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Donnerstag, 13. August 2015

Mera Luna 2015 - Nichts für Nachtschattengewächse


 

Schon ist es wieder vorbei - das schwärzeste Wochenende im Jahr!
Mera Luna 2015!
Immer begleitet einen das Gefühl, nach Hause zu kommen, wenn man unter tausenden schwarzen Schafen über den Flugplatz in Hildesheim streift. Und jedes Jahr ist man am Ende wehmütig, weil man wieder gehen muss und es so schrecklich lange dauert, bis man wieder hin kann.

Aber fangen wir erstmal vorne an.
2014 mussten mein Freund und ich aufs Mera Luna verzichten, da es finanziell nicht passte. Deswegen war meine Freude dieses Jahr um so größer. Ich war regelrecht auf Mera-Entzug.


Freitag
Unsere Anreise hatte was von Pokemon. Nach dem Motto "Catch them all" sammelten wir auf der Autobahn nach und nach alle Leute ein, die zu uns ins Lager gehörten. Am Ende waren wir schließlich 8 Autos in einer Kollone und auf dem Zeltplatz sogar eine Truppe mit 32 Leuten. Ich glaube, so viele waren wir noch nie.
Um 5:30 Uhr haben wir uns in Berchum getroffen und den Reiseplan besprochen. Eigentlich wollten wir um 6 Uhr los fahren, aber wie immer wurde daraus nichts. Hinzu kam noch, dass jemand seine Geldbörse vergessen hatte und noch mal zurück musste. Das war der erste Wagen, den wir unterwegs auf einem Rastplatz auf der A2 einsammelten.
Mit einer Pause und einem weiteren Auto, dass wir auf einem Rastplatz einsammeln mussten, kamen wir gegen 10 Uhr in Hildesheim am Flugplatz an und warteten auf den Einlass. Um 12 Uhr wurde der Parkplatz geöffnet, um 13 Uhr das Bändchenzelt und schon brach der Sturm auf die besten Plätze los. Wir hatten Glück und bekamen unseren Stammplatz (oder zumindestens einen in dessen Nähe). Damit hatten wir es nie weit zum Festivalgelände und den Sanitärenanlagen. Der einzige Nachteil dieses Jahr war, dass wir in der direkten Nähe zu einem Fluter gecampt haben. Bei uns war es immer taghell. Sogar im Zelt brauchte man keine Taschenlampe.
Der Nachmittag wurde dominiert vom Schleppen und Aufbau. Als alles stand, gab es dann endlich die erste Schlumpfenpisse (Wodka mit Wick Blau). Ein super Getränk überigens, wenn man nach einer durchzechten Nacht ein Kratzen im Hals hat. Damit war das Festival offiziell eingeläutet.
Um kurz nach 19 Uhr machte ein kleiner Trupp sich zum ersten Mal an diesem Wochenende auf zum Festivalgelände, da ab 19:30 Uhr Einlass für die Lesungen war. Dort amüssierten wir uns mit Markus Heitz, David Grashoff und Christian von Aster. Für mich ist diese Lesung immer der perfekte Einstieg ins Mera-Wochenende. Seit dem es sie gibt, besuche ich sie jedes Jahr und habe es noch nie bereut. Einen ausführlichen Bericht gibt es am Sonntag speziell zur Lesung.

Samstag
Der Morgen war bewölkt und verregnet, klarte aber schnell auf. Nach einem kleinen Frühstück und einer Dusche starteten wir aufs Festivalgelände. Ich wollte mir Nachtgeschrei anhören, da ich den neuen Sänger noch nicht kannte. Der Hangar war allerdings schon so voll, dass wir uns draußen vor die Leinwand stellten. Dort traf ich dann auch die liebe Cat - Bloggerin bei Quicksilvermoon, Autorin und Lesebändchenbastlerin. Leider haben wir total vergessen ein Foto zu machen. Cat hat mir was wundervolles mitgebracht, was ich nach und nach bei den nächsten Gewinnspielen verschenken möchte. Wer sich so ein Band kaufen will, sollte einfach mal auf ihrer Facebook-Seite vorbei schauen.
Dann ging es weiter zu Versengold und Coppelius. Beide Bands machten ordentlich Stimmung und bei Coppelius schob sich zum Glück eine dicke Wolke vor die Sonne, so dass es nicht ganz so heiß war. Die Band ist für mich immer wieder ein Erlebnis und gehört ganz klar zu den Künstlern, die man live sehen muss. Auf CD wirken ihre Songs längst nicht so wie auf der Bühne. Auch ihre ganze Performance ist einfach gelungen. Schade, dass die immer nur so wenig Spielzeit haben.
Während "The Others" im Hangar rockten, verschafften mein Freund und ich uns einen Überblick übers Gelände - hauptsächlich über die Marktstände. Immerhin wollten wir für ihn nach einem Hochzeitsanzug suchen.
Nach einer Verschnaufspause im Camp ging es wieder zu Saltatio Mortis aufs Gelände. Die Songauswahl hätte etwas besser sein können, aber natürlich haben die Jungs wieder eine großartige Show abgeliefert und zwei Songs aus dem neuen Album vorgestellt, das bald erscheint.
Danach haben wir uns erstmal was leckeres zu Essen geholt, denn Schlemmen kann man auf dem Mera besonders gut. Natürlich ist alles relativ teuer - Festivalpreise halt - aber es schmeckt auch großartig und es ist für jeden was dabei. Mein Highlight ist immer das Rahmbrot. Aber dieses Jahr gab es auch einen American Burger stand, wo die Burger ganz frisch auf dem Smoker gebraten wurden. Die waren auch verdammt lecker. Auch für Vegetarier und Veganer wird gut auf dem Mera gesorgt. Verhungern muss da niemand. Mein Freund war nur sehr enttäuscht, dass es seinen Donutstand nicht mehr gab.
Abends wollte ich dann eigentlich noch zu ASP. Das habe ich mir dann aber gespart, weil mir die Füße so weh taten. Die Show soll aber auch großartig gewesen sein und was ich so aus der Ferne mitbekommen habe, war super.

Sonntag
Der Tag, an dem uns allen klar wurde, dass wir Nachtschattengewächse sind. Es war so warm, soooooo schrecklich warm. Im Lager hat sich kaum einer gerührt. Wir sollten aufs Gelände zu Dope Star Inc. und zum Shoppen. Nach einer halben Stunde machte mein Kreislauf allerdings schlapp und ich musste zurück ins Lager. Im Schatten bei leichtem Wind ließ es sich echt aushalten, aber mehr ging nicht. Eine Freundin bekam an dem Tag einen schmerzhaften Sonnenbrand auf der Kopfhaut.
Erst gegen 18:30 Uhr war es leicht bewölkt und so trauten wir uns noch mal raus. Dadurch haben wir ein paar Bands verpasst, aber das war nicht so dramatisch. Besser als ein Sonnenstich. Und an dem Tag stand der Wind gut, so dass wir auch im Lager alles von der Main Stage mitbekommen haben. Ich wollte aber endlich shoppen, doch leider habe ich gar nichts wirklich schönes gefunden. Die Stände, die mich interessierten, waren dieses Jahr gar nicht da und der Rest hat nicht überzeugt.
Dafür haben wir aber einen Gehrock für meinen Freund für die Hochzeit gefunden und der ist einfach wundervoll - und so günstig war er dann auch nicht. Außerdem haben wir einen Goldschmied gefunden, bei dem wir wegen Eheringen schauen wollen. Als ich so frustriert war, dass ich mir auf dem Festival nichts gekauft hatte, schlich sich mein Freund noch mal zu dem Goldschmied zurück und kaufte mir dort einen total süßen Kettenanhänger.
Die meisten sind dann noch zu Nightwish gegangen - eine Band, die mich echt Null interessiert. Wir haben es uns dafür im Lager gemütlich gemacht und gequatscht.

Montag
Abreise! Wieder bleibt ein Stück meines Herzens vergraben im staubigen Boden vom Flughafen. Ein Jahr bis wir zurückkehren werden. Ein ganzes, schreckliches Jahr. Trotz After-Mera-Blues gelang es uns, das Lager schnell abzubauen und alles in den Autos zu verstauen. Schon um 9:30 Uhr fuhren wir los. Ich glaube, so früh waren wir noch nie.
Eines unserer Rituale ist das gemeinsame Essen bei Burger King. Das durfte natürlich auch dieses Jahr nicht fehlen. Und dann hieß es: Schlaf nachholen!

Meine persönlichen Mera-Highlights 2015
- die Lesungen
- das persönliche Gespräch mit Christian von Aster
- die Erkenntnis, dass meine Freunde auch endlich älter werden und nicht mehr 3 Tage durchfeiern können
- der Auftritt von Coppelius
- das Treffen mit Cat
- das leckere Rahmbrot

Was ich mir für 2016 wünsche?
- Bands wie: Schandmaul, Vogelfrey, Eluveitie und Fiddlers Green
- Michael Goehre bei den Lesungen
- einen Donutstand für meinen Freund
- ein paar mehr Wolken am Himmel

Nächstes Jahr sind wir definitiv wieder dabei!

1 Kommentar:

  1. Jaja, die Rituale :D
    Das kenn ich vom Amphi Festival, wo ich regelmäßig hingehe - fürs Mera Luna hab ich bisher nie frei bekommen :/
    Hoffe, dass sich das irgendwann mal ändert *grummel*

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