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Mittwoch, 5. November 2014

Buch - "Wie Monde so silbern" von Marissa Meyer

entnommen bei carlsen.de





Titel: Wie Monde so silbern
Autor: Marissa Meyer
Genre: Märchen, Fantasy, Sci-Fi
Verlag: Carlsen
Seiten: 416
Preis: 12,99€ (eB) / 18,90€ (HC) / 13,95€ (Hörbuch)

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Die Beschreibung:
Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht Kai ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh …

Die Rezension:
Das Buch konnte mich nie wirklich reizen. Der Klappentext klingt klassisch langweilig, weshalb mein Interesse an Rezensionen recht gering war. Es hat mich einfach nicht weiter interessiert. Wenn mir aber jemand mal gesagt hätte, dass Cinder ein Cyborg ist, hätte ich sofort zugegriffen. 

Es beginnt mit einer Demontage. Cinder schraubt sich ihre, seit Jahren zu kleinen, Fuß ab und wartet auf einen neuen. In der Zwischenzeit bekommt sie Besuch von Kai, dem Prinzen von Neu-Peking. Er hat einen Auftrag für die beste Mechanikerin des Landes und kann es kaum glauben, dass dies Cinder sein soll.
Wieder zu Hause, muss sie für ihre Stiefmutter/ ihren Vormund eine Reparatur erledigen, die sie mit ihrer Stiefschwester auf den Schrottplatz führt. Dort erkrankt diese an der blauen Pest, einer Krankheit, die unweigerlich zum Tod führt. Cinder ist völlig aufgelöst, ebenso ihr Vormund, weshalb sie beschließt, Cinder zur Forschung anzumelden. Seit einer Weile werden Cyborgs zu einberufen, um dabei zu helfen, die blaue Pest zu besiegen. Bisher wurde noch nichts erreicht, bis auf einen Berg von Leichen. Cinder sieht ihrem Ende entgegen. 

Der Anfang hat mir schon sehr gut gefallen. Man ist direkt mittendrin in einer Welt, die sich durch ihre vielen Facetten nicht so leicht zuordnen lässt. Vieles wird eingeführt, der Leser neugierig gemacht. Aber es bleiben auch viele Fragen offen, bei denen man hofft, eine Antwort zu bekommen. 
Cinder als Cyborg fand ich richtig cool und war sofort gefesselt. Es ist ein interessantes Detail, in einem fast ausgelutschten Thema. 

Die Charaktere sind klasse, alle sehr individuell und liebevoll gestaltet.
Cinder hat es schwer im Leben, versucht es aber leichter und mit Humor (oder eher Sarkasmus) zu nehmen. Seit einiger Zeit schmiedet sie Fluchtpläne und sieht sich ihrem Ziel zum Greifen nahe, als sie ein altes Auto auf dem Schrottplatz findet. Als Mechanikerin hat sie es wirklich drauf, was aber auch an ihren mechanischen Körperteilen liegt, von denen niemand etwas wissen soll, am allerwenigsten Kai.
Er war mir, wie Cinder, gleich sympathisch. Er hat seine Meinung, gibt sich stark, ist aber oft unsicher, gerade wenn es um Luna geht. Man hat das Gefühl, dass er gern normal sein würde. Auch merkt man gleich, dass Cinder es ihm angetan hat, er kann einfach nicht aufhören, sie zum Ball auszufragen. Gegen Ende verliert er aber viel von seiner Sympathie. 
Wirklich toll fand ich noch die Androidin Iko und Dr. Erland (vermutlich wegen des witzigen Akzents). Iko ist quasi Cinders Freundin und weiß (neben ihrer »Familie«) als einzige von deren Cyborgteilen. Dr Erland ist eigentlich ein richtiger Arsch, aber irgendwie mochte ich ihn. Er ist kalt, zeigt aber auch mal ein Gewissen und macht sich gern einen Spaß aus Cinder. 

Insgesamt bilden die Charaktere eine bunte Mischung, bei der es Spaß macht, mehr über sie zu erfahren. Gut fand ich auch, dass die Liebesgeschichte sich langsam entwickelt, dabei das Buch aber nicht dominiert. Die blauen Pest, sowie Levana stehen genauso im Fokus wie Kai und Cinder. Es war schön zu hören, dass die Autorin (vermutlich) richtig Spaß an ihrem Buch hatte und nicht nur Cinderella abhandeln wollte. 

Der Stil hat mir gut gefallen. Es ist ganz spannend aufgebaut, allein schon wegen der wirklich tollen Mischung aus Märchen und Sci-Fi. Man will einfach wissen was Sache ist. Aber man fiebert auch schnell mit Cinder mit und will, dass sich alles zum Guten wendet. Auch wenn es eigentlich klar war, was die große Enthüllung sein würde, konnte mich das Hörbuch problemlos fesseln.

Zur Sprecherin:
Die Sprecherin Vanida Karun war gut gewählt und hat Cinder meiner Meinung nach sehr gut verkörpert. Die Stimme passt zur Figur und die wirklich gute Betonung lässt das Buch lebendiger wirken, als bei manch anderen Sprecherinnen. Auch in Dialogen weißt sie einige Facetten auf. Am besten gelungen ist ihr aber eindeutig der Professor wegen seinem Akzent. Ich würde definitiv wieder etwas von ihr hören!

Die Idee hat mich wirklich schnell überzeugt. Wie erwähnt ist die Welt an sich schon ziemlich genial. Wir haben verschiedene Einflüsse, zum Teil wirkt die Welt hochmodern, gleichzeitig aber auch veraltet und rückschrittlich. 
Nebenher wollte ich auch wissen, wieso Cinder so ist, wie sie ist. Im Verlauf des Buches wird das zum Glück näher beleuchtet. Auch die Problematik mit der blauen Pest und die Bedrohung durch die Lunarier fand ich spannend. Die Lunarier leben auf dem Wort und haben die Fähigkeit andere nach ihrem Willen zu beeinflussen. Sie können ganze Völker unterwerfen, wenn sie es wollen. Genau das scheint auch die derzeitige Königin von Luna, Levana, mit der Erde zu beabsichtigen. Seit Jahren bemüht sich Kais Vater um einen Friedensvertrag mit Luna, doch Levana will dem nur zustimmen, wenn sie Kai heiraten kann. Eine verzwickte Situation, ohne passende Lösung. 

Das Ende war dann etwas vorhersehbar, da es einfach zu viele Hinweise gab. Es hat mich auch ein bisschen enttäuscht, aber das lag eher an den Personen. Insgesamt fand ich den Ausgang der Ereignisse aber sehr gelungen. Ich habe mich fast gefreut, dass die Autorin diese Richtung eingeschlagen hat. 
Es bleiben wie immer einige Fragen offen und ich bin auch ein bisschen traurig, da es im nächsten Band scheinbar nicht nur um Cinder gehen wird. Mal sehen, wie sich die Ereignisse entwickeln. Das Hörbuch habe ich aber schon. 

Fazit:
Ein wirklich tolles Buch, dass mich überraschen und überzeugen konnte. Wer auf unkonventionelle Neuerzählungen steht wird richtig Spaß damit haben! 

Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten!

euer Engelchen



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