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Mittwoch, 3. September 2014

Buch - "Das verbotene Eden - David und Juna" von Thomas Thiemeyer

entnommen bei weltbild.de





Titel: Das verbotene Eden – David und Juna
Autor: Thomas Thiemeyer
Genre: Fantasy/ Dystopie
Verlag: Pan
Seiten: 464
Preis: 14,99€ (eB) / 16,99€ (HC)
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Männer und Frauen.
Feuer und Wasser.
David und Juna.
 
Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen.
Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer … 


Gleich zwei Freundinnen haben mir das Buch empfohlen und eine hat es mir quasi aufgedrängt. Es wurde zu meinem Pflichtbuch im Juli und ich habe endlich geschafft, es zu lesen.

Es beginnt in einer völlig anderen Welt, in der sich Männer und Frauen feindlich gesinnt sind. Für die Frauen sind Männer Teufel und anders herum sind es Hexen. Die Geschlechter leben getrennt voneinander und es herrscht ein sehr wackliger Friede zwischen ihnen.
Bei einem Überfall der Männer eskaliert die Situation. Es wurde vereinbart, dass Männer einen bestimmten Teil der Vorräte erhalten dürfen und auch die Frauen wären ihnen zu Willen, alles ohne Gewalt, doch die Männer geben sich damit nicht zufrieden. Es wird immer schwerer am Frieden festzuhalten, auf beiden Seiten gibt es Leute, die den Krieg wollen. Erst war Juna dafür, doch dann fängt sie an, an den Beweggründen einiger Ratsherrinnen zu zweifeln.

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang etwas verwirrt war. Man landet in einer sehr gegensätzlichen Welt. Nach der Katastrophe haben sich die Frauen in die Natur zurück gezogen, sind eher spirituell und haben sich ein neues Leben aufgebaut. Die Kriegerinnen sind auf Pferden mit Pfeil und Bogen unterwegs. Die Männer sind wieder dem Glauben verfallen und für den Inquisitor sind die Frauen das reine Böse. Man bekommt den Eindruck, dass der »Hexenhammer« ihm wichtiger ist, als die Bibel. Die Heilige Lanze ist mit Feuerwaffen, Autos und Motorrädern ausgerüstet, sodass sie bei Angriffen eher die Nase vorn haben. Mal ist der Leser bei Juna im Wald, dann wieder bei David im Kloster. So richtig konnte ich die verschiedenen Welten nicht zusammenbringen, aber die Mischung ist dennoch richtig genial.

Die Charaktere gefielen mir gut, auch hat man die verschiedenen Ansichten bemerkt.
Juna gehört zu den Kriegerinnen. Sie ist stark, schnell, kampferprobt, eher ruhig und fühlt sich am wohlsten, wenn sie allein durch die Wälder streifen kann. Als Begleitung reicht ihr ihr Falke. Ein Bedürfnis, dass ihre Freundin Gwen nicht versteht. Juna ist nicht ganz zufrieden mit der Situation. Sie lebt gern mit Gwen zusammen, wobei es eher nach Bequemlichkeit, als nach Liebe klingt. Wenn sie ehrlich ist, weiß sie nicht einmal, was Liebe wirklich ist. Männern steht sie skeptisch gegenüber. Es sind Teufel und sie hat kein Problem, gegen sie zu kämpfen. Als sie aber auf David trifft, lässt er sie nicht mehr los und sie beginnt, einiges infrage zu stellen. 
David ist ein Mönch, der im Skriptorium arbeitet und als Außenseiter gilt. Er ist ruhig und verschlossen, weshalb er nur einen Freund hat. Doch ihm gefällt die Arbeit und meist ist sein Hund Grimaldi bei ihm. Er liebt die Bücher, doch eigentlich interessiert ihn die verbotene Abteilung noch mehr. Dort befinden sich Liebesromane, allerdings zwischen Mann und Frau. Das gilt als pervers, weswegen sie weggeschlossen werden. Sein Lieblingsbuch ist »Romeo und Julia«, welches später auch immer wieder auftaucht. Sein Freund Amon will ihn aber in der Heiligen Lanze haben. Weshalb er ihn zum Inquisitor bringt. Er ignoriert Davids Protest und so landet letzterer bei der Raffinerie. Dort trifft er auf den Konstrukteur und wird prompt entführt. 
Amon habe ich gehasst. Er ist ein Lügner und Fanatiker. Die Heilige Lanze steht bei ihm an erster Stelle und er ist der Liebling des Inquisitors. Nicht nur einmal hätte ich ihn gern aus dem Buch gezerrt und ihn geschlagen. Wobei er noch harmlos ist, wenn man sich den Inquisitor anschaut. Er kam mir schon fast wahnsinnig vor. Er führt einen persönlichen Rachefeldzug gegen die Frauen.

Der Stil ist in Ordnung und liest sich leicht. Die Geschichte wird abwechselnd mit Blick von Juna und David erzählt. Ich habe etwas gebraucht, um mich einzufinden, doch das lag auch an der wenigen Lesezeit die ich hatte. Danach ging es aber flott vorwärts und ich wurde von der Geschichte mitgerissen. Es herrscht eine greifbare Spannung zwischen den Geschlechtern, sodass man das Buch bald nicht mehr weglegen kann. 

Die Idee dahinter gefiel mir echt gut. Ein Virus hat die beiden Geschlechter zu Feinden gemacht. Sie haben sich angegriffen und schließlich kam es zur Trennung. Die Entwicklung nahm dann sehr gegensätzliche Richtungen an. Die Männer halten teils noch an Dingen aus der alten Zeit fest (Waffen, Fahrzeuge) fest und sind somit von alten Ressourcen abhängig, die Frauen haben sich davon gelöst und leben im Einklang mit der Natur. 
Diese Gegensätze fand ich, wie erwähnt, erst verwirrend aber echt genial. Eine krude Kombination, die viel für den Leser bereit hält. Auch die Geschichte und die Katastrophe wurde gut entwickelt und man konnte sich dann doch schnell zurecht finden. Man hat gemerkt, dass es nicht nur um David und Juna gehen sollte, sondern auch um das drum und dran. Wobei ich es ganz interessant fand, wie die beiden sich getroffen haben und wie sie sich dann veränderten. Sie mussten erkennen, dass das andere Geschlecht doch nicht so böse ist, wie gedacht.

Das Ende hat ebenfalls viel zu bieten. Man merkt vorher schon, dass es auf Krieg hinauslaufen wird und bald eskaliert es. Es ist spannend und actionreich und zeigt wieder deutlich, wohin Hass und Rache führen kann. Das Finale hat mir gut gefallen.


Eine interessante Idee wurde sehr gut in Szene gesetzt. Es treffen viele Gegensätze aufeinander und es macht Spaß, die Welt zu entdecken. Wer mal Lust auf ein ungewöhnliches Konzept hat, ist hiermit gut beraten.
Ich habe nur am Anfang etwas gebraucht, um einen Einstieg zu finden, bin aber gespannt, was Band zwei für mich bereit hält.

Von mir gibt es 4 von 5 Skulls

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