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Dienstag, 27. Januar 2015

Buch - "Crossover - Es wird dich verändern" von Fred Ink



Titel: Crossover - Es wird dich verändern
Autor: Fred Ink
Genre: Horror/Thriller
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 253
Preis: 2,99 € (eBook) / 9,90 € (Taschenbuch)
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Sechs Menschen kommen in einem verfallenen Laborkomplex zu sich. Sie erinnern sich an nichts, aber eines ist klar: Etwas ist gewaltig schief gelaufen. Mutierte Affen bevölkern die Korridore, draußen streifen riesige Kreaturen umher. Auf der Suche nach dem Weg zurück muss die Gruppe ums nackte Überleben kämpfen. Die außergewöhnliche Situation führt dazu, dass jeder von ihnen einen extremen Wandel durchlebt. Und allmählich wird klar, dass die größte Gefahr von einem der ihren ausgeht …




Meine Meinung (fast ohne Spoiler):
„Crossover“ ist in mehrfacher Hinsicht ein passender Titel für die Geschichte, denn nicht nur inhaltlich, sondern auch beim Genre kommt es zu einem „Crossover“: Elemente aus Horror, Thriller, SciFi und auch Fantasy werden verwendet und ergänzen sich meiner Meinung nach sehr gut. Obwohl die Geschichte am ehesten dem Horror und vielleicht mit Abstrichen dem Thriller-Genre zugeordnet werden kann, bietet die Geschichte noch wesentlich mehr als "nur" Horror oder "nur" Thriller und ist meiner Meinung nach auch bestens für erwachsene Leser anderer Genres wie etwa Fantasy geeignet.

„Erwachsen“ ist ein weiteres Stichwort, denn die Horror- und Gore-Passagen kommen nicht zu kurz. Ein robuster Magen und ein Herz, das den ein oder anderen Schocker vertragen kann, sind daher unverzichtbar. Fred Ink nimmt wie stets kein Blatt vor den Mund.

Während sein Thriller „Uppercut“ mehr ‚straight forward` dem Plot gefolgt ist und ‚nur‘ eine Hauptperson behandelt hat, geht es bei „Crossover“ in die entgegengesetzte Richtung: Viele verschiedene Charakter werden vorgestellt und was als nächstes passiert, ist fast nie gewiss.

Diese verschiedenartigen Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail und sehr plastisch gestaltet worden, sodass man trotz der actionlastigen Handlung einiges von ihnen erfährt. Sie wirken einzigartig und heben sich deutlich voneinander ab, was man schön an ihren Werten und Meinungen sieht. Dennoch müssen sie in der Notsituation, in der sie sich befinden, irgendwie miteinander klarkommen, sodass sich wacklige Allianzen bilden, von denen niemand weiß, ob und für wie lange sie halten.
Die Charaktere und ihr Umgang mit der Situation sind ein großer Pluspunkt des Buches, der dazu führt, dass der Plot undurchsichtig und verschlungen bleibt. Wird ein Charakter den anderen verraten? Wie lange werden sie zusammenarbeiten? Werden sie sich früher oder später nicht doch an die Gurgel gehen? Wohin führt das Ganze? Diese Fragen tauchen ganz selbstverständlich durch die Eigenheiten der Charaktere auf und bieten neben der düsteren Umgebung und der Gefahren einen weiteren Punkt, der ordentlich Spannung aufbaut.

Auch das Setting allgemein ist neuartig und interessant. Es handelt sich nicht um eine klassische Fantasy-Welt, sondern – auf den ersten Blick – um eine verfallene Ruine, in der seltsame Affenmutationen Jagd auf die Helden machen, während außerhalb davon eine gänzlich unbekannte Welt mit noch größeren Gefahren lauert.

Noch ein kleiner Spoiler zum Ende: Wer, wie ich, vom sehr offenen, plötzlichen Ende von „Fünf Tode“ etwas … geplättet war, kann vielleicht mit diesem Ende besser klarkommen. Auch in „Crossover“ kommt es zu einem spektakulären und überraschenden Finale, doch fügt sich alles logisch ineinander und bildet einen runden, schönen Abschluss.

Das Aufdecken der eigenen Persönlichkeit, an die sich die Helden zunächst nicht erinnern, das klarkommen mit der Gefahrensituation und der fremden Welt, die Rivalitäten und Feindschaften untereinander – all das sorgt in jeder Szene für Spannung und macht aus dem Buch tatsächlich einen echten Page-Turner.

Als Sahnehäubchen gibt es Fred Inks einmaligen Schreibstil, der frisch und unverbraucht die Geschichte transportiert, Atmosphäre schafft, wo sie nötig ist, und gewährleistet, dass die Action schnell und nachvollziehbar bleibt. Obwohl mich sein Stil stets durch die eigene Note positiv überrascht hat und ich schon früh Gefallen daran gefunden habe, hat sich die Ausdrucksweise im Vergleich zu vorherigen Büchern sogar noch verbessert. Einige Stolpersteine und Kanten, die mich gelegentlich rausgebracht haben, sind mir hier nicht länger aufgefallen, sodass zwar die Originalität bleibt, es sich insgesamt aber leichter und runder liest. Eine kleine, aber feine Verbesserung also auch im Stil von Fred Ink.


Alles in allem kann ich eine vollkommene Kaufempfehlung für Horror- und Thriller-Liebhaber aussprechen, aber auch für alle anderen die mit blutigeren Passagen und einem morbiden, skurrilen Setting gut klarkommen. Die Charaktere und die Welt sind einzigartig und interessant, der Plot abwechslungsreich und stimmig. Das alles wird außerdem mit einem ungewöhnlichen, frischen Stil erzählt. Volle Punktzahl von mir!




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