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Mittwoch, 13. August 2014

Serie: True Blood (Staffel 1)

Bildquelle: Amazon.de





Titel: True Blood
Genre: Fantasy
Preis: ab 10 Euro
Spieldauer: ca 636 Minuten (12 Episoden à 53 Minuten)

Die Welt weiß inzwischen, dass es Vampire gibt. Sie ernähren sich von synthetischem Blut, dem sogenannten True Blood. Dennoch sind sie in der Gesellschaft nicht gerne gesehen und werden gemieden. Als der Vampir Bill in die Bar Merlotte's kommt, in der die etwas naive und gutgläubige Kellerin Sookie arbeitet, fallen die Reaktionen der Menschen dementsprechend verhaltend bis ablehnend aus.

Kurz darauf rettet Sookie Bill das Leben - sie ist der Meinung, dass Vampire die gleichen Rechte wie Menschen haben sollten und nicht böse seien. Damit kommt eine Welle ungeahnten Ausmaßes ins Rolle und Sookie gerät ins Visier eines Serienmörders, der Frauen tötet, die Umgang mit Vampiren haben ...

Ich habe immer mal einzelne Folgen dieser Serie gesehen, aber nie irgendwie im Zusammenhang oder mehrere aufeinander folgende. Nun habe ich die Gelegenheit ergriffen, ganz von vorne mit Staffel eins anzufangen. Direkt mit den ersten Minuten fällt negativ auf, wie vorausschaubar die Serie ist. Der Vampir Bill kommt in die Bar in der Sookie arbeitet - sie kann übrigens Gedanken lesen, was ihre Aufgeschlossenheit Vampiren gegenüber erklären mag. Sie ist direkt interessiert an dem Vampir und bekommt mit, dass zwei Menschen ihm sein Blut abnehmen wollen, um es zu verkaufen - Vampirblut, kurz V, ist eine beliebte bewusstseinserweiternde Droge unter den Menschen.
Die schmächtige Kellnerin eilt zu Hilfe, prügelt zwei Menschen zu Boden und rettet den Vampir. Klar, dass kurz darauf sie von den beiden Menschen zusammengeschlagen wird und ... oh, Cliffhanger, Ende Folge eins ... Bill zu ihrer Rettung eilt.

Was brauchen Serien noch? Die beste Freundin - gibt es, Tara, Tochter einer alkoholkranken Mutter, die sehr rabiat ist und einen Job nach dem anderen hinschmeißt, weil sie einfach keinen Bock hat. Den Bruder - Jason, ein Frauenheld, der von einem Schlamassel ins nächste gerät und unter Mordverdacht steht, da er mit den im Laufe der Staffel ermordeten Frauen Kontakt hatte. Die Ältere, die man um Rat fragen kann - die "Omi" (grauenhafte Übersetzung, vermutlich geht es auf "Granny" zurück, klingt aber absolut bescheuert, wenn eine 25jährige und ihr drei Jahre älterer Bruder von ihrer "Omi" reden). Den Nebenbuhler - Sam Merlotte, der sein eigenes Geheimnis hat und an Sookie interessiert ist, es ihr allerdings nie sagt. Das Unbekannte - Vampir Eric, Vogt - einer, der das Sagen hat und der der Älteste in dem Bezirk ist - dem alle gehorchen und der seine eigenen Pläne mit Sookie hat, nachdem er Bills Interesse an der jungen Frau bemerkt. Und diverse neugierige, tratschende Nachbarn.
Zu den Charakteren eine Portion Drama, eine große Prise nackte Haut und Sex, fertig ist die Serie.
Naja, so einfach ist es nicht, aber so wirkt es. Tiefe ist oft vergeblich zu suchen. Seichte Story, zu voraussehbar, sehr klischeebelastet.

Die Charaktere sind wirklich gewöhnungsbedürftig. Sookie soll 25 sein, erfährt man im Laufe der Staffel. Vom Verhalten wirkt sie wie 19 oder 20. Maximal. Dazu einfach nur - sorry, aber blond. Über Strecken wirkt die Frau einfach nur so naiv-dämlich, dass es zum Haareraufen ist. Ich bin absolut nicht mit ihr warmgeworden. Möglicherweise trägt die Schauspielerei der Darstellerin Anna Paquin dazu bei, denn zu oft ist einfach zu sehen, dass sie nur spielt. Sie ist nicht in der Rolle, ihre Gestik und Mimik wirkt überzogen, albern. Als Mutantin Rogue in "X-Men" hat sie mir um Längen besser gefallen.
Die anderen Charaktere sind besser getroffen, wenn auch teils bewusst überzogen. Müsste nicht sein, ist aber noch im Rahmen.

Manchmal versucht die Serie, witzig zu sein, was allerdings meist nach hinten losgeht. In der ganzen Staffel gab es kaum Szenen, die mal wirklich zum Lachen eingeladen haben.

Die Synchro ist vieles, aber nicht gut. Da ich das mit mehreren Leuten zusammen geschaut habe, wo die Konzentration entsprechend schlechter und das Geräuschlevel höher ist, habe ich sie komplett auf Deutsch geschaut. Die Übersetzungen sind teilweise einfach daneben. Synchron sind viele Texte nicht mit den Lippenbewegungen. Und es wirkt gestellt und albern.
Auf etwa demselben Level bewegen sich die meisten Computeranimationen - das ging auch 2008 schon besser als es hier vorgeführt wird. Teils wirken vor einen anderen Hintergrund gesetzte Personen wie mit Paint herausgeschnitten und wieder eingefügt.

Ganz grausam ist das Intro. Viel zu lang, teils ist unklar, warum bestimmte Szenen gezeigt werden, was sie mit der Serie selber zu tun haben. Jedes Mal über eine Minute Intro schauen, macht keinen Spaß. Gibt viele Serien, die das besser lösen, zum Beispiel so, dass es nur in der ersten Folge ein langes Intro und danach ein deutlich gekürztes gibt, oder dass dies zumindest auf der DVD angewendet wird.

"True Blood" wurde von vielen Kritikern hoch gelobt und mir zudem von einigen Bekannten und Freunden als sehr gute Serie ans Herz gelegt und empfohlen. Tja, das sehe ich leider nicht. Teils schlechte Schauspieler mit unterirdischen Dialogen und mit einer seichten Story ... nee, aber das gefällt nicht.
Das Erfolgsrezept hier lautet: Vampire - denn den Hype gibt es ja noch immer - , etwas Blut, niedriges Niveau, damit der Konsument sich berieseln lassen kann, viel Sex. Mir fehlen Hintergründe, Story, Tiefe. Diese Serie hat schlicht null Anspruch an den Zuschauer. Dazu kommen viele lose Enden, die nur auf den ersten Blick geklärt werden.
Ein paar schauspielerische Leistungen sind gut (zum Beispiel die von Anna Paquins Ehemann Stephen Moyer, der Bill verkörpert), einige Charaktere sind schrullig aber cool (stellvertretend Taras Bruder Lafayette) und hin und wieder schleicht sich ein Moment positiven Seriengenusses ein. Diese Punkte sind es, die der Serie immerhin ihren Skull retten. Naja, null vergeben kann ich auch schlecht, machen wir also eineinhalb draus, da es durchaus noch schlechtere gibt.
Mehr sind allerdings nicht drin - "True Blood" ist etwas, was man nebenher laufen lassen kann. Am besten ist es, wenn man es sich mit mehreren vor dem Fernseher gemütlich macht und dann in lebhafte Diskussionen ausbricht, was dieser oder jener Charakter wieder (für einen Unsinn) treibt.






Kommentare:

  1. Ich hab auch mal in die Serie reingeschaut - allerdings im O-Ton - da sind die Stimmen gut hörbar ;)
    Mit der Naivität stimm ich dir voll zu! Allerdings fand ich schon immer die Geschichte UM Sookie herum viel spannender, als sie und diesen Waschlappen Bill! Ich sage nur Skarsgard :3
    Habe die Serie nach Season 5 ??? abgebrochen und mir die englischen Bücher geholt, da sie besser sein sollen und sie gra recht günstig in UK zu erwerben waren.
    Und nein, ich habe sie noch nicht gelesen :P

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    1. Hey,
      wenn ich mehr Zeit habe, werde ich mir die zweite Staffel holen und die dann allein und auf Englisch ansehen, das haben wir mit mehreren erst versucht, aber weil jeder immer was zu sagen hatte, war man nach fünf Minuten einfach raus ;) Generell bin ich allerdings auch eher eine Verfechterin davon, Filme (oder auch Spiele, Bücher kommt immer drauf an) in der Originalsprache - so man der mächtig ist - anzuschauen.
      Schade, aber vielleicht kommst du bald dazu und bist dann von ihnen begeistert ;)

      LG,
      Moira

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  3. Ich hab viel Gutes übr die Serie gehört aber du magst sie echt nich :-) Aber Gegenmeinungen sind immer gut. Ich hab's nich mit Vampire... Bei welchem film/Serie ist die dt. Synchro richti gut?

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