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Freitag, 9. Mai 2014

Film - "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden"




Titel: Monuments Men - Ungewöhnliche Helden
Regie: George Clooney
Buch: George Clooney und Grant Heslov
Nach einer Vorlage von: Robert M. Edsel
Genre: Tragikomödie
FSK: 12
Länge: 118 Minuten
Jahr: 2014

Bildquelle: ign.de





Frank Stokes, ein amerikanischer Kunstprofessor, kann den, während des zweiten Weltkriegs amtierenden, Präsidenten Franklin D. Roosevelt für sein Projekt gewinnen,  wertvolle Kunstobjekte vor der Zerstörung durch Bomben oder die Nazis zu schützen.
Er stellt sich ein siebenköpfiges Team aus renommierten Kunstexperten, die allerdings kaum Kampferfahrung besitzen, zusammen und reist mit diesem kurz hinter die Frontlinie verschiedener Länder, in denen er Kunstschätze vermutet. Um die Sicherheit des Teams zu gewährleisten werden ihm ein deutschstämmiger, ein französischer und ein englischer Offizier zur Seite gestellt.
Nach der Aufteilung in kleinere Gruppen machen sich die Kunstverständigen auf, um die von Nazis verschleppten Kunstwerke zu bergen und sicher nach Amerika zu bringen. Dabei stoßen sie auf einige ungeahnte und erwartete Hindernisse und Gefahren, denen sie sich stellen müssen.






Man mag mir jetzt vorwerfen, dass ich zu viel erwartet habe, als ich mit der Hoffnung auf einen Film, der an die Oceans-Reihe erinnert, ins Kino gegangen bin. Allerdings ist auch das keine Entschuldigung für die zwei Stunden fast durchgehende Langeweile, die ich während "Monuments Men" ertragen musste. 
Man merkt, ich bin nicht begeistert von diesem Film. Vorallem durch die fantastische Besetzung hatte ich viel mehr erwartet. George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Cate Blanchett und Jean Dujardin hatten mich seit dem ersten Trailer auf einen tollen Kinobesuch hoffen lassen. 
Die schauspielerische Leistung ist wirklich gut gelungen, was bei solchen Weltstars allerdings auch zu erwarten ist, was mich tatsächlich enntäuscht hat, ist der generische Ablauf des Films, nicht eine Szene, die mich wirklich überrascht hat und viel zu viele, bei denen ich mir andere Reaktionen der Charaktere gewünscht hätte.
Mehrere Male hatte ich das Gefühl, Clooney hätte eigentlich gerne eine Komödie gedreht, konnte aber nicht so tun, als wäre alles am zweiten Weltkrieg lustig gewesen. So drücken sich halbgare Witze, makaberer schwarzer Humor, tatsächlich auch ein paar gelungene Witze und traurige Szenen, in regelmäßigem Rhytmus, die Klinke in die Hand. 
Achtung, ab hier Spoiler!


Szenen, in denen ich mir andere Reaktionen gewünscht hätte sind zum Beispiel: 
Eine Szene, in der ein Soldat, der nach Brügge gereist ist, um die Brügger Madonna zu bergen, nach der Entscheidung des Offiziers, nicht in Brügge einzumaschieren, um eine Vereinbarung mit dem Bürgermeister und den Nazis nicht zu verletzen, beschließt auf eigene Faust dort hineinzugehen, um die Madonna zu sichern. Was mich daran stört sind hauptsächlich drei Dinge. 
1.  Er missachtet einen direkten Befehl und könnte dadurch so dafür sorgen, dass die Schlacht um Brügge erneut ausbricht und bringt damit nicht nur sich, sondern auch alle sich dort befindenden Soldaten und Zivilisten in Gefahr.
2. Was hat er davon, wenn er alleine in die Kirche geht, in der sich die Madonna befindet? Er hat weder die Möglichkeit sie fortzuschaffen, noch sie zu schützen, wenn Nazis sie fortschleppen sollten.
3. Ich weiß tatsächlich nicht wie wahrscheinlich dieses verhalten ist, mir kommt es allerdings sehr merkwürdig vor. Die Nazis kommen nämlich tatsächlich, um die Madonna zu holen und das einzige, was der Soldat tut, nachdem er zugesehen hat, wie die Priester ermordet worden ist, dem Offizier in den Arm zu schießen, um sich dann töten zu lassen. Dieses unnötige, dumme Ende des Soldaten hat mir schon sehr die Stimmung verdorben.

Eine Szene, die anfangs wirklich lustig erscheint, als John Goodman und Jean Dujardin ein Pferd auf einer Wiese stehen sehen und anhalten, um die Natur zu genießen und das Pferd zu streicheln. Als sie bemerken, dass sie inmitten eines Schlachtfelds stehen, auf allen Seiten von Nazis und Alliierten, die sich in Büschen verstecken, umzingelt, saß ich mit einem schmunzeln und der freudigen Erwartung auf eine etwas andere, humoristische und interessante Szene im Kinosessel. 
Diese Erwartung wurde allerdings schnell enttäuscht, denn Jean Dujardin versucht einen Augenblick lang so zu tun, als hätte er nichts bemerkt, dann beginnt er zum Wagen zu rennen, um dem Schlachtfeld zu entkommen. Diese Flucht endet allerdings ebenfalls nur einen Augenblick später mit einer Kugel in seinem Rücken. Eine Szene also, die sich in kürzester Zeit von alberner Slapstick-Comedy á la Mister Bean zu einer pseudo-traurigen Sterbeszene entwickelt, so dass der Zuschauer kaum eine Chance bekommt die erforderlichen Gefühle aufzubauen.

Mir würden noch einige weitere ähnliche Szenen einfallen und auch mehrere Momente, in denen ich keine Chance hatte, mich auf die Szenerie einzulassen. Zu viele, um sie hier alle aufzuzählen. 
Nur die Schlussszene möchte ich nicht unerwähnt lassen. Der Film endet damit, dass Lt. Stroker nach Kriegsende erneut einen Vortrag vor Präsident Roosevelt hält, den er damit abschließt, dass es wohl doch in Ordnung sei Menschenleben zur Rettung von Kunstobjekten zu opfern, was meiner Meinung nach genau die Gegenteilige der Richtigen Intention darstellt.
Anschließend gibt es einen Schnitt und man sieht einen alten Schauspieler, der George Clooney nicht einmal im Ansatz ähnlich sieht, der mit einem Kind die Brügger Madonna, die schlussendlich gerettet werden konnte, betrachtet. Dieser MacGuffin wirkt auf mich sehr schlecht gewählt, da ich keinerlei Interesse am Verbleib der Madonnna hatte und die Suche nach dieser einen sehr gedehnten und uninteressanten Plot zur Folge hat.
Letztendlich lässt sich sagen, dass "Monuments Men" ein Film für Kunstfanatiker ist, die tatsächlich einen größeren Schock erleben, wenn Kunstwerke zerstört werden, als wenn Menschen ihr Leben verlieren. Wer seine Erwartungen stark herabschraubt, kann vermutlich auch ohne einen Hang zur Kunst, seinen Spaß haben. Einige der Witze sind wirklich gut, vorallem wenn man sich nicht von den, meist kurz darauf anschließenden, traurigen oder ernsten Szenen beeinflussen lässt. 
Wer sich gerne mit Kunst beschäftigt oder Lust auf einen halb-albernen/halb-tragischen Kriegsfilm mit häufig abwechselnden Stimmungen hat, kann mit "Monuments Men" seine Freude haben, allen anderen würde ich von diesem Film eher abraten. Zumindest der Kinobesuch ließ mich mit Enttäuschung und dem Beweinen meines ausgegebenen Geldes zurück, wenn der Film irgendwann einmal im Fernsehen läuft würde ich ihn mir vielleicht nochmal anschauen und ohne die großen Erwartungen, die ich auf Clooney, Damon, Goodman und die anderen gesetzt hatte auch mehr Gefallen daran finden. 

Daher von mir  2 von 5 Skulls.


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