Seiten

Freitag, 23. Mai 2014

Wenn Autoren uns anschreiben – Dos & Don'ts

Aus aktuellem Anlass habe ich mich einfach mal zu diesem Thema hinreißen lassen, denn manchmal ist der Kontakt zu Schreiberlingen einfach nur Herz erwärmend. (*Achtung: Ironie!*)

Liebe (Indie)Autoren,

natürlich freuen wir uns immer, wenn ihr auf unseren Blog stoßt und uns schreibt. Wie einige Leser schon wissen, haben wir besonders ein Herz für Indieautoren. Bei uns findet ihr immer wieder Rezensionen oder Berichte zu ihnen und einige ihrer Bücher vergöttern wir quasi. Außerdem sind wir neugierig. Wir freuen uns immer neue Leute und auch neue Geschichten kennenzulernen.

ABER...


Manchmal macht ihr es uns echt nicht leicht.
Fangen wir ganz vorne an. Bevor ihr uns anschreibt, macht euch eins klar: Geister sind ehrlich! Wir sind tot und haben nichts zu verlieren. Auf diesem Blog wollen wir unsere persönlichen, ungeschönten Meinungen teilen. Das kann manchmal hart sein und sehr direkt. Wir bemühen uns immer um faire und nette Kritik und zerreißen nichts und niemanden in der Luft. Ein Großteil von uns schreibt selbst und wir mussten alle schon Lehrgeld bezahlen, glaubt mir das. Wir haben großes Verständnis dafür, dass euer Buch euer Baby ist und Kritik daran echt weh tun kann, aber das ist nicht unser Ziel. Im Gegenteil, wir wollen helfen! Wir wollen einen Anstoß geben und Möglichkeiten aufzeigen, sich zu entwickeln. Man kann schließlich immer besser werden. Wenn ihr euch sicher seid, dass ihr mit konstruktiver, begründeter Kritik umgehen könnt, dann seid ihr bei uns gerne gesehen.

Das Anschreiben selber ist bei vielen eine mittelschwere Katastrophe. Nun mal ehrlich, ihr steckt so viel Liebe in eure Geschichten, da ist eine nette Mail doch ein Klacks gegen, oder?
Stattdessen erreichen einen so 2-Satz-Nachrichten wie »Schau mal, ich hab ein Buch geschrieben! Lies das mal.« incl. Amazonlink. Und das soll mich auf das Buch neugierig machen? Da habe ich mehr Lust, das Geisterhaus neu zu streichen.
Wie wäre es mit ein paar Sätzen mehr zu euch und eurem Buch und warum ihr schreibt oder so. Spannend finde ich auch immer, wie man auf uns gekommen ist und warum man meint, dass das Buch zu uns passt. Wir lesen zum Beispiel keine Chicklit oder nur sehr selten. Wer sich unseren Blog richtig angesehen hat, weiß das und schickt uns keine Anfrage dazu. Außerdem finde ich es ganz schrecklich, wenn ich immer erst auf Amazonlinks klicken muss, um zu wissen, um welches Buch es geht. Eine Vorstellung in der Mail geht doch ganz schnell, plus Link natürlich und vielleicht auch Link zur Autorenseite. Ihr wollt euer Schätzchen präsentieren, also gebt euch Mühe und packt die Blogger so richtig. Ein professionelles Anschreiben macht da schon viel aus.
Ich weiß von vielen Bloggern, dass sie von unabhängigen Autoren nicht viel halten und ihnen nur selten eine Chance geben, was ich sehr schade finde. Mir haben Indies schon oft genug bewiesen, dass sie es drauf haben. Aber wenn man dann nur so flapsige, kurze Mails (am besten noch mit Rechtschreibfehlern) bekommt, kann ich ihren Unmut etwas verstehen.

Wenn wir uns dann entschließen, euer Buch zu lesen, fragt nicht alle zwei Tage nach, ob wir schon angefangen haben bzw. fertig sind. Lesen und Bloggen ist ein Hobby von uns, was – man glaubt es kaum – viel Zeit in Anspruch nimmt. Und dann sind da noch die vielen Dinge, die man sonst noch so erledigen muss. Das Geisterhaus staubt sich nicht von selbst ein, die Fledermäuse müssen Gassi geflogen werden und hin und wieder müssen wir ja auch mal jemanden erschrecken. Fakt ist, auch wir haben Verpflichtungen. Natürlich kriegen Rezensionsexemplare Vorrang, aber manchmal braucht man einfach aus verschiedenen Gründen etwas länger. Bitte habt da Verständnis für.

Und falls am Ende die Rezension nicht so ausfällt, wie ihr euch das gewünscht habt, dann seid nicht traurig oder beleidigt oder viel schlimmer beleidigend. Als Rezensent geben wir uns viele Mühe und nehmen uns die Zeit, die Texte ausführlich zu lesen und zu bewerten. Dabei sollte klar sein, dass wir immer nur unsere eigene Meinung darstellen. Nur weil es uns nicht gefällt, heißt das ja nicht, dass es andere Leser nicht begeistern kann. Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. Eine launische, wütende Reaktion auf eine schlechte Kritik hat immer einen negativen Beigeschmack und kommt vielleicht auch bei den Fans oder möglichen Lesern nicht besonders gut an.

Also bitte, liebe Autoren, habt keine Angst und schreibt uns Blogger an. Wir freuen uns immer sehr. Nur denkt vielleicht vorher über ein paar kleine Dinge nach.


Kommentare:

  1. Kann da nur zustimmen! Mir ist vor allem der Teil wichtig, dass der Autor sich auch wirklich vorher mal meinen Blog angesehen hat und mir kein Genre anbietet, das ich absolut nicht mag. ^^

    Sehr schön geschriebener Beitrag, wo viel Wahrheit drin steckt!
    Liebe Grüße,
    Lydia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh danke, das ist lieb!
      Ja, ich finde das auch immer genial. Wir haben schon Gegenwartsliteratur und Chicklit angeboten bekommen, wo ich mir auch sicher war, dass die sich niemals den Blog angesehen haben.

      Löschen
  2. Hallo Ihrs =)
    Sehr toller Post! Was für Geister gut ist, kann für Lebende übrigens auch nicht schlecht sein =).
    Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht und zwar spätestens dann, wenn man mit den Autoren ins Gespräch kommt. Ich habe auch schon einige tolle Indie-Bücher entdeckt, die ich nicht mehr missen möchte!

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Anja!
      Ich liebe Indies <3 Und ich gebe ihnen gerne eine Chance. Bei uns haben sie offene Türen und das wird immer so bleiben. Aber auch unter ihnen gibt es (leider) schwarze Schafe!

      Löschen
  3. Liebe Mendea,
    Ja, da sprichst du sicher ziemlich vielen aus der Seele. Ich kenne einige Blogger, die keine (Indie)-E-Books mehr annehmen und zwar genau aus deinen beschr. Gründen. Auch ich bin bei E-Books mittlerweile zurückhaltend. Es nahm eine zeitlang so überhand, dass ich schon zu viel Zeit für die ganzen Rückantworten gebraucht habe. Dabei waren auch massig Sachbücher u. Ratgeber, die vom Genre her schon gar nicht zu meinem Blog passen. Naja, ich bin mal generell gespannt, wie es hier weitergeht.
    Guter Artikel!
    LG,
    Damaris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Damaris!
      Aber eigentlich ist es ja sehr schade, wenn wir uns wegen der schwarzen Schafe von den Indies generell verscheuchen lassen, oder? :(
      Zwischendurch findet man immer wieder ganz wundervolle Bücher <3

      Löschen
  4. Huhu :)
    Ich bin grade über Facebook auf deinen Post gestoßen und finde ihn richtig gut. Er ist schön geschrieben und bringt gut auf den Punkt, was gut ankommt und was eben nicht. Ich kann auch verstehen, dass die Autoren neugierig sind und schnell wissen wollen, wie die Blogger das Buch finden, aber z.B. jeden zweiten Tag nachzufragen ist ein No-Go. Wir haben ja noch ein Leben neben dem Blog und dem Lesen.

    Liebe Grüße :)
    Jenny

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Jenny!
      Danke für das Lob :)
      Bis zu einem gewissen Punkt finde ich neugierige Autoren ja auch immer lustig. Aber irgendwann ist es halt genug. Es ist verständlich, dass sie wissen wollen, wie einem das Buch gefallen hat, aber zaubern können wir nunmal leider nicht ;-)

      Löschen
  5. So viel wahres in diesem Post! Indies können wahre Goldstücke sein, aber eben nicht immer! Und oft muss man wirklich auswählen, weil einem die Zeit fehlt, das hat dann kaum etwas damit zu tun, dass einem das Buch generell überhaupt nicht zusagt.

    Ihr habt eure Meinung auf alle Fälle toll auf den Punkt gebracht und ich hoffe für euch, dass die Autoren, die euch anschreiben, sich eure Worte auch zu Herzen nehmen.

    Lg
    RedSydney

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo RedSydney!
      Danke schön für dein Lob.
      Ich hoffe auch, dass ein paar Autoren das Lesen und vielleicht umsetzen, allerdings bezweifel ich das leider bei den meisten :-/
      Trotzdem musste es einfach mal gesagt werden! ^^

      Löschen