lesung mit Christian von Aster in Berlin stattfindet - da könnte ich das Buch unter Umständen dann sogar mitnehmen und es mir signieren lassen. ;)

    A propos Schreiben. Ich bin überrascht, dass diese Antwort noch gar nicht kam. Ich würde einen Stift wählen, weil man die Geschichten dann wieder und wieder aufschreiben kann, für jeden Menschen auf der Welt. Denn Geschichten sind meiner Meinung nach genau dazu da: sie müssen in die Welt hinaus getragen werden. Die Wahl des Stiftes wäre ungemein wichtig, denn die meisten Stifte sind ja irgendwann leer. Daher würde ich mich für einen Füller entscheiden, weil man dabei die Patrone jeder Zeit nachfüllen kann. Die Geschichten sind ja an den Stift an sich gebunden, nicht an die Tinte. ;)

    xxcoillaxx@gmail.com

    Viele liebe Grüße,
    Elli

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  8. Der erste Impuls war: an mein Herz, weil dort alle guten Geschichten hinwandern, und man sie wohl behütet überall mit sich hinnimmt. Aber ALLE Geschichten dort zu verwahren?! Klingt nach einem belastenden Job. Vielleicht also lieber an einen Spiegel, durch den sie den Betrachter wortwörtlich zu reflektieren vermögen. In der Fläche erschienen so immer die passenden Geschichte zu demjenigen, der jeweils hineinschaut.

    Liebe Grüße,
    KFB

    P.S.: Die E-mail-Adresse erhälst du per PN.

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