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Sonntag, 25. Mai 2014

Film - "Hara-Kiri - Tod eines Samurai"

Bildquelle



Titel: Hara-Kiri - Tod eines Samurai
Regie: Takashi Miike
Genre: Drama
Länge: 123 Minuten
Jahr: 2011


"Als der verarmte Ronin Motome im noblen Haus Ii darum bittet, ihm den Hof für den rituellen Selbstmord zur Verfügung zu stellen, möchte er keineswegs sterben. Vielmehr hofft der junge Krieger darauf, mit einem kleinen Geldgeschenk weggeschickt zu werden. Doch der Chef-Verwalter Kageyu ist es leid, dass immer mehr Samurai ihre Betteleien so tarnen und nimmt Motome beim Wort. Selbst als sich herausstellt, dass dieser nur noch eine Schwertimitation aus Bambus besitzt, zwingt ihn Kageyu unnachgiebig in einen überaus qualvollen Tod.
Wenige Tage später steht wieder ein todeswilliger Samurai vor der Tür. Kageyu ahnt nichts von dessen enger Verbindung zu Motome und seinen ganz speziellen Plänen für den eigenen Tod."

Quelle: Rückseite der DVD-Hülle



Dieser Film beginnt mit dem, was der Titel bereits verrät: dem Tod eines Samurai. Mittels einer Rückblende wird gezeigt, wie der junge Motome zu Tode kam, wobei hier an Details nicht gespart wird, dem Zuschauer bieten sich mehrere Minuten blutiger Todeskampf. Überhaupt geht der Film an vielen Stellen sehr ins Detail, sodass er teilweise fast langweilig wird, wenn er sich in endlosen Dialogen, die zu allem Überfluß manches Mal von längerem Schweigen der Charaktere begleitet werden, verliert.
Einen großen Teil machen Rückblenden aus, ausgehend von den Erzählungen Kageyus und Hanshiros, als letzterer vorspricht mit derselben Bitte, die auch Motome hatte. Diese Rückblenden sind sehr gut gemacht, es entstehen keinerlei Schwierigkeiten, festzustellen, wann im Vergleich zum "Jetzt" des Films die Ereignisse stattgefunden haben. Es wird vom Leben Motomes, aber auch Hanshiros und dessen Tochter Mihos erzählt, von ihrer vormals guten Situation und dem folgenden Abstieg.
Sehr schön ist, dass dieser Film an keiner Stelle das Leben der einfachen Leute im Japan des 17. Jahrhunderts glorifiziert. Vielmehr wird die Not und die Armut gezeigt, der tägliche Kampf ums Überleben, schließlich die Verzweiflung, die Motome letztendlich dazu treibt, im Hause Ii mit seiner schicksalhaften Bitte vorzusprechen.
Anders als das Cover und auch der Trailer suggerieren, ist dieser Film kein Actionfilm. Zwei auf die Gesamtlänge des Films betrachtet sehr kurze Kampfszenen sind alles, was es hier an Action zu finden gibt. Diese sind bereits zu großen Teilen im Trailer enthalten:
Die schauspielerischen Leistungen sind sehr gut, wogegen die deutsche Synchro leider an einigen Stellen nicht so sehr glänzt. Oft wirken Betonungen eingesprochener Sätze falsch, es fehlt Emotion oder Kraft in der Stimme.
Des weiteren wird teilweise mit Symboliken und Bildern gearbeitet, die viele Europäer, die sich nicht unbedingt mit der japanischen Kultur, den Bräuchen, usw. auskennen, nicht immer verstehen, sie vielleicht nichteinmal sehen - mich selbst eingeschlossen, an einigen Stellen ist mir der Sinn oder Grund bestimmter Handlungen oder gezeigter Dinge verschlossen geblieben.



Trotz kleinerer Schwächen ein sehenswerter, mitreißender Film, der auch ohne viel Action nicht viel an Spannung verliert.
Zu empfehle jedem, dem Historienfilme mit ernsterem Beiklang gefallen - mich selber hat er positiv überrascht und ist auf jeden Fall einer der besseren Filme seines Genres, von denen, die ich in der letzten Zeit gesehen habe.

Somit bekommt er von mir vier von fünf Skulls.






Kommentare:

  1. Hallo!

    Ich bin gerade auf Deinen tollen Blog aufmerksam geworden und bin direkt mal Leserin geworden.

    Die Kritik klingt ja echt toll. Nun überlege ich, ob ich mir den Film auch anschaue.

    Liebe Grüße,

    Jade

    http://jadesbuecherstube.blogspot.de

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    1. Hallo,

      das freut uns, dass wir dich als neue Leserin hier begrüßen dürfen :) Wir sind übrigens mehrere hier und ich bin auch noch nicht wirklich lange dabei, Geist auf Probe, sozusagen^^

      Wenn du die Gelegenheit dazu bekommst, solltest du sie wahrnehmen und ihn dir mal ansehen!

      Liebe Grüße,
      Moira

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