Seiten

Mittwoch, 12. November 2014

Film - "Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth" von Wes Ball







Titel: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth
Originaltiten: The Maze Runner
Genre: Dystopie
Regie: Wes Ball
Cast: Dylen O`Brien, Thomas Sangster, Kaya Scodelario, Aml Ameen u.v.a.
Länge: 113 Minuten
FSK: 12


Eines Tages wacht Thomas (Dylan O'Brien) in einem Aufzug auf, aber das einzige, woran er sich erinnern kann, ist sein Vorname. Seine gesamten restlichen Erinnerungen sind verschwunden. Er stellt fest, dass er nicht allein ist: Als sich die Aufzugtür öffnet, strömen weitere Teenager-Jungs auf ihn zu und begrüßen ihn. Der Ort, an dem er angekommen ist, nennt sich „die Lichtung“ und wird von einer großen Steinwand umschlossen. Genau wie Thomas wissen auch die anderen nicht, warum sie dort sind und wie sie dorthin gelangt sind. Sie wissen nur, dass sich jeden Tag große Türen in der Steinwand zu einem Irrgarten öffnen, der hinter den Mauern liegt. Nachts schließen sich die Türen wieder und alle 30 Tage wird ein neuer Jugendlicher mit dem Aufzug gebracht. Das ist zunächst alles, was Thomas in Erfahrung bringen kann. Als eines Tages ein Mädchen (Kaya Scodelario) den mysteriösen Ort erreicht, ist dies eine Sensation, denn sie ist das erste weibliche Mitglied der aus 60 Personen bestehenden Gruppe. Jeder einzelne hat eine bestimmte Aufgabe - einige werden ausgewählt, durch das Labyrinth zu laufen und den Verlauf der Mauern aufzuzeichnen. Doch im Irrgarten scheinen sie nicht allein zu sein...




Das nächste Jugendbuch, das dem Verfilmungswahn zum Opfer fiel. Zurzeit ist es ja wirklich in, Bücher (hauptsächlich Dystopien in letzter Zeit) zu verfilmen. Das kann gut gehen und einen richtigen Hype auslösen, wie Twilight und Panem beweisen, aber das kann auch nach hinten los gehen und unbemerkt im Sand verlaufen. „Vampire Academy“ und „Die Chroniken der Unterwelt“ sind Beispiele für Reihen, die nach dem ersten Teil eingestampft wurden, weil die Nachfrage zu gering war. Nun stellt sich die Frage, zu welcher Seite gehört „Maze Runner“?
Vorne weg will ich anmerken, dass ich das Buch nicht kenne und keine Vergleiche zur Romanvorlage ziehen kann.

Thomas wacht in einem Aufzug auf, der gerade in die Höhe schießt. Bei ihm befinden sich verschiedene Vorräte und ein Bär (Anmerkung: Bitte was hatte der Bär da zu suchen?). Oben angekommen wird er auf einer Lichtung von einigen Jungs als „Frischling“ begrüßt. Alle haben sie eines gemeinsam: Sie können sich nur noch an ihren Namen erinnern. Schnell wird Thomas klar, dass keiner von ihnen freiwillig dort ist. Die Gruppe muss zusammenhalten, um die Gefahren des Labyrinths, das sie umgibt, trotzen zu können. Ist Thomas’ Neugierde dabei Fluch oder Segen?

Der Film hat mich von der ersten Minute gepackt, denn es gibt keine lange Einführung. Gemeinsam mit Thomas schießt man in dem Aufzug nach oben und ist direkt in der Handlung. Während des ganzen Films über bleibt die Spannung auf einem sehr hohen Niveau. Gerade die Geräuschkulisse war gut inszeniert und hat mir die eine oder andere Gänsehaut über den Rücken gejagt. Das Rumpeln im Labyrinth und die Laute der Griever (schreibt man die so?) sorgen für eine bedrohliche Atmosphäre. Dann erwischt man schon ein paar Zuschauer, die erschrocken zusammen zucken. Gerade diese Stimmung machte den Film für mich sehr gut. Die Bedrohlichkeit der Situation schwebt eigentlich die ganze Zeit über den Jungs und es gibt keinen Moment, in dem man das vergessen kann. Dadurch ist die Anspannung sehr hoch.
Neben Spannung, viel Gerenne und Action bietet der Film aber auch ein paar Momente zum Schmunzeln. Als Theresa, das einzige Mädchen der Gruppe, dazu stößt, sorgt das natürlich für etwas Wirbel. Aber auch die Entwicklung der Charaktere und deren Platz im Gefüge der Gruppe sind interessant. Es gibt unter den Jungs eine Hierarchie und Regeln und daran muss sich gehalten werden. Gerät das ins Wanken, muss sich alles neu strukturieren. Für meinen Geschmack kamen diese Konflikte vielleicht noch etwas zu kurz, allerdings weiß ich auch nicht, wie viel Beachtung es im Buch bekommt und irgendwo muss man ja streichen.

Die Schauspieler waren für mich zum größten Teil unbekannt. Ich selbst kannte nur Thomas Sangstar, den Darsteller des Newt, weil ich ihn bereits in „Game of Thrones“ gesehen habe. Natürlich ist der Cast recht jung und erst zu Ende hin tauchen ein paar Erwachsene auf. Das tut dem Film aber keinen Abriss. Da ich noch keine Vorstellung von den Rollen hatte, fand ich sie alle sehr stimmig und passend. Obwohl der Mangel an weiblichen Rollen schon etwas eigenartig ist, aber an sich nicht stört. Theresa konnte eh noch nicht glänzen und die Jungs sind so verschieden und vielseitig, dass sie die Story gut ausfüllen.

Ab hier folgen Spoiler:
Überraschend war für mich das Ende. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass es eine Dystopie ist, aber nicht, dass es ein komplettes Endzeit-Szenario ist. Generell hat man zu Beginn nur sehr wenig Infos über den Hintergrund zum Labyrinth bekommen und am Ende gab es eine richtige Flut, die aber immer noch einige Fragen offen ließ. An sich hat mich diese Wendung echt überrascht, aber irgendwie fühlte ich mich doch etwas überrumpelt. Die Organisation W.C.K.D. (ausgesprochen "wicked", ausgeschrieben "Welt Chaos Katastrophen Department") ist für mich einfach nicht richtig greifbar. Man weiß einfach nicht,w as die eigentlich vorhaben und fühlt sich etwas an der Nase herumgeführt. Das kann aber auch daran liegen, dass mir der Kontext des Buches fehlte.
Ein großer Logikfehler war dieser Virus bzw. der Stich. Für mich sah die Krankheiten genau gleich aus, aber da die Kids gegen den Virus immun sein sollen, wäre es unlogisch, wenn die Griever den selben Virus verbreiten würden. Denn dann würde er die Jungs ja nicht befallen. Oder spritzen die Griever etwas anderes? Da bin ich echt etwas verwirrt zurück geblieben. So ein paar Infos hier und da mehr wären echt nett gewesen, gerade weil man eine Krankheit die ganze Zeit nicht auf dem Schirm hat. 
Ein weiterer Logikfehler: Oben in der Beschreibung wird von 60 Jugendlichen gesprochen. Seit 3 Jahren wird jeden Monat ein Jugendlicher auf die Lichtung geschickt. Das macht bei mir 36 Kids minus ein paar, die schon gestorben sind. Wo kommen dann die restlichen her? Und wie 60 wirkte es im Film nun auch nicht, aber da hat man eh nicht die Augen für alle. Da liegt der Fokus ja auf dem Prota und seinen wenigen Freunden. Trotzdem wundert es mich.



„Die Auserwählten im Labyrinth“ ist ein würdiger und spannender Auftakt zu einer vielversprechenden Reihe. Der Film überzeugt mit bedrohlicher Stimmung und gigantischen Bildern. Alles in allem macht er Lust auf die Bücher und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Filme. Teil 2 soll im September 2015 in die Kinos kommen.
Da ich bis dahin nicht warten will, gönne ich mir die Bücher.
Von mir 4 Skulls. 


Kommentare:

  1. Hey Du =)

    Das mit den Logikfehlern bzgl. der Anzahl der Jugendlichen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber eins kannst du mir glauben... ich habe das erste Buch gelesen und bin trotzdem nicht viel schlauer als du. Man erfährt auch im Buch sehr wenig über die Hintergründe und vor allem die Organisation, die dahinter steckt.
    Ich muss zugeben, dass ich etwas enttäuscht vom Film war, weil einfach wieder entscheidende Details abgeändert wurden. Allerdings bin ich auch ein Fan des Endes. Das ist ganz gut gelungen.
    Bin gespannt was du zu den Büchern sagst =)

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na, das ist ja sehr beruhigend :D
      Ich denke, dass es meistens besser ist, erst den Film zu sehen und dann das Buch zu lesen. Dann kann einen das Buch noch mal mehr begeistern.
      Bei Panem habe ich erst die Bücher gelesen und ich finde die Filme schrecklich :(
      Allerdings will ich bei Maze Runner nun unbedingt wissen, wie es weiter geht!
      Und ja, mir ist klar, dass man die meisten Bücher nicht mal eben so filmisch umsetzen kann.

      Löschen
    2. Immer wieder schön mal jemandem zu begegnen, der die Panem Verfilmung auch nicht als das non plus ultra ansieht. Nachdem ich die Trilogie buchtechnisch verschlungen hatte und der erste Film ins Kino kam, saß ich nach dem Ende noch gefühlte Stunden im Kinosessel und konnte nicht glauben wie man die Geschichte so massakrieren konnte (schreibt man das so? ^^). Ich habe selten einen dermaßen emotionslose Verfilmung gesehen. Man muss aber sagen, dass sich die weiteren Filme leicht gebessert haben =)

      LG
      Anja

      Löschen
    3. Also ich mag die Panem Filme gar nicht. Mein Freund kannte die Bücher nicht und fand den ersten Film ganz gut. Den zweiten hat er noch gar nicht gesehen. Ich hab beim zweiten einfach mal das Zimmer verlassen und Wäsche ausgehangen und so Sachen. Da sieht man schon, wie spannend ich den fand :D

      Löschen
  2. Vorsicht, ich behandle auch mal die Spoiler! ;)
    Zwar hatte ich kein Problem mit dem Ende an sich, denn es ist ja doch sehr offen, soll überraschen und die Fragen "Was will Wicked überhaupt? Was haben die vor?" ist ja gerade der Cliffhanger, der er sein soll und der dazu verleitet, auch den zweiten Teil sehen zu wollen. Insofern war ich schon gut überzeugt von dem Ende, es SOLL ja offen und unklar sein - und das gelingt ihm ganz offenbar.
    Das mit der Krankheit hat mich auch sehr gestört. Das habe ich auch nicht verstanden. Ich hoffe, das wird im Buch noch aufgeklärt, denn das wäre schon ein großer Schnitzer, wenn gerade die, die immun sind, im Labyrinth von der Krankheit befallen werden sollen, diese sich aber von Infizierten nicht - wie offenbar in der echten Welt - weiter überträgt. Da passt so einiges nicht zusammen.
    Auch das Gesamtkonzept hat mich noch nicht überzeugt. Geht man davon aus, dass WCKD wirklich ein Gegenmittel entwickeln wollen, scheint mir das Labyrinth nicht einmal annähernd eine gute Lösung! :D Alle, die immun sind, erforschen wir dadurch, dass wir sie umbringen? Klingt eher nach einer schwachen Begründung, um das coole Konzept des Labyrinths umsetzen zu können. Ich hoffe, das wird auch noch geklärt - und zwar logischer ;)
    Wie gesagt werde ich mir die Bücher auf alle Fälle mal angucken. Dahingehend hat der Film also sein Ziel erreicht :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja, ein paar mehr Infos wären ja schon sinnvoll gewesen und hätten nicht zu viel verraten. Gerade eben das mit dem Virus. Das gehört ja für mich zu W.C.K.D.. Irgendwie blöd gelöst. Und eben weil man nicht weiß, warum man die da eingeschlossen hat, finde ich es recht unbefriedigend. Denn wie du schon sagst, aus aktueller Sicht, macht es kaum Sinn, die Immunen in eine Todesfalle zu sperren. Naja, wir sind gespannt.

      Ich hab übrigens gehört, dass W.C.K.D. im Buch ANGST heißt. Weiß wer, ob das stimmt? Allein die Veränderung fänd ich krass. "Angst ist gut" klingt nämlich schon ganz anders als "Wicked ist gut."

      Löschen
    2. Dass das nicht stimmig ist, da gebe ich dir ja voll und ganz recht ;) Aber die offenen Fragen sind ja gerade die Essenz, auf die ein Cliffhanger aufbaut. Ob man jetzt Cliffhanger mag oder nicht, ist ja eine ganz andere Frage ^^ In diesem Fall fand ich dieses Ende allerdings deutlich besser als: "Oh, wir sind draußen, yeah! Fertig." Oder tatsächlich: "Ja, wir wollten euch nur testen." Denn es steckt ja offenbar noch mehr dahinter ^^

      Ach, echt? Stimmt, im Buch heißt es ANGST. Im Film sagt ein Charakter mal, dass sie "viele Jungen an die Angst verloren haben". Das hat für mich nicht soviel Sinn gemacht, aber kann natürlich sein, dass da ein Übersetzer geschlampt hat...?
      Allerdings find ich die Veränderung von "Angst ist gut" zu "Wicked ist gut" jetzt nicht so krass, wenn man's übersetzt und nicht als Eigennamen sieht. Eigentlich sogar sehr passend. Denn bei "Wicked ist gut" ist ja sofort klar, dass Wicked ein Eigenname ist. Bei der Übersetzung gilt das nicht ;) Und "Angst ist gut" kann man ja auch gut als Parabel zur Geschichte sehen: ängstlich auf der Lichtung leben oder den Fluchtversuch im Labyrinth unternehmen.

      Löschen
    3. Eben wegen der Parabel fänd ich Angst um Längen besser :)

      Löschen
  3. Gott sei dank habe ich den Film schon vorbestellt ;-) den nach den Büchern und nun nach dieser Rezi kann er nur gut sein.
    Alles in allem gebe ich dir Recht, das der Hype der Dystopieverfilmungen derzeit wirklich wohl der neue Boom zu sein scheint und auch bei deinen Kritiken an den anderen Buchverfilmungen bin ich deiner Meinung.
    Vielleicht sollte ich auch mal eine Filmrezi machen? Die Idee hierzu ist nicht schlecht, danke.

    LG und noch einen schönen Restsonntag,
    Nicole

    AntwortenLöschen