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Mittwoch, 18. Juni 2014

Film - "Die Schadenfreundinnen"

Quelle: Filmstarts.de





Titel: Die Schadenfreundinnen
Original: The Other Woman
Genre: Liebesfilm, Komödie
Mit: Cameron Diaz, Leslie Mann, Kate Upton, u.a.
Länge: 109 Minuten

Die Anwältin Carly ist außer sich, als sie herausfindet, dass ihr Liebhaber Mark verheiratet ist. Dessen Ehefrau Kate wiederum ist alles andere als begeistert von seinen außerehelichen Aktivitäten. Die beiden hintergangenen Frauen tun sich zusammen, um es dem Schwerenöter heimzuzahlen. Der ahnt von den Racheplänen nichts und turtelt stattdessen mit Amber. Auch sie führt er hinters Licht, aber dann klären Carly und Kate sie über Marks wahren Charakter auf und aus dem Racheduo wird ein Trio. Die Frauen wollen ihren Ex-Lover an dessen wundem Punkt treffen: seinen illegalen Finanzgeschäften. Dazu muss jeder Racheengel seine ganz individuellen Talente einsetzen: die gnadenlose Carly, die kreative Kate und die verführerische Amber…

Quelle: Filmstarts.de



 "Die Schadenfreundinnen" ist ein Film, der sich selbst nicht besonders ernst nimmt und der an vielen Stellen versucht, lustig zu sein. Die Betonung liegt hier auf "versucht". Unbestreitbar sind einige Szenen amüsant oder sogar lustig, wie etwa die mit der unerzogene Dogge, die zu Kate gehört und als Running Gag für allerlei Chaos sorgt.
Das meiste allerdings ist überflüssig, wie etwa als Kate und Carly sich betrinken und sich gegenseitig Zöpfe flechten, obwohl Carly vorher genervt verkündet hatte, sie werde weder Alkohol mit Kate zusammen trinken, noch würden sie sich gegenseitig Zöpfe flechten.


Viel kann die schauspielerische Leistung, gerade von Cameron Diaz, rausreißen. Nicki Minaj dagegen ist einfach nur überflüssig und fast sogar störend, da sie jedes Mal ihren Auftritt hat, wenn Carly ins Büro kommt, um mit ihr zu diskutieren, was Carlys Männergeschichten machen und mit nicht sonderlich hilfreichen Tipps à la "nur die Schönheit ist von Bedeutung" zu glänzen.

Die drei Frauen werden zunächst Freundinnen wider Willen, die sich allerdings bei ihrem Racheplan wunderbar ergänzen. Amber ist das blonde, gutaussehende Naivchen in der nicht immer schlüssigen Geschichte. Ihr gegenüber steht die intelligente, ebenfalls gutaussehende und erfolgreiche Carly. Und zuletzt die schusselige, vielfach nicht sonderlich intelligent wirkende Ehefrau Kate. Carly ist der Kopf des Ganzen und die eigentliche Gewinnerin in der Geschichte, während die anderen beiden Frauen Mitläuferinnen sind und eigentlich nur nötig sind, weil die Geschichte sich sonst nicht erzählen ließe.

Allgemein ist die Geschichte sehr vorhersehbar und folgt dem üblichen, altbekannten Schema solcher Filme. Die ganze Zeit über gab es nur einen Moment, wo alle Kinobesucher gefesselt waren und teils aufraunten, nämlich als Mark in seiner Wut vor eine Glaswand knallt und das Blut aus Mund und Nase schießt, was wunderbar durch die Wand zu sehen ist. Ansonsten verzeiht der Film auch Momente der Unaufmerksamkeit, da oft einfach mal über Minuten und Minuten rein gar nichts passiert.

Die Musik ist keine, die mir im Ohr geblieben ist. Besonders schlecht war sie nicht, wurde auch durchaus an passenden Stellen eingesetzt, aber sie als herausragend zu bezeichnen, wäre gewiss nicht richtig.

Einen Hintergrund haben die Charaktere nicht. Vielmehr werden eindimensionale Scherenschnitte präsentiert. Vielleicht brauchen solche Geschichten keine Charaktere mit Tiefe, aber mir fehlt sie definitiv. Wie sind die Hintergründe der Personen? Was treibt sie an? Erklärt sich dadurch eventuell ihr Handeln besser?

Definitiv sollte man sich darüber bewusst sein, dass der Trailer viel mehr verspricht, als er am Ende halten kann. Er weckt Erwartungen, die im Kino wieder vollkommen zerschlagen werden. Punkten kann er eher mit wunderschönen Bildern, wenn die drei Frauen Mark hinterher reisen.


Mir fällt es wirklich schwer, mehr über diesen Film zu sagen, einfach, da er so ziemlich gar keinen Eindruck hinterlassen hat. Die Szenen, die mir wirklich im Gedächtnis geblieben sind - und das ist traurig - sind ausnahmslos Trailerszenen aus den Vorschauen anderer Filme ...
Ein Kinobesuch lohnt sich hier absolut nicht, das ist in meinen Augen absolut hinausgeworfenes Geld. Selbst Leuten, die normalerweise gerne Filme diesen Genres schauen, empfehle ich eher den Kauf der DVD oder, besser noch, zu warten, bis der Film irgendwann mal im Fernsehen läuft.
Gute Schauspieler und teilweise schöne Bilder treffen eine interessante aber nicht gut umgesetzte und schon gar nicht neue Idee, eine sehr schwache Story und Gags, die mehr zum Gähnen als zum Lachen einladen.

Darum aber immerhin zwei von fünf Skulls.




Kommentare:

  1. Das hab ich mir schon fast gedacht, als ich den Trailer gesehen habe: Ein Film für zwischendurch, wenn gerade mal nichts Interessanteres im Fernsehen läuft. Aber eine tolle Rezension und wunderbar nachvollziehbar erklärt, was dir gefallen hat und was nicht!

    Lg
    RedSydney

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    1. Danke :)
      Stimmt, bereits nach dem Trailer hätte auch ich es wissen sollen. Aber so habt ihr immerhin eine Rezension zu lesen bekommen ;)

      Liebe Grüße
      Moira

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  2. hollywood versucht oft, witzig zu sein :-(

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    1. Und die Betonung liegt auch bei diesem Film wieder mal eindeutig auf "versucht" ... :/

      Liebe Grüße,
      Moira

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