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Dienstag, 18. März 2014

Buch - „Zweite Chancen“ von Dominik Altherr






Titel: Zweite Chance
Autor: Dominik Altherr
Genre: Fantasy
Verlag: Selfpublisher
Seiten: ca. 58
Preis: 0,92€

Jennas Bestimmung als Lichtwesen ist es Menschen zu retten.
Menschen, die eine zweite Chance verdienen.
Doch bei ihrem bisher wichtigsten Auftrag beginnt sie zu zweifeln:
"Wie weit darf man beim Spiel mit dem Schicksal gehen?"
Quelle: Amazon


„Einhundert gerettete Menschen. - Das war es, was wir Lichtwesen wollten.“


Da wir Geister auch ein Herz für Indies und Selfpublisher haben, freuten wir uns sehr über die Möglichkeit, den Erstling von Dominik Altherr lesen zu dürfen.

Jenna ist eine Art Schutzengel und bekommt von ihrem Boss den Auftrag, den jungen Politiker Alexander zu beschützen. Doch schnell wird klar, dass dieser Job gar nicht mal so einfach ist, denn Alex scheint irgendwie vom Pech verfolgt zu sein. Was wirklich dahinter steckt, lässt Jenna an ihrer Aufgabe zweifeln.

Zu Beginn muss man sagen, dass es sich bei „Zweite Chance“ um eine recht kurze Novelle handelt. Eigentlich kann man es eher wie eine etwas zu lang geratene Kurzgeschichte ansehen, da es ziemlich viele Gemeinsamkeiten ausweist. So sind die Charaktere recht eindimensional und auch der Story fehlt es hier und da an Tiefe. Aber das ist normal, wenn man eine Handlung auf wenige Seiten schreibt. Man kann von der Story nicht das selbe verlangen wie von einem Roman. Auf der anderen Seite dann wiederum wird die Geschichte zu detailliert für eine Kurzgeschichte und das macht sie irgendwie zu einem schwierigen Mischmasch.

Behält man das im Hinterkopf, erwartet einen eine ganz nette, kurzweilige Geschichte, die sich mal eben vorm Schlafengehen oder im Bus auf dem Weg zur Arbeit lesen lässt. Die Geschichte ist teilweise witzig und charmant, aber auch spannend mit kleinen Wendungen, so dass man sich am Ende doch ganz gut unterhalten fühlt. Für den Preis macht man da keinen großen Fehler.
Der Schutzengel-Mythos ist nun nicht unbedingt neu, aber Altherr schafft hier eine ganz eigene interessante Welt, von der ich leider gerne mehr erfahren hätte. Vielleicht könnte man das Konzept einfach noch mal für ein größeres Projekt aufgreifen? Mich würde es freuen.

Zu den Charakteren kann ich nicht viel sagen. Da sich die Schutzengel nicht an ihr Leben erinnern, fehlt es ihnen irgendwie etwas an Persönlichkeit und Tiefe. Bei dem kurzen Text, fand ich es aber nicht als störend. Positiv auffallen tut Hank, der doch irgendwie etwas mit Leben gefüllt wird und Jenna etwas in den Schatten stellt. Interessant finde ich das Grundkonzept, dass die Persönlichkeit durch die Beschreibung der anderen Lichtwesen beeinflusst wird. Da kann man wirklich sehr viel draus machen.

Etwas gestört haben mich die Fehler in der Zeichensetzung. Irgendwann dachte mein Hirn nur noch: Da! Da! Da! Und da auch! Das stört natürlich den Lesefluss, aber es sind ja alles Fehler, die man mit einer raschen Korrektur ausmerzen kann. Hier sollte der Autor wirklich noch mal über eine Überarbeitung nachdenken.

Abschließend muss ich noch das zauberhafte Cover erwähnen, das mich in erster Linie neugierig gemacht hat. Ich find es einfach richtig schön.


»Zweite Chancen« ist nichts halbes und nichts ganzes. Für eine Kurzgeschichte müsste ordentlich zusammen gestrichen werden, für einen Roman fehlt Inhalt und Tiefe. Aktuell ist die Geschichte irgendwo dazwischen gefangen, was eigentlich schade ist, da die Grundidee schon Potential hat.
Ich würde mir eine drastische Überarbeitung durch den Autor wünschen (gerade auch wegen der Rechtschreibung) und wäre sehr gespannt auf eine zweite Version. Ich würde eine zweite Chance geben.
Da ich mich aber an sich ganz nett unterhalten fühlte und das Grundkonzept interessant fand, gebe ich 3 von 5 Skulls.






P.S.: Dieses Buch ist Teil der Fantasize Challenge zum Punkt "ungewöhnliche Wesen" (Schutzengel).

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