Seiten

Mittwoch, 27. August 2014

Film: Tammy - Voll abgefahren

Bildquelle: filmstarts.de




Titel: Tammy - Voll abgefahren
Genre: Komödie
Mit: Melissa McCarthy, Susan Sarandon, Toni Collette, uvm.
Länge: ca. 97 Minuten



Für Tammy (Melissa McCarthy) läuft es wirklich schlecht: Erst fährt sie ihr ohnehin sehr klappriges Auto zu Schrott, dann verliert sie ihren Job in einem Burgerladen. Sie will nur noch nach Hause und sich an der Schulter ihres Mannes Greg (Nat Faxon) ausweinen – muss jedoch feststellen, dass der sich gerade mit Nachbarin Missi (Toni Collette) im heimischen Bett vergnügt. "Bloß weg!", denkt Tammy. Allerdings fehlen ihr sowohl die finanziellen Mittel als auch der fahrbare Untersatz, um ihren Fluchtplan in die Tat umzusetzen. Die einzige Person, an die sie sich nun wenden kann, ist ihre alkoholkranke Großmutter Pearl (Susan Sarandon). Einen Anruf später sind die beiden Frauen auch schon unterwegs zu den Niagarafällen. Die wollte Pearl schon immer mal besuchen, die Enkelin muss kurzerhand mitkommen. Obwohl sie sich den Ausbruch aus dem Alltag anders vorgestellt hat, macht Tammy die teils halsbrecherische Fahrt mit der Oma langsam immer mehr Spaß… 

Quelle: filmstarts.de




Seit "Taffe Mädels" bin ich von Melissa McCarthy begeistert. In "Tammy - Voll abgefahren" spielt sie die Titelheldin. Der Film beginnt damit, dass Tammy über die Landstraße fährt, auf der Rückbank nach etwas Essbarem sucht und dabei einen mittelmäßig gut animierten Bock anfährt. Ihr "Oh nein, nicht schon wieder!" lässt vermuten, dass das nicht das erste Mal passiert. Kurze Mund-zu-Mund-Beatmung mit 50 cm Sicherheitsabstand und das Tier saust fröhlich davon, während Tammy selber zu spät zur Arbeit kommt und von ihrem Chef gefeuert wird. Zum Abschied randaliert sie noch ein wenig im Laden, muss dann zu Fuß heimlaufen, weil ihr Auto qualmend liegen bleibt und erwischt Zuhause ihren Mann mit der Nachbarin am Tisch. Das scheint sie erstmal weniger zu schockieren, als der Umstand, dass er für die Nachbarin gekocht hat. Für sie, Tammy, hat er das nie.
Wirklich gelacht habe ich bis dahin allerdings noch nicht. Es hatte eher den Eindruck, als wolle der Film lustig sein, was ihm leider weniger gelingt. Das kommt erst, als Tammy kurzerhand ihre Sachen packt und auszieht, ein paar vulgäre Ausdrücke murmelt und bei ihrer spießigen Mutter zwei Häuser weiter Asyl sucht. Die Mutter ist der Inbegriff einer amerikanischen Vorortsbewohnerin, spießig bis zum Gehtnichtmehr.

Und dann betritt Pearl, Tammys Großmutter, die Bühne. Sie hat alles mitgehört, auch die Pläne der Enkelin, zu verschwinden und da ihr eigenes Auto Schrott ist und ihre Mutter ihres nicht rausrückt, bietet Pearl Tammy das Geld und ihr Auto für das Vorhaben. Einzige Bedingung: Sie kommt mit.
Pearl mochte ich von Anfang an. Etwas durchgeknallt, verrückt, im Herzen immer noch jung, steigt allem hinterher, was nicht bei drei auf dem Baum ist ... Sie sorgte für mich sogar für mehr lustige Momente als Tammy selber. Tammy ist hauptsächlich für einen lustigen Moment verantwortlich - sie und die Großmutter sitzen im Gefängnis und Tammy braucht das Geld, um die Kaution zu zahlen. Also setzt sie sich die fettige Tüte einer Bürgerkette auf den Kopf, knüllt eine zweite so zusammen, dass sie annähernd Pistolenform hat und überfällt den Laden. Neben dem Geld lässt sie auch noch Gemüsetaschen mitgehen. Eigentlich schade, dass diese Szene bereits im Trailer komplett gezeigt wird. Damit ist definitiv der lustigste Teil des Filmes schon gezeigt.
 Doch neben dem schlägt der Film auch ernstere Töne an. Diese gehen jedoch oftmals einfach unter.

Die Story ist nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar. Muss sie allerdings auch gar nicht, denn zumindest folgen kann man ihr. Und immer wieder kreuzen auch zwei Männer den Weg der beiden Frauen - während der Vater sehr zu Tammys Leidwesen eine kurze Affäre mit Pearl beginnt, scheint der Sohnemann sich mehr und mehr für Tammy zu interessieren. Diese hält sich zu Anfang für unwiderstehlich im Bezug auf Männer, muss allerdings bald erkennen, dass es so einfach nicht ist. Die ganze Reise entpuppt sich für Tammy zu einem Lernprozess, der von ihr abverlangt, auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Und diese Botschaft ist nicht allein für Tammy gedacht, sondern betrifft auch den Zuschauer. Dieser Prozess ist sehr schön und einfühlsam dargestellt und findet seinen Höhepunkt in einer Szene auf einer Lesbenparty zum amerikanischen Unabhängigkeitstag, die eine alte Freundin von Pearl veranstaltet hat.

Zum Abschluß der Kritik hier noch der Trailer - von ihm sollte man allerdings nicht abhängig machen, ob man den Film sehen will, denn die lustigste Szene zeigt er definitiv schon. Alles andere, was der Film transportiert, ist nur zu sehen, wenn man ihn sich komplett anschaut.


"Tammy - Voll abgefahren" ist mehr ein Road-Movie als eine richtige Komödie. Daher kann ich auch verzeihen, dass es nicht ganz so lustig ist, wie ich eigentlich erwartet habe. Dieser Film wartet mit tollen Schauspielern auf, allen voran natürlich Melissa McCarthy - ich weiß, ich wiederhole mich, aber die Frau ist einfach Wahnsinn! Zum Glück hat sie wieder dieselbe Synchronsprecherin, wie ich sie schon aus "Taffe Mädels" kannte.
Zwischenzeitlich ist die Story etwas schwach und von den hin und wieder ernsteren Untertönen ist es eigentlich ein einziger Quatschfilm. Allerdings unterhält er wunderbar.

Somit bekommt er von mir vier von fünf Skulls.







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen