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Donnerstag, 13. Februar 2014

Buch - "Rot wie das Meer" von Maggie Stiefvater

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Titel: Rot wie das Meer
Autor: Maggie Stiefvater
Genre: Fantasy
Verlag: Script5
Seiten: 430
Preis: 18,95€ (hc) / 14,99€ (eB)

Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot.

Das Buch war ein Geschenk zum Geburtstag. Maggie Stiefvater geistert inzwischen ja überall rum, darum habe ich mich gefreut, endlich mal was von ihr lesen zu können. Aber so ganz überzeugt hat es mich nicht.

Es beginnt mit dem Tag des Rennens. Sean Kendrick, damals noch ein Junge, ist mit seinem Vater am Strand, kurz vor dem Rennen. Der erste November. Das heißt, dass jemand sterben muss.
Danach beginnt die eigentliche Handlung einige Jahre später. Puck und Sean werden vorgestellt, ebenso die Pferde und das Rennen. Dann nimmt Puck am Rennen teil und erntet damit nicht nur Bewunderung. Viele der Inselbewohner sind gegen ihre Teilnahme. Aber der eigentliche Konflikt findet zwischen Sean und seinem Konkurrenten Mutt Malvern statt.

Die Charaktere waren sehr schön ausgearbeitet und dreidimensional.
Puck wohnt mit ihren beiden Brüdern und ihrem Pferd ein Stück ab von Skarmouth. Ihre Eltern sind vor einigen Jahren gestorben. Inzwischen sind sie arm und Gabe versucht so viel zu arbeiten, wie er kann, doch es reicht nicht und er will die Insel verlassen. Puck will das hinaus zögern und beschließt das Rennen zu reiten. Aber statt auf einem Wasserpferd, will sie ihr Landpferd reiten. Sie ist ein wenig wahnsinnig, aber auch mutig. Sie ist bissig, dann wieder sehr lieb, dann wieder ehrgeizig. Ich mochte sie eigentlich ganz gern.
Sean ist ein sehr zurückhaltender Mensch, der nicht viel sagt, aber andere dazu bringt, ihm alles zu erzählen. Er wirkt sehr still und viel älter, als er wirklich ist. Seine Leidenschaft liegt bei den Pferden und der See. Wie kein anderer kann er mit den Wasserpferden umgehen und schafft es, sie zu beruhigen. Zu Corr, dem Wasserpferd das seinen Vater getötet hat, hat er die engste Verbindung, nur leider gehört das Pferd nicht ihm. Benjamin Malvern, der Besitzer des größten Gestüts, der halben Insel, weiß um Seans Wunsch, ihm das Pferd abzukaufen, doch stattdessen lässt er den Jungen weiter für sich arbeiten.

Beide haben ihre Gründe an dem Rennen teilzunehmen. Die Beziehung zwischen ihnen entwickelt sich langsam und wird auch nie aufdringlich oder rückt zu sehr in den Vordergrund. Das gefiel mir eigentlich ganz gut. Manchmal wirkten die Charaktere auch recht distanziert und ich kam nicht so gut an sie heran. Aber insgesamt waren sie nachvollziehbar und die Handlungen gut begründet.

Der Stil ist ganz okay, manchmal aber gewöhnungsbedürftig. Sie schreibt teils sehr sprunghaft, vor allem bei Bewegungen. Mal steht Puck weit weg, im nächsten Moment ist sie bei Sean und gibt ihm was, oder so ähnlich. Es wirkt nicht ganz so fließend und mich hat es auch gern mal durcheinander gebracht. Später ist es mir aber kaum noch aufgefallen, nur musste ich mich erst darauf einlassen.
Ich hatte oft das Gefühl, dass es so vor sich hin plätschert und nicht wirklich viel passiert. Vor allem am Anfang kam ich nicht wirklich rein. Das eigentliche Rennen findet erst sehr spät statt, kurz vor Ende des Buches. Es geht vor allem um die Personen, die Hintergründe beim Rennen, die Vorbereitung und so weiter. Aber so wirklich packen konnte es mich nicht. Kann allerdings auch an der Pferde-Thematik liegen, das ist einfach nicht mein Gebiet.

Die Idee mit den Wasserpferden gefiel mir sehr gut. Es war mal etwas anderes. Den ursprünglichen Mythos kannte ich nicht, aber die Umsetzung ist auf jeden Fall gelungen. Die Pferde sind größer, stärker und schneller als Landpferde. Dazu noch bissig und blutrünstig. Sie fressen eigentlich alles, in dem Blut fließt, auch Menschen. Sie sind unberechenbar, aggressiv und hungrig. Sie kommen direkt aus dem Meer, werden mit den Herbststürmen an Land gespült. Ich fand die Idee richtig genial, ein bisschen böse, aber definitiv mal etwas Neues.

Das Ende war dann wieder sehr cool und Adrenalin-geladen, allerdings hatte ich das Gefühl, dass plötzlich das Rennen egal ist. Ich hätte gehofft das mehr auf das Rennen und die Folgen eingegangen wird oder das es noch mehr dazu gibt. Aber nach wenigen Seiten war es schon wieder vorbei und dafür, dass sich das ganze Buch um das Rennen dreht und es ja auch darauf hinaus laufen soll, war es dann doch zu wenig und nicht mehr wirklich wichtig.
Aber auch wenn es kurz war, war es doch ganz cool umgesetzt und noch mal richtig spannend.


Mich konnte es nicht ganz überzeugen, aber an sich eine tolle Idee und Fans von Pferden, Inselfeeling und ungewöhnlichen Mythen/ Fantasywesen werden ihren Spaß damit haben. Am Anfang ein wenig lang, dann aber doch interessant, durch die Pferde und man hofft, dass Puck und Sean ihr Ziel erreichen.

3,5 von 5 Skulls!

1 Kommentar:

  1. Schöne Rezi... bin mir aber immer noch unschlüssig ob ich das Buch lesen soll.... Pferde sind nicht sooo meins und bislang habe ich noch nichts von Maggie Stiefvater gelesen... Für die Lovelybooks Themenchallenge brauch ich allerdings noch ein Buch mit überwiegend rotem Cover - wer weiß?

    Liebste Grüße,
    Kasia

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