Seiten

Donnerstag, 1. Mai 2014

Buch - "Firelight - Brennender Kuss" von Sophie Jordan

entnommen bei buecher.de





Titel: Firelight – Brennender Kuss
Autor: Sophie Jordan
Genre: Fantasy
Verlag: Loewe
Seiten: 376
Preis: 17,95€ (HC) / 9,95€ (tb) / 8,99€ (eB)





Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht Jacinda vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen. Denn sie hat ein Geheimnis: Sie ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, hoch oben in den Bergen, glaubt sich Jacinda sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben. Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gut aussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll? Ihre Mutter verschweigt ihr etwas, als sie bei Nacht und Nebel das Dorf verlassen. Todunglücklich beginnt Jacinda ein neues Leben. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein – denn Will ist ein Drachenjäger …
Das Buch geistert schon lange auf meiner Wunschliste rum und seit einer Weile habe ich es auf dem Kindle. Für die Fantasize-Challenge fehlt mir noch ein Buch mit einem Drachen, also ist endlich die Zeit für das Buch gekommen. Aber ich muss leider sagen, dass es mich nicht überzeugen konnte. 

Es beginnt mit einem Flug von zwei weiblichen Draki. Sie haben die Regeln des Rudels gebrochen und sind am Tag geflogen, direkt in die Arme der Jäger. Kurz darauf verlassen sie, ihre Mutter und ihre Schwester mitten in der Nacht das Rudel und beginnen ein neues Leben. Ihre Mutter hofft, dass Jacindas Draki in der trockenen Wüstenstadt mit der Zeit stirbt. Doch als Jacinda Will wiedersieht, ist alles wieder da und der Drache in ihr so lebendig wie noch nie. Sie spielt mit dem Feuer, denn niemand darf wissen, dass Draki auch eine menschliche Form haben, schon gar nicht will, der ein Jäger ist. 

Die Charaktere gefielen mir am Anfang ziemlich gut, doch gegen Ende war ich vor allem von Jacinda genervt. 
Jacinda ist sehr wankelmütig. Eigentlich mutig und stark, wird sie mit der Zeit immer anstrengender. Sie ändert laufend ihre Meinung. Sie weiß, dass Will ein Jäger ist, doch dann wird es ihr plötzlich richtig bewusst, dann ist es wieder egal und so zieht es sich durch das Buch. Ich konnte sie auch nicht mehr verstehen. Zum einen steht dann zum Beispiel ihre Meinung fest, z.B. dass es gut war nicht mit Tamra, ihrer Schwester, zu reden. Das erklärt sie lang und breit um sich dann wenige Seiten später wieder umzuentscheiden. Das coolste an ihr ist ihre Drachenform. 
Will war ganz okay. Er wirkt ziemlich klassisch, aber auch ziemlich blass. Er ist ein Jäger und er ist nett. Viel mehr herausragende Eigenschaften hat er nicht. Da kommt bei Cassian schon mehr beim Leser an, aber bei beiden wären ein paar mehr Charakterzüge schön gewesen. Vielleicht kommt da später noch mehr. 

Die Beziehung zwischen Will und Jacinda steht unter keinem guten Stern. Jäger und Gejagte. Und trotzdem fühlen sie sich zueinander hingezogen. Altes Konzept, aber funktioniert auch hier ganz gut. Teilweise war die Beziehung sogar spannend, dann aber wieder langweilig. 
Ich fand schade, dass die Autorin so viel Energie auf die Liebesbeziehung verschwendet hat und alle anderen Beziehungen hinten anstellt. Die Beziehungen zwischen den Schwestern wird als sehr innig beschrieben, allerdings belastet durch die fehlende Manifestation bei Tamra. Aber irgendwie war mir das zu wenig. 

Dieses ganze Hin und Her ging mir später nur noch auf die Nerven. Zumal es wieder Schema F war. Ähnlich wie bei »Touched« und diversen anderen Büchern kommt sie auf eine neue Schule, sieht ihren Typ, bekommt gesagt, dass sie sich fernhalten soll. Er wird auch nicht müde ihr das zu sagen. Die beiden wollen sich fernhalten, aber es klappt natürlich nicht. Das war zwar ein wenig langweilig, weil es einfach zu ausgeleiert ist inzwischen. Dazu kam aber, dass Jacinda sich gefühlt fünf Mal pro Seite umentscheidet, ein wenig, als würde sie die Blütenblätter von einem Gänseblümchen rupfen. »Ich will ihn, ich will ihn nicht, ich halte mich fern, ich halte mich nicht fern...« Dieses ewige Wanken war einfach nur anstrengend. Am schlimmsten war, als sie sich küssen (ich will ihn), sie zurückweicht (es ist falsch) und ihn prompt wieder küsst. Ich weiß, dass viele das wohl anders sehen als ich, und die Gedanken durchaus nachvollziehbar sind, aber Jacinda ändert einfach viel zu oft ihre Meinung, als dass ich das noch nachvollziehen kann. 

Der Stil ist ganz okay, liest sich flüssig und man bleibt am Ball. Die Geschichte wird im Präsens von Jacinda erzählt. Es ist nah am Charakter geschrieben, mit einigen schönen Beschreibungen. 
Gestört haben mich aber die ewigen Wiederholungen. Viele werden das wohl nicht so empfinden, aber zum einen das ewige Hin und Her durch Jacinda, das hatte schon Wiederholungscharakter. Dann immer »er weckt meinen Draki / mein Draki / mein Draki / ...« Irgendwann dachte ich mir nur noch: »Ja, danke, ich weiß es jetzt.« Ein Punkt, der mich eben stört, den aber sicher viele überlesen werden.

Die Idee mir den Gestaltwandlern, also den Draki, gefiel mir sehr gut. Es gibt verschiedene Farben, verschiedene Stärken und strikte Regeln im Rudel. Die Verwandlungen sind ganz cool beschrieben und ich konnte sie mir richtig gut vorstellen. Es ist auch ganz witzig, dass Jacinda gern mal anfängt zu rauchen, wenn sie aufgeregt ist. Der Leser erfährt ein bisschen was über die Draki und die Jäger und ich muss sagen, dass ich deswegen am Buch geblieben bin. Der Anfang hat mich gefesselt, aber wie bereits erwähnt, rückte das ein wenig in den Hintergrund, auch wenn die Draki immer wieder erwähnt wurden. 

Das Ende war dann ganz gut, aber meiner Meinung nach ein wenig abrupt. Das ganze Buch über lässt sich die Autorin mit dem Erzählen Zeit und plötzlich muss das Buch beendet werden. Ein wenig schade, zumal am Ende noch bisschen was passiert ist, was man hätte ruhig noch mehr ausbauen können.
Ansonsten passt es aber ganz gut und war auch spannend. Es bleiben viele Fragen offen, die einen fast zum nächsten Band zwingen. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob ich weiter lesen will. 

Am Anfang war ich noch begeistert, doch später war ich hin und her gerissen, ob ich es gut finden soll, oder es mich doch mehr genervt hat. Insgesamt findet sich viel Potential, dass ruhig weiter hätte ausgebaut werden könne, wenn die Autorin Jacinda und die Liebesbeziehung nicht so sehr in den Vordergrund gerückt hätte. Alles andere verblasst dagegen. 
Für Fans von Gestaltwandlern und Liebesgeschichten durchaus lesenswert, mein Fall war es dann doch nicht. 




Diesmal nur 2,5 von 5 Skulls!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen