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Montag, 22. Juni 2015

Mein Leben ist buchig! Vol. 2 - Kaufentscheidung

Jeder hat da seine Methode. Der eine lässt sich vom Cover faszinieren. Der nächste schwört auf den Autor. Ein weiterer lässt sich von Rezensionen beeindrucken und wieder ein anderer zieht Leseproben heran.
Es geht um Kaufentscheidungen bei Büchern!
Wie treffe ich meine Wahl? Was fasziniert mich? Warum wollte ich genau dieses eine Buch lesen?
Dabei geht es bei mir heute hauptsächlich um die Spontankäufe im Buchladen, wenn ich eigentlich keinen Plan hatte, ein neues Buch zu erstehen. Also Reziexemplare und Wunschlistenbücher fallen daraus, denn bei denen habe ich lange überlegt, ob ich sie lesen möchte. Ich frage mich heute, wie mich die Bücher überzeugen konnten, die ich einfach so mitnahm, ohne sie vorher gekannt zu haben.

Ich höre immer von vielen, dass sie Cover-Käufer sind. Das ist heute ja auch nicht schwer. Ich meine, schaut euch die Kunstwerke in der letzten Zeit mal an. Zur Zeit erscheinen immer mehr Bücher, die – selbst wenn sie inhaltlich großer Schrott wären – ein toller Blickfang im Regal sind. Ich muss zum Beispiel zugeben, dass mich viele von diesen Covern mit einem Mädchengesicht drauf abschrecken, weil ich sofort denke »Schon wieder so ne 08/15 Story.«.
Manche Leute lassen sich auch von dicken Büchern abschrecken und kaufen nichts, was mehr als 300 Seiten hat oder so.
Es gibt viele Faktoren, die in so eine Entscheidung mit einfließen – teilweise bewusst, teilweise unbewusst.

Mein besonderer Tick diesbezüglich wurde schon oft kritisiert. Freunde sagen dann immer, ich würde mich damit doch spoilern und wüsste wie es ausging. Aber das stimmt ja gar nicht.
Denn ich lese gerne den letzten Satz!
Viele Leute blättern mitten rein, lesen eine paar Seiten und entscheiden dann. Ich hingegen schlage die letzte Seite auf und lese nur den letzten Satz. Keine Ahnung warum. Das mache ich schon so, seit dem ich 15 bin. Und meistens hat es mich nicht enttäuscht. Natürlich fließen auch Cover, Autor und Klappentext mit in die Entscheidung ein, aber den entscheidenden Punk dafür oder dagegen gibt der letzte Satz.

Und, liebe Leute, ich schwöre euch: Zu 95% spoilert man sich damit kein bisschen.

Hier mal ein paar Beispiele:

''Dann sagt er etwas, das ich nie vergessen werde: »Du wirst dir noch wünschen, du hättest Kadamach getötet, als du die Gelegenheit dazu hattest.«'' (''Die Feenjägerin'' von Elizabeth May)

Alles, was mir dieser Satz sagt, ist ''Achtung! Das wird ein offenes Ende / Cliffhanger sein''. Den dramatischen Sinn des Lebens erkenne ich darin nicht. Wäre ich also kein Fan von Cliffhangern, könnte ich das Buch an dieser Stelle wieder aus der Hand legen. Oder wäre ich davon ausgegangen, dass es ein Einzelband ist, wüsste ich es jetzt besser.

''Und die Horde jubelte.'' (''Skargat'' von Daniel Illger)

Das Buch habe ich vom Verlag bekommen und schlummert noch auf meinem SUB. Was erwarte ich von dem letzten Satz? Davor muss etwas mitreißendes passiert sein, etwas spannendes. Man jubelt ja nicht ohne Grund. Das macht mich direkt neugierig und ist ein guter, letzter Satz.

''»Nur fünf?«'' (''Gehetzt'' von Kevin Hearne)

Dieser Satz lässt einen ahnen, dass das Buch mit einem Witz oder blöden Spruch endet. Das macht es für mich auch direkt wieder sympathisch. 

Ein zweiter Tick ist auch etwas schräg, das muss ich selbst zugeben. Ich liebe Bücher ja wirklich und auch ihr Geruch ist klasse. Neues Papier und frische Tinte, aber auch alte Folianten haben einen ganz eigenen Duft. Ich schnupper gerne an Büchern. Aber manchmal gibt es Bücher, die echt stinken. Keine Ahnung warum. Das musst dann am Druck oder Papier oder so liegen, aber sie riechen dann neu sehr unangenehm. Dann dürfen sie leider auch nicht mit.

Okay, Hand aufs Herz. Wie entscheidet ihr, ob ihr ein Buch spontan kauft oder nicht? Ich bin gespannt!

Kommentare:

  1. Das ist bei mir schwer zu sagen und kommt denke ich mal sehr darauf an, welches Genre ich gerade in der Hand halte. Schöne Cover sind natürlich ein Anreiz dafür, dass ich die Bücher genauer ansehe, aber längt kein Indikator mehr dafür, dass ich es kaufe. Das würde mich ganz bestimmt ruinieren. :D Auch farbige Buchschnitte finde ich extrem klasse und ziehen mich erst mal magisch an.

    Bei einigen Büchern entscheide ich nach Autor, einfach, weil sie altbewehrt sind und ich all ihre Geschichten lesen will. Da gucke ich mir meist nicht mal mehr den Inhalt an, weil für mich eh klar ist: Das muss ich haben!

    Bei anderen Büchern lese ich die Leseprobe und entscheide dann. Bei einigen wenigen entscheidet es sich bereits beim ersten Satz. Letzteres sind aber eher die wenigstens. Eine klare Linie kann ich gar nicht erkennen, wie ich meine Bücher auswähle. Auch lasse ich mich von Meinungen anderer Blogger lenken und springe oft auf gute Zitate an (was natürlich nicht ein ganzes Buch zu etwas hervorragendem machen). Ich denke, dass ich gerade bei Klapptexten im Gerne High Fantasy am kritischsten bin und kann nicht mal genau sagen woran das liegt -- Brandon Sanderson zählt für mich ganz klar zum MUST-HAVE-Kommewasdawolle! und andere müssen sich erst bewähren. Die Cover dort sind auch nur teilweise wirklich ansprechend, finde ich, so dass ich meinen Augenmerk stark auf den Inhalt lenke. :)

    Du siehst ... das ist gar nicht so einfach. Haha. :D

    Letzte Sätze lese ich dennoch ungern.

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Oh! Farbige Buchschnitte! Ich liebe das! Da hast du total recht mit. Die ziehen mich auch magisch an.

      Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich - ohbwohl ich quasi fast nur Fantasy lese - noch kein Buch von Brandon Sanderson gelesen habe :D Aber ich höre immer nur gutes. Da sollte ich das mal nachholen ^^

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    2. Ich habe ja mit Mistborn begonnen und war schwuppdiwupp infiziert. Elantris war okay, aber nicht so toll wie Mistborn und nun bin ich beim 4. deutschen Band der Sturmlicht Chroniken und die sind wieder der Hammer!

      Außerdem war Patrick Rothfuss' Königsmörder-Chroniken richtig gut und ich warte sehr hibbelig auf Band 3. *-* Kennst du die?

      Oder kannst du mir sogar was empfehlen? :DD

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    3. Puh, im Highfantasy-Bereich? Bestimmt mehr als genug. Die Reihen sind dann leider nur schon älter und werden nicht mehr gedruckt. Wenn man Glück hat, kriegt man die dann bei rebuy oder so. Die Reihe "The Banned & the Banished" von James Clemens. Der erste Teil heißt, glaube ich, "Buch des Feuers". Sind fünf Bände. Den fand ich mega.
      Oder "Der fünfte Stein" von Micha Pansi. Das müsste ne Trilogie sein. Die war auch sehr super.
      Oder Markus Heitz und die Reihe "Schatten über Ulldart" :)

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  2. Heyho,

    das ist ein interessanter Aspekt, aber du hast vollkommen Recht. Mit dem letzten Satz bekommt man oft schon aufgezeigt in welche Richtung es geht ohne viel zu verraten. :)
    Ich selber bin da durchaus eine Coverjägerin...sobald mir eins gefällt landet es in der Hand, wenn mich dann noch der Klappentext neugierig macht, dann wird der Geldbeutel gezückt. :D

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Wenn ich nur nach dem Cover gehen würde, hätten viele Bücher bei mir keine Chance. Wie schon erwähnt mag ich diese Mädchengesichter auf den ganzen YA / Romantasy Büchern gar nicht. Manchmal steckt aber eine schöne Geschichte drin, die ich sonst verpasst hätte (Die Feenjägerin z.B.). ^^

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