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Samstag, 15. Februar 2014

Buch - "Zeitsplitter - Die Jägerin" von Cristin Terrill

entnommen bei luebbe.de






Titel: Zeitsplitter - Die Jägerin
Autor: Cristin Terrill
Genre: Dystopie
Verlag: BOJE (Bastei Lübbe)
Seiten: 332
Preis: 14,99€ (hc) / 11,99€ (eB)








Marina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen. Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich ...


Ein großes Danke an den Verlag Bastei Lübbe, der mir ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Es beginnt in einer Zelle. Em ist eingesperrt und verwirrt. Und sie hat Angst. Vor dem Doktor, der Folter und dem Abfluss. Wozu dient nur dieser Abfluss in ihrer Zelle? Kaum hat sie daran gedacht, beginnt sie sich die schlimmsten Szenarien auszumalen, die vor allem viel Blut beinhalten. Doch dann klaut sie einen Löffel und schraubt den Abfluss auf.

Marina ist scheinbar das genaue Gegenteil. Ihr Leben läuft in halbwegs geordneten Bahnen und sie ist verliebt, in ihren besten Freund James. Als sie die Chance hat, mit ihm auszugehen, muss sie nicht lange überlegen. Nur zu dumm, dass auch ein Kumpel, Finn, von James mitkommen soll. Doch der Abend verläuft anders als gedacht. James' Bruder wird, als er eine Rede hält, angeschossen.

Der Anfang hat mich ehrlich gesagt ein wenig verwirrt. Auf der einen Seite war die Zelle, das Gefängnis und dann ging es prompt mit einer Teenager-Schwärmerei weiter. Da war ich nicht ganz so begeistert von. Es hat auch nicht wirklich zusammen gepasst. Allerdings ist das für den späteren Verlauf noch ziemlich wichtig, sodass es wieder Sinn machte.

Die Charaktere waren sehr verschieden und die Kontraste richtig gut herausgearbeitet.
Em ist tough und stark und mutig. Sie hält den Befragungen stand, egal wie oft sie gefoltert wird. Und der Doktor macht es ihr nicht gerade leicht. Sie gefiel mir von allen eigentlich am besten, auch wenn sie zwischendrin ein wenig schwächelt. Sie steht zu dem, was sie macht oder machen muss und gibt nicht so schnell auf.
Marina dagegen war mir zu sehr auf James fixiert. Ihre Freundinnen sind allesamt seltsam, sodass ich mich gefragt habe, wieso sie befreundet sind. Später stellt Marina sich diese Frage selbst. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist sehr angespannt, allerdings war mir nicht ganz klar, wieso. Denn in den Szenen mit ihrer Mutter ist zwar ein unterschwelliger Konflikt da, vor allem da die Frau eher an sich denkt, aber das reichte mir noch nicht so ganz.
James ist ein seltsamer Junge. Er ist scheinbar der Schwarm aller Mädchen, charakterlich aber sehr zurückgezogen, schüchtern und introvertiert. Er lässt kaum jemanden an sich heran, will niemanden zur Last werden und ist eigentlich ein Genie. Während Marina noch auf der High School ist, arbeitet er bereits an seinem Master. Er hat ein Ziel, dass ihn antreibt. Reisen in die vierte Dimension, die Welt durch Zeitreisen retten.
Finn ist süß und charmant. Ihn mochte ich auch ganz gern. Er passt irgendwie nicht so ganz zu den anderen. Er ist nicht so ernst und abgebrüht. Obwohl er schon einiges hinter sich hat, schafft er es Situationen aufzulockern, Leute zu beruhigen oder für sich zu gewinnen. Er ist quasi die gute Seele im Buch.

Insgesamt sind sie ganz gut gezeichnet. Jeder hat seine Höhen und Tiefen und seine Abgründe. Alles so, wie es sein sollte. Ich mochte auch die starken Kontraste zwischen den einzelnen Personen. Somit auch die Entwicklung derjenigen. Was musste passieren, damit es zu diesem und jenem kommt. Wirklich sehr gut dargestellt.

Der Stil ist ganz gut. Das Buch wird wieder im Ich-Erzähler Präsens wieder gegeben. Das war zu Anfang wieder etwas verwirrend, zumal zwischen Em und Marina gewechselt wird, dass aber nur bei den Überschriften deutlich war, die ich gern mal übersehe. Ansonsten aber gut und flüssig zu lesen.
In der Mitte litt dann aber ein wenig die Spannung. Ich wusste lange nicht, was ich von dem Roman halten sollte und bei der Flaute musste ich mich ziemlich durchbeißen. Ich konnte nicht so wirklich was damit anfangen. Der Aufenthalt im Krankenhaus ist zwar wichtig, aber zu lang, es passiert recht wenig, sodass ich ein wenig abgedriftet bin. Da wäre sicher noch etwas mehr möglich gewesen. Auch ist es manchmal sehr distanziert. Stimmungen und Umgebung kommen teils nur grob skizziert an und ich konnte mich nicht immer einfühlen.

Sehr gut gefielen mir der originale Klappentext. Den abgedruckten Text kann man sowohl vorwärts als auch rückwärts lesen. Eine nette Spielerei, die ich ganz witzig fand.
Zudem die Zeitreisen Problematik. Auch wenn das Reisen an sich nicht im Vordergrund steht, so doch die Folgen. Von Paradoxien über Erinnerungssplitter hat sie Autorin da einiges herausgeholt. Und die oben bereits beschriebenen Kontraste waren richtig genial. Ich hätte mir vielleicht ein paar mehr Zeitsprünge gewünscht, aber na gut. Diese erfolgen übrigens mit einem Teilchenbeschleuniger, sodass quasi jeder in der Zeit springen könnte. Das war mal ein ganz interessanter Ansatz, der auch gut erklärt bzw. umgesetzt wurde.

Weniger gefallen hat mir die lange Flaute in der Mitte und das Gefühl am Anfang, dass ich nicht wusste, wo es hingehen soll. Ich habe im Vorfeld weder Klappentext noch Beschreibung gelesen, einfach um Spoiler zu vermeiden. Ich hatte ein wenig das Gefühl, als müsste sich die Autorin erst einschreiben und wusste dann in der Mitte nicht mehr, wie sie es verknüpfen wollte. Da wurde meiner Meinung nach ein wenig Potential verschenkt.

Das Finale war dann wieder richtig gut. Einiges war zu erahnen, aber es ging hin und her, war spannend und am Ende hat es mich dann doch überraschen können. Szenen von der Sorte hätte ich gern schon eher gelesen.
Der Schluss war dann für mich wieder ein wenig verwirrend. Das hätte dann nicht noch sein müssen. Es hat die gute Grundstimmung ein wenig geschwächt.
Und was richtig toll war: Es ist eine abgeschlossene Handlung. Klar gibt es noch ein paar ungeklärte Fragen, die sich der Leser selbst zusammenreimen darf, aber im Großen und Ganzen ist es abgeschlossen. Das ist ein gewaltiger Pluspunkt.


Insgesamt gibt es viele Wendungen und ist vor allem gegen Ende richtig spannend. Für Fans von Zeitreisen auf jeden Fall zu empfehlen.
Ich habe mich gefreut, dass ich es lesen durfte.

Von mir 3,5 von 5 Skulls!

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