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Dienstag, 6. Januar 2015

Film - "Interstellar" von Christopher Nolan

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Titel: Interstellar
Regie: Christopher Nolan
Genre: Science-Fiction
Länge: 169 Minuten
Mit: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Michael Caine uva.











Was Wissenschaftler, Politiker und Aktivisten seit Jahrzehnten prophezeien, ist eingetreten: Die Menschheit steht kurz davor, an einer globalen Nahrungsknappheit zugrunde zu gehen. Die einzige Hoffnung der Weltbevölkerung besteht in einem geheimen Projekt der US-Regierung, das von dem findigen Wissenschaftler Professor Brand (Michael Caine) geleitet wird. Der Plan sieht vor, eine Expedition in ein anderes Sternensystem zu starten, wo bewohnbare Planeten, Rohstoffe und vor allem Leben vermutet werden. Der Ingenieur und ehemalige NASA-Pilot Cooper (Matthew McConaughey) und Brands Tochter Amelia (Anne Hathaway) führen die Besatzung an, die sich auf eine Reise ins Ungewisse begibt: Wurmlöcher sind so gut wie unerforscht und niemand kann mit Sicherheit sagen, was die Crew auf der anderen Seite erwartet. Ebenso ist unsicher, ob und wann Cooper und Brand wieder auf die Erde zurückkehren. Coopers Kinder, Tochter Murph (Mackenzie Foy) und Sohn Tom (Timothée Chalamet), müssen mit Schwiegervater Donald (John Lithgow) zurückbleiben und auf seine Wiederkehr hoffen...

Quelle: Filmstarts.de




Endlich wieder ein - auf den ersten Blick - vielversprechender Science-Fiction-Film. Absolut mein Genre und so viel Gutes gab es in diesem Jahr davon nicht im Kino. Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen.

Die Story scheint auf den ersten Blick vertraut: Die Menscheit hat es geschafft - wieder einmal - die Erde zu ruinieren und ist auf dem besten Wege, daran zugrunde zu gehen. Cooper, ein ehemaliger NASA-Pilot, ist Farmer, so "wie jeder zu der Zeit", wie man zu Beginn erfährt. Er ist allerdings Farmer wider Willen, er ist mehr Techniker, Wissenschaftler, Pilot. Allerdings muss quasi jeder Mensch in der Landwirtschaft arbeiten um der Nahrungsknappheit entgegen zu kommen - längst gibt es kein Getreide mehr, nur Mais wächst noch, ist auch vom Aussterben bedroht. Dazu brechen immer mehr Staubstürme über die Gegend herein, Asthma und andere Lungenerkrankungen sind die Folge.

Auf jeden Fall bietet das eine spannende Grundlage, als klar wird, dass die Menschheit nur lange genug zu überleben versucht, bis ein anderer Plant gefunden ist, auf den sie umsiedeln kann. Involviert wird Cooper, als seine Tochter Murph einen "Geist" in ihrem Zimmer bemerkt, der Bücher aus ihrem Regal wirft. Sie entschlüsselt die Regelmäßigkeit der fallenden Bücher als Morsecode. Cooper entdeckt in ins Zimmer wehenden Sand schließlich Koordinaten, die ihn und Morph zu einer höchst geheimen Anlage führen.
Ab hier wurde es zum ersten Mal ein wenig seltsam. Die Antwort auf diese Ereignisse ist in "Interstellar" nicht 42, sondern immer "Gravitation" - alles im ersten Moment Seltsame wird mit "Gravitation" beantwortet. Irgendwelche Wesen seien existent, die diese Botschaften mittels Gravitation senden würden und ein schwarzes Loch im Sonnensystem platziert haben, um das Erreichen sonst unerreichbarer bewohnbarer Welten zu ermöglichen.

Cooper wird als Pilot angeheuert und lässt eine zutiefst verbitterte Morph zurück, um sich auf eine Jahre dauernde Reise zu begeben, die der Menscheit das Überleben sichern soll. Mit dabei sind unter anderem Amelia und TARS. TARS, ein erstaunlich wandlungsfähiger Roboter, ist mein absoluter Favorit. Er soll unter anderem von wissenschaftlicher Unterstützung sein, wurde jedoch auch auf menschliche Eigenschaften wie Humor und Aufrichtigkeit (diese liegt bei nur 90%, da 100% Aufrichtigkeit im Umgang mit intelligenten Lebewesen nicht immer klug seien) programmiert, was so manches Mal für Erheiterung sorgt. Irgendwie habe ich allerdings die ganze Zeit erwartet, dass er Cooper in den Rücken fällt, da am Anfang des Films der Hinweis aufkommt, dass es oft Probleme mit der Software gebe, die diese veralteten Maschinen unberechenbar mache.

Die Reise dauert Jahre - zunächst kostet es über zwei Jahre, um zum schwarzen Loch zu gelangen - dargestellt als Kugel, nicht als Loch, und nach dem Durchtritt ist kein Kontakt mehr zur Erde möglich, nur noch von dort. So werden Botschaften übermittelt - nur Morph weigert sich beharrlich, mit ihrem Vater zu reden.
Der erste als bewohnbar infrage Planet befindet sich so nah am schwarzen Loch, getauft Gagantur, dass es zu einer Verzerrung der Raumzeit kommt. Was dort Minuten sind, sind auf der Erde Monate und Jahre. Der Planet selber ist etwas langweilig dargestellt, nichts besonderes in seiner bildlichen Darstellung - dennoch erwartet Cooper und Brand hier eine böse Überraschung, die sie mehr als nur einige Minuten Aufenthalt kosten. Auf der Erde vergehen Jahrzehnte. Als sie an Bord des im Orbit gebliebenen Schiffes zurückkehren und sich die über Jahre gespeicherten Nachrichten ihrer Verwandten ansehen, wurde der Film zum ersten Mal auch für mich emotional. Sehr gut ist außerdem, dass ab jetzt auch ein zweiter, auf der Erde spielender Handlungsstrang wirklich aufgenommen wird, in dem die nun erwachsene Morph, die Wissenschaftlerin geworden ist, eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Weiter möchte ich aufgrund von Spoilern auf die Story nicht eingehen. Allgemein ist sie an den meisten Stellen recht schlüssig und klar zu verfolgen. Gegen Ende wird es allerdings einmal ein wenig sehr abstrus und auch eine halbherzige und nicht gerade zufriedenstellende Erklärung zum Thema "Gravitation" erfolgt. Das ist schade, zumal der Film wirklich lange braucht, um in Fahrt zu kommen und sehr vielversprechend beginnt.

Die Bilder sind - besonders im Kino - wirklich beeindruckend. Seien es Gagantur oder Bilder eines Planeten. Ebenfalls passender Sound, und, was ich dem Film sehr hoch anrechne, wenn etwas im All zerstört wird oder vorbeifliegt, geschieht das komplett ohne Ton. In anderen Filmen gibt es die gigantischsten Spezialeffekte an Feuer und Ton - dieser Film verzichtet alles sowas und bleibt damit näher an der Realität.



Dies ist definitiv ein Film, der sich lohnt. Hier und da zwar etwas langatmig, die eine oder andere Erklärung wird sich zu einfach gemacht und wie oben bereits erwähnt wird es einmal auch total abstrus. Dennoch ein toller Gedanke, gute Umsetzung, gute Schauspieler - hier ist ein Kinobesuch nicht nur für Sci-Fi-Fans empfehlenswert.
Damit vollkommen verdiente fünf von fünf Skulls.


Viel Spaß beim Schauen :)




Kommentare:

  1. Ich hab bei mir vier von fünft Sternen gegeben, weil ich das Ende irgendwie merkwürdig fand. Ich konnte den Erklärungen nicht mehr ganz folgen. Aber im Übrigen stimme ich dir absolut zu!
    http://dieeulenpost.de/im-kino-interstellar/

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  2. Ganz toll! Wieso habe ich so lange gewartet? Bei uns läuft der jetzt nicht mehr =(. Wird dann wohl auf BlueRay einziehen.

    LG
    Anja

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