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Donnerstag, 19. Februar 2015

Fortsetzungen - Fluch oder Segen?



Fortsetzungen…
Mittlerweile ein ärgerliches Thema und das aus vielen Gründen. Auf ein paar davon möchte ich heute eingehen.

Wenn’s mal wieder länger dauert…

Hand aufs Herz, natürlich macht es uns allen Spaß, Reihen zu lesen. Wenn man die Story und die Charaktere mag, freut man sich, dass man sie auf einem längeren Weg begleiten kann. Manchmal freut man sich sogar so sehr, dass man voller Ungeduld auf den nächsten Teil wartet. Da können schon 2 Monate zu einer richtigen Qual werden und es wird immer schlimmer, je länger die Wartezeit wird.
Klar lassen sich Romane nicht an einem Tag schreiben. Es steckt viel Zeit und Arbeit in dem Prozess bis ein fertiges Buch dabei heraus kommt. Das wissen wir wohl alle – oder können es zumindest erahnen. Trotzdem ist es verdammt frustrierend, wenn es scheinbar eine halbe Ewigkeit bis zum nächsten Band dauert. Manchmal werden Veröffentlichungstermine um Monate verschoben oder stehen noch gar nicht fest. Eines der schlimmsten Beispiele ist wohl "Das Lied von Eis und Feuer". Nicht nur, dass der Godfather of killing charakters schon seit Jahren am nächsten Buch schreibt, nein, vor kurzem wurde auch bekannt gegeben, dass es wohl 2015 nichts mehr mit dem neuen Roman wird. Klasse! Das der gute Mann allerdings auch nicht mehr der Jüngste ist, fragt man sich doch glatt, ob er die Geschichte in dem Tempo jemals beenden wird. Hoffen wir es mal!


In English, please!

Gerade im Bereich der Jugendbücher überschlagen sich gerne die Neuerscheinungen. Romantasygeschichten für jung(gebliebene) Leser und Dystopien überschlagen sich. Die meisten und erfolgreichsten kommen dabei nicht aus dem deutschsprachigen Raum und müssen aufwendig übersetzt werden.
Nur weil das Buch nun in Amerika z.B. der Bestseller ist, ist das noch keine Garantie für den deutschen Markt. So kommt es in leider in letzter Zeit immer häufiger vor, dass Reihen auf Grund von mangelnder Nachfrage eingestampft werden. Trotzdem gibt es ja auch Leser in Deutschland, die dann plötzlich vor dem Problem stehen, dass sie ihre Reihe nicht weiter lesen können - außer sie lesen in der Originalsprache weiter.
So erging es mir schon mit "Anna im blutroten Kleid". Eigentlich ist es ja nichts schlimmes, englische Bücher zu lesen. Ganz im Gegenteil. Die Bücher sind günstiger, man verbessert sein Englisch und oft kommt man eher an die Bücher dran. Aber andererseits kann man ja nicht vorraussetzen, dass jeder Englisch kann oder es sich zutraut, ein englisches Buch zu lesen. Gerade bei Dystopien, wenn einfach mal neuer Wörter erfunden werden oder es vielleicht technisch oder wissenschaftlich wird.
Ein ganz anderes Problem wären dann natürlich noch andere Originalsprachen. Was, wenn es den Titel gar nicht auf Englisch gibt, aber auf Italienisch, Spanisch oder Koreanisch? Da hört die Sprachbegabung dann doch bei den meisten auf und wir Leser müssen in die Röhre schauen, da eine weitere Übersetzung wirtschaftlich nicht tragbar ist.
Natürlich ist es verständlich, dass ein Verlag den Erfolg eines Buches im Voraus nicht abschätzen kann und sich dann keine schwarzen Schafe in den Stall holen will. Aber zur Zeit ist die Masse der abgebrochenen Reihen doch wirklich auffällig.


Wenn der Schrecken kein Ende nimmt

Es gibt aber auch das Gegenbeispiel und das ist - in meinen Augen - fast noch schlimmer. Ich rede davon, wenn Reihen kein Ende nehmen, wenn noch ein Band kommt und noch ein Band und noch einer. Für mich wäre so ein Beispiel "Die Chronik der Unsterblichen" von Wolfgang Hohlbein. Ich meine, ich mag die Reihe wirklich, aber ich habe einfach keine Ahnung, wo der Autor eigentlich mit mir und den Charakteren hin will und ob das ganze überhaupt auf irgendein Ziel zu steuert. Das ist etwas frustrierend.
Noch schlimmer finde ich allerdings Reihen, die eigentlich beendet waren, aber aus kommerziellen Gründen "wiederbelebt" werden. Hier fällt mir als erstes die Bücher zu "Vampire Diaries" von L.J. Smith ein. Zu Beginn waren es genau 4 Bücher, die 1993 erschienen. Ich habe sie mit 16 gelesen, was - wie aufmerksame Leser wissen - schon eine verdammt lange Zeit her ist. Die Reihe war beendet. Ich fand sie toll, ich war zufrieden, mir hat nicht gefehlt. Kaum bricht der Twilight-Wahn aus, wird auch diese Reihe reanimiert und fortgesetzt. Mittlerweile umfasst sie sagenhafte 18 Bücher, wobei einige von Ghostwritern geschrieben wurden. Wenn das nicht Geldmacherei ist, dann weiß ich es auch nicht.
Ein fast ähnliches Problem sehe ich mit "Die Zwerge" von Markus Heitz. In meinen Augen war das ganze immer eine Trilogie. Drei Bände und gut ist - damit ist die Geschichte erzählt. Dann kam aber Band 4 und ganz ehrlich, ich fand ihn etwas krampfig. Aber jetzt wird auch noch groß Werbung für Teil 5 gemacht und obwohl ich eigentlich großer Heitz-Fan bin, muss ich sagen, dass ich auf das Buch herzlich verzichten kann.
Bei mir weckt es das Gefühl, dass die Verlage eine goldene Gans gefunden haben und das Thema jetzt ausreizend wollen. Das finde ich ziemlich schade. Wenn eine Geschichte erzählt ist, ist sie erzählt.


Wie ist das bei euch? Vermisst ihr gute Einzelbände? Liebt ihr Reihen? Habt ihr vielleicht sogar das Problem, dass ihr eine Reihe gerade nicht weiterlesen könnt?
Mich würde es sehr interessieren, was euch zu dem Thema einfällt.

Liebe Grüße

Kommentare:

  1. Guten Morgen :)
    Ein wirklich sehr schöner Post ;)
    Ich habe mich auch das ein oder andere Mal in einer solchen Situation befunden. Gerade das nicht weiter übersetzen finde ich so was von blöd für die Leser. Ich kann auch die Verlagsseite verstehen und dass sich manche Bücher nicht rechnen, aber wenn das so weiter geht werden sehr viele Leser (die die es können) auf die englischen Bücher umsteigen. Naja alles meckern bringt ja nicht viel ;)

    Liebe Grüße und noch einen schönen Tag :)
    Jenny

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  2. Hey =)

    Sehr interessantes Thema! Es gibt einfach Genre, in denen ich keine Lust auf Reihen habe. Da möchte ich kurzweilig gut unterhalten werden und habe keine Lust auf diese Hinhalterei. Das gilt besonders so für dieses Romance/Erotik Genre.
    Im Fantasy- und Jugendbuchbereich kann ich damit leben. Was allerdings ziemlich nervt, sind die langen Wartezeiten von bis zu einem Jahr auf die Fortsetzung. Manchmal dauert es sogar länger. Wenn es sich nur um Übersetzungen handelt, kann ich das gar nicht verstehen, wenn ein Buch allerdings erst geschrieben werden muss.... nunja was will man da machen ^^.
    Ich bin bei gestarteten Reihen schon oft nach dem ersten Band auf die englischen Ausgaben ausgewichen.

    Auch wenn es nachvollziehbare Gründe gibt, sollte man nicht aus allem eine Reihe machen. Man kann die Leser auch mit guten Einzelbänden an sich binden. Aus meiner Sicht, gibt es davon viel zu wenige zur Zeit. Überall Reihen, an jeder Ecke. Sehr anstrengend das ständig zu verfolgen und im Auge zu haben.

    Wenn eine Fortsetzung zu lange auf sich warten lässt, ist es mir schon passiert, dass ich nach so langer Zeit einfach das Interesse verloren hatte.

    LG
    Anja

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    1. Ich vergesse dann auch immer die Häfte, wenn es schon so lange her ist, dass ich die anderen Bücher gelesen habe und dann ist irgendeine Kleinigkeit später so wichtig. Das nervt.

      Ich werde jetzt wohl auch immer mal wieder auf englische Bücher ausweichen. Manchmal bleibt einem ja echt nichts anderes übrig.

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  3. Ein toller Post :) Ich liebe Reihen, finde aber auch, dass sie nicht immer ein Segen sind. Manchmal ärgere ich mich gerade über das Ende ziemlich oder darüber, dass eine Reihe anscheinend niemals enden will. Daher sind gute Einzelbände oder Dilogien wirklich eine erfrischende Abwechslung.

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    1. Ich habe dich übrigens für den liebsten Award nominiert und würde mich sehr freuen, wenn du mitmachst :)

      http://www.hoerbuchecke.blogspot.de/2015/02/tag-liebster-award-2.html

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    2. Du hast ja einen süßen Blog. Da musste ich direkt Follower werden :) Ich schau mir den Award mal an, danke! Ich weiß aber noch nicht, wann ich es schaffe, ihn zu beantworten. Muss erstmal meine Rezis abarbeiten. ^^

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  4. Ave,

    "Das der gute Mann allerdings auch nicht mehr der Jüngste ist, fragt man sich doch glatt, ob er die Geschichte in dem Tempo jemals beenden wird. Hoffen wir es mal!" <- All men must die... Vielleicht ist er ja so freundlich und erwähnt die Todesarten für jeden Charakter in seinem Testament, sodass quasi alle (bis dahin) Überlebenden mit ihm sterben.

    Das mit den eingestampften Reihen, die Englisch nicht als Originalsprache haben, ist besonders ja im Manga-Bereich ein Problem. Eine der Lieblingsreihen einer Freundin von mir wurde z.B. ab Band 2 nicht mehr auf Deutsch veröffentlicht. Aber extra dafür Japanisch lernen? Das ist dann wohl auch zu aufwendig.

    Und das mit den Endlosen-Reiehen finde ich auch sehr problematisch. Besonders, wenn man die Reihe eigentlich lieb gewonnen hat und dann durch dieses immer wieder durchkauen einer erzwungenen weiteren Handlung diese Liebe verloren geht.

    Alles in Allem ein Beitrag, dem ich nur zustimmen kann!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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  5. Hallo Mendea,

    ich kann dir nur zustimmen. Mittlerweile schaue ich bei den Büchern eigentlich immer nach, ob sie Teil einer Reihe sind - wenn ja, schaue ich, wie viele Bücher es schon gibt und wie viele es geben wird, die Infos bekommt man ja meistens auf der Autoren-Homepage.

    Schlimm war es für mich bei der "Under the never sky"-Trilogie von Veronica Rossi. Ich hatte den ersten Band auf der Buchmesse entdeckt, hat mir sofort gefallen, Band 2 und Band 3 gab's aber zu dem Zeitpunkt noch nicht - schlimmer noch, sie waren noch nicht mal geschrieben. Erstaunt hat mich, dass dann aber nach dem Erscheinen der englischen Version die deutsche doch recht schnell auf den Markt kam. Insgesamt waren die 2 Jahre aber schon eine verdammt lange Wartezeit.

    "Vampire Diaries" habe ich übrigens nach den 4 Bänden nicht mehr weitergelesen. Habe zwar noch drei weitere Bücher davon hier stehen, aber für mich war die Serie nach dem vierten Teil abgeschlossen. Mehr brauchts nicht.

    Viele Grüße,
    Juna

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