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Donnerstag, 6. März 2014

Buch - "Herrscher des Lichts" von Brandon Sanderson

entnommen bei buecher.de




Titel: Herrscher des Lichts
Autor: Brandon Sanderson
Genre: High Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 989
Preis: 15,-€




-> Rezi zu »Kinder des Nebels«





Wer ist der Held am Ende der Zeit? Einst töteten Rebellen den Obersten Herrscher des Reiches, um endlich Frieden zu schaffen. Doch nun kehren auch die dunklen Nebel zurück und bedrohen die Menschen. Nur wer das Rätsel der Vergangenheit zu lösen vermag, wird den Untergang der Welt noch verhindern können…
Nach einem Jahr war es endlich so weit: Ich habe den letzten Teil der »Nebelgeborenen« gelesen und war wieder mittendrin und endlich erfährt der Leser, wer der Held aller Zeiten ist. 

Es beginnt ein Jahr nach dem zweiten Band. Die Belagerung ist beendet, aber das heißt nicht, dass alle Katastrophen abgewendet sind. Die Macht ist immer noch frei, das Land versinkt in Asche und Nebel, dazu kommen noch Erdbeben. Vin und Elant kämpfen um das Überleben des Volkes, scheinen aber nicht wirklich voran zu kommen. Der Oberste Herrscher hat Hinweise, Vorräte und anderes hinterlassen, für den Fall, dass er getötet wird. Elant zieht durch die Dominien, um die Vorratshölen zu finden und das Atium, eines der stärksten allomantischen Metalle, die es gibt. Und obendrein müssen sie noch die Welt vor dem Untergang bewahren.

Die Charaktere waren wieder genial und mitreißend.
Vin ist eine der stärksten Protagonistinnen, die ich kenne. Sie ist eine Nebelgeborene, eine starke Allomantin, die alle 14 Metalle verbrennen kann. Sie geht sehr geschickt mit ihrer Gabe um, benutzt sie intuitiv und vertraut inzwischen auf sich selbst. Ich mag sie sehr gern und fand sie schon im ersten Band genial und war wieder gefesselt. Inzwischen ist sie nicht mehr das kleine Mädchen, dass sich am liebsten verstecken würde, sondern hat sich zu einer selbstbewussten Frau entwickelt.
Elant, inzwischen auch ein Nebelgeborener, hat sich in einem Jahr zum Krieger und Herrscher entwickelt, doch eigentlich ist er unsicher und weiß nicht, ob er mit der Verantwortung richtig umgehen kann. Bei der Allomantie hat er allerdings dazu gelernt. Auch wenn er noch nicht die Eleganz von Vin hat, so ist er außerordentlich stark und scheut sich nicht, eine Horde Kolosse anzugreifen. 
Auch die anderen aus der Gruppe sind wieder mit von der Partie. Ich habe mich gefreut, als Weher, Hamm, TenSoon, Spuki und Sazed auftauchten. Weher ist so locker und anstrengend wie eh und je. Als Besänftiger ist er bei vielen unbeliebt, trägt aber das Herz auf der Zunge und kann andere ziemlich leicht verstehen bzw. durchschauen. Sazed ist diesmal ein trübsinniger und findet keinen Halt mehr in seinem Glauben und stellt seine Pflichten als Bewahrer hinten an. Er fungiert als Botschafter und Anführer, fügt sich allerdings nur widerwillig in seine Aufgabe.

Es ist wieder eine bunte Mischung aus Charakteren. Auch in diesem Band schafft es Sanderson wieder neue Facetten aufzuzeigen, sodass seine Figuren nie stagnieren oder langweilig werden. Es ist ein wahres Auf und Ab der Gefühle und es ist spannend zu sehen, wie sie miteinander agieren, was sie verheimlichen und wie sich das ganze Geschehen entwickelt.

Der Stil ist gewohnt gut. Viele Beschreibungen fließen mit Dialogen und kleineren Handlungen zusammen. Gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass nicht soo viel passiert ist, aber irgendwie war es immer spannend und ging im Plot voran. Keine Ahnung, wie Sanderson das geschafft hat. Ich mag den Stil sehr gern.
Es ist mitreißend und auch die Wechsel sind gut eingesetzt. Es wirkte nicht abrupt oder störend; ich fühlte mich nicht aus der Handlung gerissen. Alles ist stimmig und die Spannung wird nach und nach gesteigert.
Auch werden viele Hinweise eingestreut, die im Nachhinein offensichtlich scheinen, aber zu jenem Zeitpunkt nur Informationen waren, denen ich keine größere Bedeutung beigemessen oder sie im besten Fall interessant gefunden habe. Genial eingebaut.

Die Idee der Allomantie mochte ich schon seit dem ersten Band. Auch diesmal gibt es wieder Kampfszenen mit Vin und/ oder Elant, in denen ihre beeindruckenden Kräfte zum Einsatz kommen. Es ist faszinierend zu sehen, was Sanderson mit den Metallen gemacht hat. Diesmal wurde aber auch die Ferrochemie und die Hämalurgie stärker eingebaut. Bei Allomantie kann man verschiedene Kräfte durch Metalle erlangen, die Ferrochemie speichert Kräfte für einen späteren Zeitpunkt und die Hämalurgie nimmt Kräfte von anderen und ist somit die gefährlichste bzw bösartigste. Die Verbindung der drei Kräfte ist aber einfach genial.

Bonus ist das umfangreiche Glossar. Zuerst werden die Metalle ihre allomantische, ferrochemische und hämalurgische Kraft vorgestellt. Danach folgen Personen, allgemeine Begriffe und so weiter. Der Leser hat also einen sehr guten Überblick, wenn nicht alles klar, oder die vorherigen Teile nicht mehr ganz so präsent sind.
Hinten im Buch findet sich sowohl eine Zusammenfassung des zweiten, als auch des ersten Bandes, sodass man auch nach langer Lesepause einen guten Überblick hat. Weiterer Vorteil waren die wenigen Wiederholungen im Buch. Es wirkte nie mit Rückblicken überladen oder übertrieben ausführlich.


Das Ende kam, wie bei den beiden anderen Büchern, zu früh. Wieder wollte ich nicht, dass es vorbei ist. Aber alles bedarf ein Ende.
Ich muss zugeben, dass ich nicht geglaubt habe, dass sie es schaffen können oder noch irgendwas Herausragendes passiert. Der Untergang der Welt scheint vorprogrammiert, Ruin steht kurz vor dem Sieg und Bewahr ist am Ende seiner Kräfte. Es gibt viel Action, Spannung, Allomantie, Ferrochemie, Kolosse und anderes. Alles prallte am Ende aufeinander und bildet einen richtig guten Abschluss der Reihe. Es hat mich verwirrt, aber auch überrascht und hatte eigentlich alles, was ein Ende haben sollte. 

Insgesamt mochte ich den ersten Band am liebsten. Vin und die anderen wurden vorgestellt, ebenso die Allomantie. Eine kleine Gruppe von Dieben wollte den Obersten Herrscher stürzen. Das war schon beeindruckend. Aber auch der letzte Teil hat mich überzeugen können. Er ist der düsterste Teil der Trilogie und auch der aussichtsloseste von der Situation her. Aber auch dieser Band ist lesenswert und alle Sanderson-Fans werden auch diesmal ihren Spaß dabei haben. 
Bei der Reihe erwartet einen High Fantasy, coole Kräfte, Spannung und verrückte Ideen.

Klare Leseempfehlung von mir! 4,5 von 5 Skulls!

Kommentare:

  1. Hört sich interessant an, ich werde mir das Buch auf jeden Fall mal näher anschauen. Danke für die tolle Rezi!

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    1. Also ich kann die Reihe nur empfehlen! Es war ein richtig schönes Lesevergnügen. Aber wie gesagt der erste Band 'Kinder des Nebels' bleibt für mich unschlagbar ;)
      Danke =)

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