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Montag, 17. März 2014

Buch - "Pandemonium" von Lauren Oliver

entnommen bei buecher.de





Titel: Pandemonium
Autor: Lauren Oliver
Genre: Dystopie
Verlag: Carlsen
Seiten: 400
Preis: 17,90€ (HC) / 12,99€ (eB)




-> Rezi zu »Delirium«




Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Die glaubte, was man ihr sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe.  
Nach dem ersten Band wollte ich dann doch wissen wie es mit Lena und ihrer Flucht weitergeht. 

Es beginnt in einer Schule und nicht wie erwartet mit der Flucht oder der Wildnis. Lena ist in New York und Mitglied der DFA (Deliria-Free-America). Die Organisation verkörpert eigentlich alles, was Lena verachtet. Der Widerstand hat in der letzten Zeit immer mehr Zuwachs bekommen, es gab Auflehnungen und genau das will die DFA unterbinden. 
Bei einer Veranstaltung der DFA wird Lena damit beauftragt den Sohn des Vorsitzenden, Julian, Im Auge zu Behalten. Als plötzlich Unruhen ausbrechen, ist Julian verschwunden und Lena schafft es gerade noch ihm zu folgen. Kurz darauf werden sie beide von einer anderen Widerstands-Organisation entführt.

Den Anfang fand ich erst etwas verwirrend. Die Kapitel (im Englischen) sind in »now« und »then« eingeteilt. Es beginnt mit »now« und damit hatte ich eigentlich gar nicht gerechnet. Schließlich sollte Lena auf der Flucht und nicht wieder in einer Stadt sein. Der Leser wird direkt in das Geschehen geworfen und muss sich zurecht finden.
Kurz darauf ist Lena wieder im Wald und kämpft ums Überleben. Ich muss sagen, dass ich die »then«-Kapitel mit der Zeit langweilig fand. Also nicht vom Inhalt her, der hat es wieder wett gemacht, aber da ja klar war, dass sie später in der Stadt landet, na ja... War für mich ein wenig die Spanung weg. 
Die Aufteilung war ansonsten aber ganz okay, die Wechsel auch nicht zu abrupt und gut gesetzt.

Die Charaktere gefielen mir wieder ganz gut.
Lena hat sich zum ersten band deutlich verändert. Sie gehört jetzt dem Widerstand an. Dennoch ist es für sie immer noch seltsam, wenn alle zusammen sitzen, sich berühren und alles ganz normal scheint. Sonst wurden Jungen und Mädchen streng getrennt. Ich mochte ihre widersprüchlichen Empfindungen ganz gern. Es passt ganz gut, da sie ja nicht alles mit einem Schlag vergessen kann, immerhin hat sie viele Jahre an das System und die Krankheit geglaubt. Sie hat diesmal zwei Gesichter. Die neue und die alte Lena. Die, die sich in der Stadt behaupten und auf ihr Benehmen aufpassen muss und die Lena, die die Vergangenheit nicht ganz abschütteln kann. 
Julian ist ganz in Ordnung. Er stellt eine wichtige Figur bei der DFA dar und war somit zunächst der Feind. Als er mit Lena eingesperrt ist, erfährt der Leser ziemlich viel von ihm und er wird schnell sympathisch. Ich mochte ihn ganz gern. Er will es seinem Vater recht machen und sich für die DFA einsetzen, dabei hängt sein Leben von der Heilung ab. Die Chance, dass er sie überleben wird, ist ziemlich gering. 

Die Beziehung zwischen den beiden ändert sich im Verlauf des Buches und ich war ein wenig zwiegespalten, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Einerseits mochte ich, dass sie Lena wieder öffnen konnte und sie und Julian sind schon süß. Andererseits war da aber auch Alex, der sich ja für sie geopfert hatte. Ihn sollte sie eigentlich für den nächsten Kerl aufgeben. Ansonsten war es aber nicht zu übertrieben, sondern ganz süß gemacht und es wirkte auch nicht zu erzwungen bzw. konstruiert. 
Insgesamt haben die Charaktere wieder viele Facetten und sind recht vielseitig. Man entdeckt immer etwas Neues und doch haben alle so ihre Eigenarten. 

Der Stil ist gewohnt gut lässt sich flüssig und locker runter lesen. Auch im Englischen hatte ich keine Probleme. Es ist wieder aus der Sicht von Lena im Präsens geschrieben. Es ist ganz spannend gemacht und ich konnte mich gut einfinden. 
Es passiert ziemlich viel und Lena kämpft das halbe Buch über ums Überleben. So gesehen war es wesentlich actionreicher und spannender als »Delirium«. Insgesamt ist über den kurzen Zeitraum ziemlich viel passiert, nur hatte ich das Gefühl, dass nur wenig davon zum eigentlichen Plot beigetragen hat. Dafür war es aber ein gutes Auf und Ab. 

Das Ende hat mir ziemlich gut gefallen und hat auch gut zum Buch gepasst. Dafür endet das Buch selbst mit einem Cliffhänger. Das war ziemlich gemein und man wird schon ein wenig gedrängt, den Folgeband zu lesen. 
Ansonsten aber, wie zuvor erwähnt spannend und auch vom Tempo her gut umgesetzt. Er wirkt nicht übereilt oder zusammengepresst. 



Insgesamt kann es mit »Delirium« mithalten und konnte mich auch überzeugen. Diesmal passiert mehr mit dem Widerstand und darauf sollte man sich einstellen. Lena ist jetzt mittendrin und selbst betroffen. Das Buch ist schon anders als sein Vorgänger, gefiel mir aber auch sehr gut. 

Wieder 4 von 5 Skulls!

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