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Donnerstag, 13. März 2014

Buch - "Cassia & Ky - Die Auswahl" von Ally Condie

entnommen bei amazon.de





Titel: Cassia & Ky - Die Auswahl
Autor: Ally Condie
Genre: Dystopie / Romantasy
Verlag: Fischer
Seiten: 453
Preis: 9,99€ (tb / eB)






Das System sagt, wen du lieben sollst – aber was sagt dein Herz? 
Für die 17-jährige Cassia ist es der wichtigste Tag ihres Lebens: Heute erfährt sie, wen sie mit 21 heiraten wird – wen das System für sie ausgewählt hat. Es könnte jeder Junge aus Oria sein, doch zur großen Überraschung aller wird ihr bester Freund Xander als ihr Partner bekanntgegeben.
Als Cassia sich später auf dem feierlich überreichten Mikrochip Informationen über Xander ansehen will, passiert etwas schier Unmögliches: Es erscheint das Gesicht eines anderen Jungen – das von Ky. Cassia ist schockiert und verängstigt. Das System macht keine Fehler! Und tatsächlich wird ihr von offizieller Seite versichert, dass es sich um ein einmaliges Versehen handelt. Aber Cassia geht Kys Anblick nicht mehr aus dem Kopf. Gibt es doch die Möglichkeit zu wählen?

Das Buch hat mich seit einer Weile verfolgt. Erst hatte es eine Freundin gelesen, dann tauchte es überall auf und zuletzt wurde es mir beim Gewinnspiel empfohlen. Also wanderte es nach langer Zeit auch in mein Regal. Überzeugen konnte es mich allerdings nicht. 

Es beginnt mit dem Paarungsbankett, einer Veranstaltung bei dem die 17-Jährigen ihren idealen Partner mitgeteilt bekommen, den sie dann mit 21 Jahren heiraten sollen. Der Leser ist also gleich mittendrin und muss sich zurecht finden. 
Cassia fieberte dem Abend lange entgegen und ist nun sehr nervös, sie will endlich wissen, für wen sie bestimmt ist. Dieser Abend würde über den Rest ihres Lebens entscheiden und hofft auf einen guten Partner. Ihr bester Freund steht dem ganzen eher gelassen gegenüber. 
Dann ist es soweit, Cassia wird aufgerufen und ihr idealer Partner ist … ihr bester Freund Xander. Als sie sich am nächsten Tag den Chip mit seinen Informationen, den sie zuvor erhalten hatte, ansehen will, erscheint nicht nur das Bild von Xander, sondern auch von Ky. Seit dem Zeitpunkt läuft er ihr immer häufiger über den Weg, sie muss andauernd an ihn denken und erfährt mit der Zeit immer mehr von ihm.

Die Charaktere haben mich nicht wirklich packen können. 
Cassia ist am Anfang ganz normal. Sie mag das System, arbeitet wie ein Uhrwerk und macht sie eigentlich kaum Gedanken. Sie freut sich auf das Paarungsbankett und auch darüber, dass Xander ihr Partner sein wird. Dann taucht Kys Bild vor ihr auf und plötzlich interessiert sie sich für den Jungen. Er gehört schon seit vielen Jahren zu ihrem Freundeskreis, doch da hatte sie ihn nicht beachtet, dazu bedarf es dann eines Systmfehlers. Auch sonst waren mir die Gefühle und Beweggründe von Cassia eher suspekt. Im einen Moment ist sie sehr für das System, dann hasst sie es plötzlich aus tiefstem Herzen. Keine schleichenden Veränderungen, vieles ist bei ihr schwarz-weiß. Das ging mir oft zu schnell und ich konnte nicht alles nachvollziehen. Ansonsten war sie auch eher durchschnittlich und hatte kaum Eigenschaften, die sie auszeichneten, bis auf ihr Talent beim Sortieren, dass sie später noch in Schwierigkeiten bring. 
Ky war mir von Anfang an unsympathisch, allerdings kann ich nicht recht erklären wieso. Vielleicht mochte ich Xander zu gern und Ky stellte einen Störfaktor dar, aber egal. Ky ist das große Geheimnis. Er stammt aus einer der äußeren Provinzen und wurde adoptiert. Er ist ein Ausnahmefall, hat bereits seine feste Anstellung auf Lebenszeit und hat sich perfekt an alles angepasst. Er ist sehr schweigsam und beobachtet immer alles und jeden. Sein Überlebenstrick liegt in der Nachahmung, zudem vermeidet er es aufzufallen. Cassia erfährt später vieles über seine Vergangenheit und lernt von ihm das Schreiben mit der Hand. Die beiden teilen Geheimnisse und brechen immer wieder die Regeln. 
Xander war mir gleich sympathisch. Er ist der beste Freund und Helfer in der Not. Er hat wirklich Charakter, oder zumindest mehr als die anderen beiden. Er ist für Cassia da, bei ihm wirkt sie ganz anders, als bei Ky, obwohl sie sich bei letzterem ja so viel besser fühlt. 

Insgesamt fehlte mir die Nähe zu den Personen. Es fehlte Tiefe und Leben. Cassia ging mir irgendwann nur noch auf die Nerven, ihre Gedanken kreisten nur noch um Ky, die Worte und seine Berührungen. Die Interaktionen sind seltsam, Cassia will eigentlich alles wissen, doch reden sie nicht wirklich viel. Es wirkt auch ein wenig gewollt, als müssten die beiden zusammen kommen, auch wenn sie, meiner Meinung nach, nicht gut harmonieren. 

Der Stil ist recht locker und liest sich sehr schnell. Das Setting ist immer recht gut beschrieben, der Stil wirkt sehr geradlinig, hier und da fließen auch ein paar verträumte Beschreibungen ein. Allerdings schafft es die Autorin nicht, Nähe zu Cassia aufzubauen. Bei einem Ich-Erzähler sollte das eigentlich nicht der Fall sein. Es wirkt distanziert und dadurch auch nicht sehr spannend. Manchmal fühlte ich mich auch ausgebremst. Es sollten wichtige Gespräche geführt werden, aber viel geredet wurde dann doch nicht, als hätte die Autorin vergessen, wo sie vorher hin wollte. 

Die Dystopie ist zwar das Grundthema und wird auch öfters eingeflochten, aber die Liebesgeschichte steht klar im Vordergrund. Das sollte man vorher wissen. Ich wusste es zwar, war aber dennoch enttäuscht, da der Gesellschaftsform nicht allzu viel Beachtung geschenkt wird. Das fängt schon damit an, dass mir immer noch nicht klar ist was ein »Airtrain« ist. Eine Hochbahn? Eine Schwebebahn? Ein normaler Zug?
Cassias plötzlicher Positionswechsel macht es da auch nicht besser. Sie hat kaum Zweifel, sondern wechselt einfach die Seite. Was ihr missfällt, wird nicht näher oder deutlicher beleuchtet, das kann sich der Leser selber zusammen reimen. Ein wenig schade, da mit das Grundkonzept eigentlich gefallen hat, aber so wurde viel Potential verschwendet. 

Das Ende war ganz okay, konnte aber des Gesamteindruck nicht mehr heben. Es war zwar spannend, wer aber auf ein richtiges Finale hofft, wird ein wenig enttäuscht. Es musste noch etwas dramatisches passieren, das war aber irgendwie vorhersehbar gewesen und ich hatte das Gefühl, dass danach noch zu viel erzählt wurde. Ein früherer Cut wäre besser gewesen, zumal dann alles sehr schnell erzählt wurde, als wollte die Autorin fertig werden. 

Für mich war es eine Mischung aus Altbekanntem, die mich nicht wirklich packend konnte. Liebesgeschichten muss man mögen, diese stellte aber auch kein wirkliches Highlight dar. Auch hatte ich öfters »Delirium« von Lauren Oliver im Kopf, welches um Längen besser ist. 
Vielleicht hätte es mir besser gefallen, wenn nicht so viel unnötige Energie in die Liebesgeschichte verschwendet worden wäre. Es ist kaum Entwicklung da, alles passiert immer gleich, plötzlich, intensiv; das hat mich ein wenig gestört, zudem konnte ich mich aber nicht mit den Protagonisten anfreunden. Ob ich mir den Folgeband holen werde, weiß ich noch nicht.
Wer aber erst mit Dystopien einsteigen und sich langsam an das Genre herantasten will, und/ oder gern Romantasy liest, kann hiermit durchaus seinen Spaß haben. 
Diesmal 2,5 von 5 Skulls!

Kommentare:

  1. Huhu =)
    Schade, dass es Dir nicht so gefallen hat. Ich fand den ersten Teil noch gut, aber Band 2 habe ich nach der Hälfte abgebrochen, weil es sich so elendig gezogen hat und nichts passierte. ;-) Da war ich dann ziemlich arg enttäuscht von der Trilogie und habe sie auch nicht weiter verfolgt.

    Liebe Grüße
    Katie♥
    von
    Katies fantastische Bücherwelt

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    1. Huhu,
      ja, er war okay, aber irgendwie konnte er mich nicht packen, die Charaktere waren so garnicht meins ^^'
      Jaaa, das hat mir eine Freundin auch schon erzählt :D Ich werde wohl auch nicht weiter lesen.

      Liebe Grüße
      Maria

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