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Donnerstag, 8. Mai 2014

Buch - "Die Bestimmung - Letzte Entscheidung" von Veronica Roth



entnommen bei amazon.de





Titel: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung 
Autor: Veronica Roth 
Genre: Dystopie 
Verlag: ctb 
Seiten: 506 
Preis: 17,99€ (HC) / 13,99€ (eB)




Die Fraktionen haben sich aufgelöst und Tris und Four erfahren, dass ihr ganzes Leben eine Lüge ist: Es gibt eine Welt außerhalb ihrer Stadt, außerhalb des Zauns. Für Tris und Four steht fest, dass sie diese neue Welt erkunden wollen. Gemeinsam. Doch sie müssen erkennen, dass die Lüge hinter dem Zaun größer ist, als alles, was sie sich vorstellen konnten, und die Wahrheit stellt ihr Leben völlig auf den Kopf. Als Tris dann auch noch die letzte Entscheidung treffen muss, kommt alles ganz anders als gedacht ...
Ich habe so einiges über den letzten Band gehört. Zuerst habe ich die Veröffentlichung herbeigesehnt, dann haben mich die negativen Rezensionen abgeschreckt, zudem hat mich noch eine gute Freundin gespoilert. Ich wollte mir die Reihe nicht kaputt machen. Nachdem ich den Film »Die Bestimmung – Divergent« gesehen habe, wollte ich es dann doch wissen und ich muss sagen: Ein sehr böser, aber konsequenter Band. 

Es beginnt direkt nach dem zweiten Band. Tris, Christina und Cara sind eingesperrt. Er muss erst noch entschieden werden, was mit ihnen passiert. Später werden sie von den Getreuen angesprochen, einer Gruppe, die am alten Fraktionssystem festhalten will. Mit ihrer Hilfe schaffen sie es, die Stadt zu verlassen. Doch ihre neue Bleibe stellt sie vor eine Wahrheit, die niemand von ihnen erwartet hätte. 

Wer den zweiten Band nicht mehr genau im Kopf hat, sollte sich eventuell noch einmal eine Zusammenfassung organisieren. Bei mir kamen die Erinnerungen eher schleppend wieder (nach einem Jahr ohne »Bestimmung«). Allerdings fand ich das ganz gut so. Ich mag es lieber so, statt mit Wiederholungen zugeschüttet zu werden. Ich hatte aber auch kaum Probleme, mich wieder einzufinden, obwohl ich nicht mehr alles wusste. 

Die Charaktere sind ziemlich gut; ich hatte das Gefühl, dass sie sich verändert haben. 
Tris ist stärker und härter geworden, als sie es vorher war, zumindest kam sie mir stärker vor. Sie hat ein paar Züge an sich, die ich nicht mochte, aber insgesamt wirkte sie erwachsener. Sie glaubt an ihre Überzeugungen, die sich nicht nur im Fraktionssystem begründen. 
Über Four erfährt man diesmal ziemlich viel. Durch seine Perspektive erhält er mehr Tiefe, mehr Ecken und Kanten und der Leser entdeckt eine ganz neue, weichere Seite. Das gefiel mir eigentlich ziemlich gut, nur manchmal waren mir seine Gedanken etwas zu blumig, ansonsten kann man ihn aber nachvollziehen und viele seiner Handlungen wirken verständlicher. 
Auch einige andere liest man wieder. Sie alle sind hin und her gerissen, wissen nicht, ob sie die Fraktionen wollen, wie sie dazu stehen und einige haben Probleme ihren Platz zu finden. Sie müssen erst noch heraus finden, wer sie wirklich sind, ohne die Fraktionen und es war spannend zu sehen, wie sie mit der neuen Situation umgehen. 

Die Beziehung zwischen Tris und Four leidet unter der Angespanntheit. Sie müssen sich um ziemlich viel kümmern, Entscheidungen treffen usw. Ihre große Aussprache ging mir dann ein bisschen zu schnell, man merkt, dass doch noch nicht alles geklärt ist. Aber ich glaube ein zehn Seiten langes Streitgespräch hätte mich dann auch gestört. So gesehen war es in Ordnung. 
Aber auch die anderen Beziehungen sind gut gelungen. Es werden viele wichtige Punkte angesprochen. 

Der Stil ist ganz gut. Sehr nüchtern und klar, ohne viele schnörkelige Beschreibung. Dennoch werden Orte, Personen und Situationen gut skizziert, sodass sich der Leser sich zurecht findet.
Ein wenig verwirrend waren am Anfang die Perspektivwechsel. Tris kennt man ja schon, aber die Sicht und Gedanken von Four waren bisher nur teilweise bekannt. Im ersten Kapitel erschien er mir weich und na ja, er kam mir fremd vor. Später zeigen sich aber wieder die bekannten Züge, seine Ängste und seine Stärken. Zuerst etwas gewöhnungsbedürftig, auch konnte ich sie nicht so gut unterscheiden, später war das aber kein Problem mehr. 

Es war schön, dass weiterhin Details aus den vorhergehenden Bänden aufgegriffen wurden. So erinnert sich Tris an den Tag der Bestimmung oder Momente aus ihrer Zeit bei den Ferox. Aber auch Ereignisse danach werden angesprochen. So gerät es nicht in Vergessenheit und steigert meiner Meinung nach auch nochmal die Zusammengehörigkeit der Bücher. 

Der Leser bekommt in diesem band viele Antworten. Wer das Fraktionssystem ein bisschen einfach fand, erfährt, was dahinter steckt, wie es entstand und vieles mehr. Für einige wird der Input vielleicht ein bisschen zu viel sein oder auch Tempo rausnehmen, für mich war das super. Ich mochte die Erklärung und die dadurch entstandenen Konflikte bzw Überlegungen. Wirklich sehr interessant. 
Das neue Setting gefiel mir sehr gut. Sie sind wieder woanders und die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Leuten bzw den Orten werden sehr gut dargestellt. Die Atmosphäre ist wieder gedrückt, ernst und angespannt, aber auch nachdenklich. Nach dem Lesen geisterte mir das Buch auch noch lange im Kopf herum. 

Spoiler! Das Ende war sehr spannend, actionreich, emotional und konsequent. Ich kann verstehen, wieso sich hier die Geister streiten. Mir gefiel es wirklich gut, obwohl es recht böse war. Wenn es anders gekommen wäre, hätte die Autorin ihre Charaktere verraten. Es musste so kommen und ich fand es sehr mutig, dass Veronica Roth es so durchgezogen hat. Aber ich gebe zu, man muss solche Enden mögen. 
Es bildet auch einen guten Abschluss der Reihe. Viele Fragen werden endgültig beantwortet und eine Zukunftsaussicht geboten. Der Leser bleibt nachdenklich zurück. 

Ein sehr gelungenes Buch, das sehr spannend und interessant zugleich war. Mich konnte es definitiv überzeugen. Einige Kritikpunkte (zB Fours neue Seite oder das Ende), die ich in anderen Rezensionen gesehen habe, konnte ich nachvollziehen, mich haben sie aber nicht gestört. Wer sich traut und offen für alles ist, wird auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. 

Von mir gibt es 4 von 5 Skulls, aber nur, weil ich nicht dieses 'Lieblingsbuch-Gefühl' hatte und mir der Funke gefehlt hat.




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