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Samstag, 21. März 2015

Buch - "Ich sehe was, was niemand sieht" von Tim O'Rourke

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Titel: "Ich sehe was, was niemand sieht"
Autor: Tim O'Rourke
Genre: Mystery-Thriller
Verlag: Chicken House
Seiten: 368
Preis: 14,99 € (TB)
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Charley sieht Dinge, die sonst niemand sieht. Ihre Visionen sind wie Blitze, kurz und intensiv – ein Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs. Charley ist felsenfest davon überzeugt, dass sie Verbrechen sieht, bevor sie geschehen. Niemand glaubt ihr, bis auf Tom. Der attraktive junge Police Officer bearbeitet gerade seinen ersten Fall: ein totes Mädchen, das auf Bahngleisen gefunden wurde.
Während die Polizei noch nach der Todesursache sucht, hat Charley wieder Visionen: ein anderes Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs ...


Quelle: Verlagsseite
Eigentlich bin ich ja kein Fan von Thrillern, im Gegensatz zu meinem Freund, der die verschlingt. Der Klappentext machte mich allerdings neugierig und als mir ein Rezensionsexemplar angeboten wurde, sah ich es als Chance, um über meinen literarischen Tellerrand zu sehen.

Charley ist anders. Seit ihrem sechsten Lebensjahr sieht sie in Visionen, wie Menschen sterben, und sie kann nichts dagegen tun. Als es dann ein Mädchen aus ihrer Gegend trifft, ist Charley mehr als denn je davon überzeugt, dass sie sich die Visionen nicht einbildet. Um es den Zweiflern - vor allem ihrem Vater - zu beweisen, macht sie sich zusammen mit dem jungen Polizisten Tom auf die Suche nach dem Mörder und begibt sich dabei in große Gefahr.

Das Buch erschien zuerst als 3teilige eBook-Reihe und dann etwas später als gedruckte Gesamtausgabe. Ich muss zugeben, dass hat mich etwas verwirrt. Ich dachte, es würde sich generell dabei um eine Trilogie handeln und war nun schon irgendwie enttäuscht, dass es dann nur ein Buch ist. Das verrät schon, wie gut ich es fand, oder?

Die Handlung steigt mit der Beerdigung von Charleys besten Freundin ein - der einzigen, die Charley das mit den Blitzen geglaubt hat. Schon dort baut sich sehr schnell Spannung auf und man ist rasch in dem Fall drin. Permanent wird ein recht hohes Spannungslevel gehalten mit nur gelegentlichen, kurzen Ruhepunkten, was ich sehr gut fand. Dadurch hat man das Buch nur sehr ungerne aus der Hand gelegt, weil man immer wissen wollte, wie es weiter geht. Das und der lockere Stil führen dazu, dass man das Buch sehr schnell gelesen hat. Ich glaube, ich habe im gesamten nur 2 Tage gebraucht. Gerade die letzten 100 Seiten will man an einem Stück inhalieren.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten Charley und Tom. Charley ist ein 17jähriges Mädchen, dass wegen ihrer Fähigkeit schon viel mitgemacht hat. Ich fand sie sehr sympathisch und sie brachte genau die richtige Mischung aus Mut, Angst und Zweifel mit, die eine Rolle glaubhaft machen. Tom ist cool. Ich mochte ihn sofort. In der Polizei ist er ein kleiner Überflieger und muss sich jetzt in der Kripo beweisen. Außerdem ist er Zocker, Fastfoodjunkie und unordentlich. Charley beschreibt ihn immer als frech und verschmitzt, was mir leider selbst nicht so deutlich rüber kommt. Zwischen den beiden bahnt sich auch eine Beziehung an, die sich dezent in die Handlung einschmiegt, auch wenn es doch irgendwie recht schnell geht. Aber zumindest ist die Romantik nicht so demonstrativ im Vordergrund und verkitscht alles.

Das Ende war mir dann doch irgendwie zu schnell. Der ganze Fall wurde ja auch in wenigen Tagen gelöst. Da hätte irgendwie noch etwas mehr kommen können. Außerdem dachte ich ja, dass da noch Teile kommen und fand es schade, dass es jetzt zuende ist. Dieses Team Charley-Tom als Ermittler hätte ich mir nämlich wirklich gut als Reihe vorstellen können. Aber vielleicht kommt da ja noch was.

Ich finde auch nicht, dass es sich bei dem Roman um einen typischen Jugendroman handelt, da der Fall teilweise recht hart ist. Auch hier gilt, wie bei vielen Dystopien, dass die Phantasie ausschlaggebend ist. Junge Leser stellen sich das alles vielleicht nicht so krass vor, wie etwas ältere. Aber teilweise hat man da schon Bilder im Kopf, was super ist. Genau das soll eine Geschichte ja schaffen und ich denke nicht, dass man bei Sachen wie einem Thriller nichts beschönigen muss.

"Ich sehe was, was niemand sieht" ist der perfekte Einstieg für Leser, die eigentlich keine Thriller konsumieren. Ich habe den Blick über den Tellerrand sehr genossen und würde gerne mehr in die Richtung lesen. Es gibt einen interessanten Fall, etwas Liebe, viel Mystery und sympathische Charaktere. Das ganze spannend geschrieben und zum verschlingen geeignet. Eigentlich viel zu schade, um mit einem Band beendet zu sein.

Von mir 4,5 von 5 Skulls!

1 Kommentar:

  1. Hallihallo!
    Da bin ich absolut deiner Meinung :D Ich durfte es zum Glück auch schon genießen. Bisher waren die Geschichten von Tim O'Rourke wohl nur kostenlos oder als eBook zu lesen und wurden nur von ihm verwaltet. Ich find es absolut krass, dass die Leser es wirklich geschafft haben, dass der Chicken House Verlag ihn entdeckt hat und nun eines seiner Geschichten verlegt. Absolut klasse!
    Ein Glück soll es nicht nur bei diesem einen Buch von ihm bleiben. Darüber bin ich wirklich unglaublich froh!

    Liebste Grüße,
    Sarah

    von Mit mir an deiner Seite (http://sarahsuperwoman.de)

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