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Sonntag, 2. März 2014

eBook - "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich

entnommen bei dotbooks.de






Titel: Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
Autor: Sebastian Niedlich
Genre: Roman / Satire
Verlag: dotbooks
Seiten: 315
Preis: 4,99€ (eB) hier kaufen






„Meine Gabe, den Tod anderer Leute voraussehen zu können, hat schon was. Gibt ein prima Partyspiel. ‚Hey, ich sage euch, wer als Nächstes stirbt!‘ Spaß für die ganze Familie!“ 
Freunde sind etwas Wunderbares. Und manchmal findet man sie an den ungewöhnlichsten Orten. Martin hätte allerdings darauf verzichten können, am Sterbebett seiner Großmutter die Bekanntschaft des leibhaftigen Todes zu machen. Dieser hat sich eingefunden, um die Seele der alten Dame sicher ins Jenseits zu befördern – und ist begeistert, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann. Für ihn steht fest: Martin und er sind dazu bestimmt, beste Freunde zu werden. Schließlich ist er ein echt netter Typ! Und hey: Niemand kann so glaubhaft versichern, dass man weder an Langeweile, noch an einem gebrochenen Herzen sterben kann … Im Laufe der Zeit gewöhnt Martin sich daran, dass der Leibhaftige stets bei ihm auftaucht, wenn er es am wenigsten gebrauchen kann. Doch als er eine ganz besondere Frau kennenlernt, muss er sich eine entscheidende Frage stellen: Macht es überhaupt Sinn zu leben, zu lieben und nach dem Glück zu suchen, wenn am Ende doch immer der Tod wartet?
Vielen Dank an dotbooks und Blogg dein Buch die mir das eBook zur Verfügung gestellt haben! 


Es beginnt mit dem Tod. Martin sitzt auf einer Bank im Park, sieht das vorbestimmte Ende der Personen um ihn herum und hat eine Verabredung mit dem Tod, also der Person und seinem eigenen Ende. Daraufhin denkt er zurück, wie er der Figur Tod das erste Mal begegnet ist. 
Der Leser folgt Martin von den Anfängen im Kindergarten-Alter bis zu seinem Ende. Immer wieder läuft er Tod über den Weg. Die Begegnungen sind meist lustig, manchmal auch fatal oder enden mit einem Streit. Mit viel Witz wird die Geschichte von Martin und Tod erzählt. 

Die Charaktere war anders als gedacht und sogar Tod, bzw Thanatos, konnte mit verschiedenen Facetten aufwarten. 
Martin ist eher ein Außenseiter und schon als kleiner Junge eher ruhig und zurückhaltend. Er wirkt unbeholfen und hat kaum Freunde, bis Tod bei ihm auftaucht. Das macht es zum einen besser, zum anderen aber auch schlechter. Wer will schon was mit dem Jungen zu tun haben, der ständig Gespräche mit sich selber führt? Aber immerhin kommt Tod ihn besuchen, wieso aber ausgerechnet Martin diesen sieht, weiß er nicht. Über die Jahre entwickelt er sich, wird zum Rettungsschwimmer und schafft es halbwegs normal zu sein. Als Tod wieder auftaucht und ihm seine Stelle anbietet. Davon will Martin nichts wissen und lehnt es ab, er will lieber das Sterben verhindern, als dazu beizutragen. Das führt zu einigen hitzigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden.
Thanatos gefiel mir richtig gut und er war schon anders, als ich erwartet hatte. Mal ist er nett und verständnisvoll, dann wieder dickköpfig und eben der Tod. Er hat logischerweise eine ganz andere Einstellung zum Sterben als Martin, was die beiden nicht unbedingt zu dicken Freunden macht. Aber ich hatte das Gefühl, dass er gern bei Martin ist und sich freut, jemanden zum Reden zu haben. Mit der Zeit erfährt man auch noch mehr über Thanatos, wie er zu seinem »Job« kam und ähnliches. 

Die beiden passten gut zusammen und harmonierten sehr gut. Sie sind sehr Gegensätzlich, was das Ganze noch mal interessanter machte. Der Autor hat es geschafft aus dem »bösen Tod« eine sympathische Figur zu schaffen, die einem schnell ans Herz wächst. Insgesamt wirken sie gut durchdacht und nachvollziehbar (gut, bis auf Martins ewige Schwärmerei für Anna). Ich mochte beide gern. 

Der Stil ist locker leicht und liest sich schnell. Es prallen mit Martin und Tod zwei (Sprach-)Welten aufeinander, die der Autor gut umgesetzt hat. Oft musste ich lachen, weil die beiden stilistisch aneinander vorbei redeten. Als Thanatos dann plötzlich mit »cool« anfing, war es ganz vorbei. Sehr witzig dargestellt. Das Buch lebt ja erst durch seine Dialoge, bzw. die Begegnungen zwischen den beiden, und die sind alles alles andere als langweilig. 
Was mich nur ein wenig gestört hat, war die etwas träge Handlungskurve. So gern ich die Dialoge auch hatte, wirklich viel ist nicht passiert. Der Leser verfolgt knapp 30 Jahre von Martins Leben, in denen nicht allzu viel passiert. Was ja auch verständlich ist. Damit muss man nur rechnen. Ich hatte das in der Form nicht erwartet und war demnach ein wenig enttäuscht. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass es so vor sich hinplätschert. 

Die Darstellung von Thanatos, wie bereits erwähnt, gefiel mit richtig gut. Der Autor hat klassische Elemente, wie die schwarze Kutte, mit neuen Ideen, ein Kecher statt einer Sense, verbunden. Er sammelt die Seelen, die wie Schmetterlinge aussehen, ein und hat dazu noch eine Vorliebe für Schach und Bowling. Eine witzige Kombi und dazu kommen noch seine Sprache und Weltanschauung. Auch hat er einige coole Tricks drauf, wie das Hin- und Herreisen oder das »Aufteilen«, was cool beschrieben wird. Diesen Tod würde ich dann doch gern treffen.
An dieser Stelle muss ich einfach auch das Cover erwähnen. Es passt einfach perfekt zum Buch!

Das Ende ist ganz cool gemacht und schließt die Thematik gut ab. Es endet, wie es begann und der Leser bleibt mit einigen offenen Fragen zurück, die aber nicht weiter stören. 

Insgesamt hat es mir gut gefallen. Es zog sich ein wenig, aber das machte Thanatos schnell wieder wett. Das Buch erzählt von Freundschaft, dem Leben und dem Tod. Es vermittelt auch eine etwas andere Sicht auf die ganze Thematik. 
Ein schönes Buch für Zwischendurch mit viel Witz und Charme!

Von mir gibt es 4 von 5 Skulls!

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