Seiten

Donnerstag, 8. Januar 2015

Buch - "Verhext" von Kevin Hearne

Klick zum Verlag!




Titel: Verhext
Reihe: Die Chronik des Eisernen Druiden - Band 2
Autor: Kevin Hearne
Genre: Fantasy
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 362
Preis: 16,95 € (Broschiert)
-> Amazon

»Man braucht nur einen Gott zu erschlagen, schon wollen alle mit dir reden.«

Der Druide Atticus will nur eines: seine Ruhe haben vor all den Göttern, Hexen und Feen. Aber dieser Wunsch bleibt ihm verwehrt – denn in Tempe, Arizona, wütet ein neuer Hexenclan, der den einst so friedlichen Landstrich mit schmutziger Magie überzieht.
Nachdem Atticus in Notwehr eine hohe Gottheit getötet hat, wollen plötzlich alle etwas von ihm. Am ärgsten macht ihm der ortsansässige Hexenorden zu schaffen. Kurz bevor er mit ihnen einen Friedenspakt schließen kann, taucht auch noch eine ganze Heerschar neuer Hexen in Arizona auf. Ihre dunkle Vergangenheit reicht bis zurück in den Zweiten Weltkrieg. Zum Glück hat Atticus ein magisches Schwert und einen Vampir-Anwalt …

Quelle: Verlagsseite 



Nachdem Atticus sich seines Erzfeindes entledigt hat, stehen Götter, Hexen und andere Kreaturen Schlange, um seine Dienste zu beanspruchen. Ziemlich ätzend, wenn man eigentlich nur seine Ruhe haben will. Mit seiner Auszubildenen und dem Wiederaufbau des zerstörten Waldgebiets hätte er ja eigentlich genug zu tun. Aber plötzlich ist ein neuer Hexenzirkel in der Stadt und geht einen Schritt zu weit, als sie sich an den Freunden von Atticus vergehen.

Der erste Teil der Reihe "Gehetzt" überzeugte durch eine rasante, actionreiche Story mit Witz und coolen Charakteren. Da musste ich mich direkt auf den zweiten Teil stürzen und habe ihn fast genau so verschlungen. Das Tempo erreicht wieder sofort ein hohes Level und beginnt mit der Handlung wenige Tage nach Band 1. Alleine auf den ersten 30 Seiten gibt es gleich 2 Mordversuche an Atticus und die Ereignisse überschlagen sich plötzlich. Nicht nur, dass sich nun auch noch Götter aus anderen Kulturen einmischen - wie der listige Coyote - auch Werwölfe, Hexen, Dämonen und Vampire mischen wieder mit. Jede Partei braut ihr eigenes Süppchen und Atticus steh genau dazwischen. Das gibt genügend Potential für weitere Bände, die thematisch bereits angeschnitten und vorbereitet werden. So bekommt man zeitig Lust auf mehr.

Der Stil ist frech, frisch und verführt einen dazu, die Seiten aufzusaugen. Atticus outet sich immer wieder als kleiner Nerd und bringt den Leser mit seiner Art oft zum Schmunzeln. Seine Diskussionen mit Oberon, seinem vampirischen Anwalt und den Werwölfen sind witzig und lockern alles ungemein auf. Die meisten Charaktere werden einem direkt sympathisch oder wirken zumindest sehr interessant auf den Leser.

Trotzdem ist ein großer Knackpunkt wieder die fehlende Tiefe der Story. Der Roman erinnert an einen gut konstruierten Actionfilm mit Fantasyelementen. Man hetzt einfach mal von Kampf zu Kampf. Ist das eine Problem gelöst, wartet irgendwo das nächste. Und manchmal wirkt es so unnötig, weil es die Story an sich nicht weiter bringt. Hauptsache man hat ein neues Wesen und neue Action eingebaut. Die Geschichte lebt durch diese Höhepunkte, aber alles drum herum geht echt verloren.
Wieder erfährt man nicht die Masse über Atticus und die Handlung mit seiner Azubine war mir auch viel zu oberflächlich. Auch über die Art der Ausbildung hätte ich gerne mehr erfahren. Einzig die Morrigan bekam einiges an Tiefgang und wurde für mich zu einem spannenden Charakter, deren Entwicklung ich gerne verfolgen werde. Der heimliche Held ist wieder Oberon, der Irische Wolfshund. Er ist einfach so niedlich und würzt die Handlung mit seinem eigenen Charme. Man kann es ganz schlecht beschreiben. Man muss die Interaktion zwischen Oberon und seinem Herrchen einfach erleben.

Interessant ist auch, dass nun immer mehr Handlungstränge aufkommen und Zusammenhänge zwischen den Charakteren schaffen. Ich glaube, irgendwann weiß man gar nicht mehr, wer eigentlich auf welcher Seite steht und gegen wen vorgeht. So verstrickt sich Atticus auch immer tiefer in das Spiel der Götter.
Dadurch wirkt das Buch aber auch sehr voll. Andauernd tauchen neue Figuren auf und man weiß nicht, ob sie für den späteren Verlauf eigentlich wichtig sind oder nicht. So geht ihnen allen viel Tiefe verloren. Schön wäre es vielleicht 1-2 Handlungsstränge zu streichen und dem Rest dafür etwas mehr Detail zu geben. Charakterentwicklung findet man hier wirklich nur begrenzt.
Auch die bösen Hexen zeichnen sich nicht wirklich aus. Sie fallen nicht auf, handeln sehr indirekt und man entwickelt gar kein Feindbild. Wie schon im ersten Teil, empfand ich den Endgegner als nicht sehr bedrohlich. Wobei der Kampf deutlich spektakulärer war.
Auch bleiben die mystischen Wesen, so wie ihre Fähigkeiten, sehr schwammig. Man hat zwar andauernd irgendwelche Kreaturen vor sich, aber was die eigentlich können und ausmacht, bleibt doch leider sehr oberflächlich. Auch die Mythologien werden alle nur angekratzt, dafür wird sich aber aus jedem Pantheon bedient und ein buntes Potpourrie gemischt. Für Leser, die sich für Mythologie interessieren, ist das durchaus spannend.

"Die Chroniken des Eisernen Druiden" ist eine spannende, actiongeladene, humorvolle Reihe. Allerdings lebt sie eben nur von dem Witz und den Spannungsmomenten. Wer sich darauf einlassen kann, dass es manchmal recht oberflächlich ist und sich daran nicht stört, kann kurzweiligen Lesespaß erleben, der einen wirklich gut unterhält. Ich zumindest habe meine Freude mit Atticus und Oberon und werde ihnen gerne weiter folgen.

Von mir 4 von 5 Skulls!


Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. 




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen