Seiten

Dienstag, 13. Januar 2015

Buch - "Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel" von Eli Brown




Titel: Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel
Autor: Eli Brown
Genre: Piratenroman
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 384
Preis: 19,99 Hardcover
-> Amazon
Der junge Koch Owen Wedgwood sieht sich vor eine unmögliche Wahl gestellt: Auf ein Piratenschiff entführt, kann er entweder jeden Sonntag ein Gourmet-Menü für die Kapitänin Mad Hannah Mabbot zaubern oder mit den Haien um die Wette schwimmen. Doch an Bord gibt es kaum geeignete Zutaten. Um an die heranzukommen, muss er sich wohl oder übel mit der eigenwilligen Crew auseinandersetzen – und die hält so einige Überraschungen für ihn bereit. 

Quelle: Verlagsseite


Johohoooo und ne Buddel voll Rum! Ein Piratenroman! Wer kann da schon widerstehen?

Owen Wedgwood hat als Koch für einen Lord ein relativ angenehmes Leben, das schlagartig aus den Fugen gerät, als Mad Mabbot und ihre Crew das Anwesen stürmen. Plötzlich muss Wedgwood nicht nur um sein Leben kochen und sich mit außergewöhnlichen Zutaten auseinandersetzen, sondern auch lernen, dass sogar schreckliche Piraten ein Herz haben. Gemeinsam mit der Crew von der Flying Rose begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise nach China auf der Jagd nach dem legendären Fox.

Ich musste ehrlich gestehen, dass schon der Titel mein Interesse geweckt hatte. Ich finde ihn einfach nur grandios und da schaut man doch gerne zweimal hin. Das hübsche Cover dazu und der Klappentext verzauberte mich dann entgültig und ich musste dieses Buch einfach lesen.
Die Handlung steigt sehr flott ein mit dem Überfall von Captain Mabbot auf das Anwesen. Wedgwood, der seit dem um sein Leben fürchten muss, notiert alles wie in einem Tagebuch. Die Zettel versteckt er in seiner Zelle, um sie später nutzen zu können, falls Mabbot geschnappt wird und vor Gericht kommt. Durch diesen Tagebuchstil ist man sehr nah an Wedgwood. Er schweift mal ab, erzählt von Erinnerungen oder was ihm gerade so auf der Seele liegt. Das ist aber ganz süß und so lernt man ihn wirklich gut kennen und schätzen. Generell hat der Autor einen wunderbaren Ausgleich zwischen Spannung, Action und ruhigen Momenten gefunden. Die Gespräche beim Essen zwischen Mabbot und Wedgewood dienen sowohl dem Koch als auch dem Leser dazu hinter die Fassade der harten Piratin zu blicken. Außerdem werden immer wieder charmante Kleinigkeiten eingebaut.


Wedgewood ist nicht der typische Held. Wohlerzogen, ein kleiner Angsthase und zu Beginn etwas moppelig. So verkriecht er sich eher hinter einem Fass, anstatt aktiv im Kampf einzugreifen. Aber er macht eine ganz krasse und glaubhafte Entwicklung durch und es ist wirklich spannend, das zu verfolgen. Mit jeder Seite wurde er mir eigentlich sympathischer und wurde am Ende doch ein richtiger Held mit einem unglaublichen Abenteuer.
Auch die anderen Charaktere überzeugen sofort. Hannah Mabbot hatte mich direkt in ihren Bann gezogen. Einerseits ist sie grausam, kalt und hart. Auf der anderen Seite liebt sie Bücher, gutes Essen, gute Unterhaltungen und liebt ihren Sohn und ihre Mannschaft. Ihre Motive sind gut und nachvollziehbar und machen sie zu einer dunklen Heldin. Auch ihre Mannschaft ist ein Haufen bunter Vögel. Sie sind schräg und haben alle ihre Eigenarten, die einen meist zum Lachen bringen. Besonders Mr. Apples, die rechte Hand des Captains, hatte es mir angetan. Der Riese, der gut zu schlagen kann, präzise an den Kanonen ist und in seiner Freizeit strickt! Das war einfach so schrill, dass man ihn mögen musste.

Der Stil ist altertümlich und doch voller Humor. Wedgwood kommt aus gutem Hause und schreibt demnach auch so. Seine Wortwahl ist recht ausschweifend und hochgestochen. Das muss nicht jedem gefallen. Ich fand es toll und wirklich passend. Eine andere Sprache vor dem historischen Hintergrund wäre nicht richtig gewesen. Ein klasse Gegenpol bildet dazu die Sprache der Piraten, die natürlich manchmal etwas derber sind und Sprüche raus hauen. Gerade auch dadurch entsteht eine einzigartige Komik, die etwas vom "Fluch der Karibik"-Charme hat. Ich musste oft genug schmunzeln.
Man merkt auch recht schnell, dass Eli Brown ein Auge für Details hat. Alleine die Beschreibungen, wie Wedgwood kocht und die Rezepte müssen viel Arbeit gewesen sein. Ich frage mich, ob man die Rezepte wohl aufschreiben und nachkochen könnte. Wäre bestimmt eine Herausforderung! Auch die Liebe zu den Charakteren merkt man deutlich, da sie alle was besonderes sind und nicht von der Stange.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es Leser gibt, die sich an der seitenlangen Ausarbeitung über das Kochen stören, da es an sich ja nicht die Handlung voran bringt. Ich fand, es hielt sich gerade noch in Grenzen. 

Der Roman ist in sich komplett abgeschlossen und es wird wohl - leider - keinen weiteren Teil geben.
 
Dieses Buch sollte man nicht hungrig lesen! Brown schafft es, dem Leser mit seinen Piraten Appetit zu machen. Von solchen Büchern will man mehr! Spannung, eine ausgetüftelte Story, bunte Charaktere und eine Prise Humor machen diesen Roman zu einem echten Leckerbissen. Da sollte man schnell zubeißen!

Von mir 4 von 5 Skulls!

Ich bedanke mich beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen