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Freitag, 14. Februar 2014

Buch - „Zeitsplitter“ von Cristin Terrill

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Titel: „Zeitsplitter – Die Jägerin“
Autorin: Cristin Terrill
Genre: Dystopie / Zeitreise
Verlag: Boje
Seiten: 332
Preis: 14,99€ (Hardcover) / 11,99€ (eBook)






Marina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen. Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich ... 

Quelle: Verlagsseite
"Du musst ihn töten. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich die Wörter immer noch vor mir. Sie sind wie eingebrannt in mich, aber ich kann sie nicht akzeptieren. Es muss einen anderen Weg geben. Ich bin nicht so hart. Noch nicht." 
(Seite 16)



„Zeitsplitter“ erreichte mich als Überraschungspost vom Verlag zusammen mit einem passenden, kleinen Notizbuch und ich war direkt hin und weg – obwohl ich das Buch bis dahin gar nicht bewusst auf dem Schirm gehabt hatte. Ein Grund, das schnell zu ändern!

Die Welt von Em ist schlecht. Aus einem freien Land wurde innerhalb kürzester Zeit ein totalitärer Überwachungsstaat, in dem sie selbst der Staatsfeind Nr. 1 ist. An all dem ist ihr bester Freund James schuld.
Vier Jahre zuvor war die Welt für die kleine, naive Marina noch in Ordnung. Und um diesen Zustand wieder herzustellen, muss Em durch die Zeit fliehen und zu James größtem Feind werden, um sich selbst und die Welt zu retten.

Der Roman wird aus zwei Perspektiven erzählt. Naja, wenn man es genau nimmt, ist es nur eine. Zum einen wäre da Marina, das hübsche, etwas gutgläubige Highsociety Mädchen aus Washington und zum anderen ihr vier Jahre älteres Ich Em, das in einem Gefängnis sitzt. So verschieden diese beiden Mädchen sind, stellen sie doch die selbe Person dar, beeinflusst von den äußeren Umständen und der Zeit.
Em mochte ich sofort. Sie ist intelligent, frech und selbstbewusst, obwohl ihre Lage echt mies ist. Sie ist stark, lässt sich von den Wächtern und dem Doktor nicht einschüchtern und kämpft um ihr und Finns Leben.
Marina hingegen ist ein typisches 16jähriges Mädchen. Sie ist etwas blauäugig und lebt in ihrer feinen, schönen Welt mit reichen Eltern, elitären Nachbarn und den größten Highschool Diven als Freundinnen. Aber man kann ihr ja keinen Vorwurf machen, sie ist schließlich ein Teenager, der in einer rosa Wattewelt aufgewachsen ist.
Besonders schön, ist, dass man die Entwicklung, die zwischen diesen beiden Persönlichkeiten liegt, gut nachvollziehen kann. Marina wird schon während des Romans stärker und man erkennt ganz langsam Em in ihr.
Trotzdem war ich als Leser immer lieber bei Em, was vielleicht auch an dem älteren Finn lag, der immer wieder mit seinen frechen Sprüchen die Stimmung lockert. Irgendwie kam mir dieser Charakter etwas zu kurz. Man hätte mehr aus ihm machen können. Mit James hingegen wurde ich gar nicht warm. Ich fand ihn von vornherein sehr strange und ich kann echt nicht sagen, was Marina eigentlich an ihm findet. Um für mich sympathisch zu wirken oder mir ans Herz zu wachsen, hätte man ihn noch etwas mehr ausarbeiten müssen.

Der Plot nimmt einen ziemlich eigenwilligen Verlauf. Während es total spannend mit der Flucht von Em und Finn in die Vergangenheit einsteigt, sackt es im Mittelteil komplett ab. Spannung kommt nur ganz selten auf und wenn nur sehr kurz. Eigentlich ist es irgendwie nur noch eine Aneinanderreihung von Szenen, in denen die Charaktere irgendwo sitzen und rede. Die Umgebung wird dabei quasi nur ausgetauscht. Das ist jetzt nicht langweilig oder so, denn die Gespräche sind ja wichtig, teilweise auch nachdenklich, aber ich hatte doch das Gefühl, dass sehr viele Chancen verschenkt werden. Ein wenig mehr Action zwischen den Gesprächen hätte der Story wahrscheinlich nicht geschadet.

Erst gegen Ende nimmt das Buch noch mal richtig an Fahrt auf, um ein ziemlich gutes Finale hinzulegen. Ich persönlich fand es sehr gelungen und muss zugeben, dass ich damit irgendwie nicht gerechnet hatte. Deswegen haben die letzten Seiten noch mal sehr viel für mich raus gehauen. Ich habe mich ja auch ganz lange gefragt, wie konnte es überhaupt so weit kommen? Und um das ganze Ausmaß von James' und Ems Geschichte zu erfahren, muss man schon recht lange warten.

Etwas überrascht war ich, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es sich bei dem Buch um den ersten Teil einer Reihe handelt. Laut der Autorin wird es eine Dilogie (Quelle: Autorenseite). Sie arbeitet aktuell am zweiten Teil. An sich ist der Roman nämlich abgeschlossen und kann sehr gut für sich als Einzelband stehen. Ich rätsle, was da wohl noch kommen soll. Auf Amazon wird der 14. August 2014 für das englische Buch unter dem Verlag Bloomsbury Childrens Books genannt. Allerdings habe ich keine weiteren Belege dafür gefunden.


„Zeitsplitter – Die Jägerin“ ist eine spannende Geschichte über Freundschaft, Liebe und deren Grenzen mit kleinen Schwächen. Meiner Meinung nach wird im Mittelteil etwas die Spannung vernachlässigt, trotzdem verfolgt man interessiert die Entwicklung von James, Marina und Em. Nach einem gelungenen Final bleibt nur noch die Frage: Was hat die Autorin denn im zweiten Teil noch vor?
Ich kann mich nicht zwischen 3,5 und 4 Skulls entscheiden.... Im Zweifelsfalle für den Angeklagten!

Von mir 4 von 5 Skulls!







P.S.: Ich danke dem Bastei LübbeVerlag für die wundervolle Überraschungspost.
Diese Rezension ist Teil der Fantasize– Challenge zum Punkt „Zeitreisen“.

Kommentare:

  1. James sieht gut aus - für das typische 16-jährige Mädel Grund genug :-P Aber strange war er wirklich, was ihn für mich aber wieder so interessant machte :-)
    Die ruhigere Zeit im Mittelteil empfand ich auch so - aber für Abwertung hat es nicht gereicht - ich liebe diesen genialen Aufbau - alles andere war für mich nebensächlich <3 Aber verstehen kann ich dich :-)

    Ganz liebe Grüße

    Steffi

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    1. Ja, wahrscheinlich hast du recht. Als 16-jähriges Mädchen hätte mir hübsch, reich und intelligent wahrscheinlich auch gereicht :D
      Ich weiß nicht warum, aber ich fand ihn von Anfang an creepy o.O

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  2. Dieses "unsoziale", nicht zu Interaktion fähig, Angst vor neuen Bekanntschaften... Speziell, aber sehr gut dargestellt. Daher konnte ich den Rest gut nachvollziehen. Das ist nur schlüssig.

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    1. Shaldon Cooper aus Big Bang Theorie hätte seine wahre Freude mit ihm ;-)

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