Seiten

Dienstag, 18. Februar 2014

Buch - "Die Säulen der Macht" von Maja Winter






Titel: Die Säulen der Macht
Autor: Maja Winter
Genre: Fantasy
Verlag: blanvalet
Seiten: 575
Preis: 9,99€ (tb)


Er ist ein Held – doch niemand wird es je erfahren
Prinz Tahan ist zum ewigen Kampf im Heer des Königreichs verdammt. All seine Hoffnung richtet sich auf den Brennenden Baum, eine der uralten Säulen der Macht. Doch seinem von Neid zerfressenen Vetter Dasnaree gelingt es, den Fluch für seine eigenen Zwecke zu nutzen und die Macht des Brennenden Baums an sich zu binden. Tahans letzte Chance im Kampf gegen die gläserne Armee seines verräterischen Vetters ist das Bauernmädchen Jalimey. Doch das verfolgt seine eigenen Ziele …



Mal wieder ein Buch, das ich beim Stöbern gefunden habe und später günstig bei reBuy bekommen habe. Mir gefiel die Idee des Buches, beim Lesen bin ich aber nicht richtig damit warm geworden.


Es beginnt mit einem Auserwählten, der noch nichts von seinem Glück ahnt und einer Gruppe Mönche, die sich endlich vor der Erfüllung ihrer Aufgabe glaubt. Nur leider ist der Auserwählte ein verwöhntes Prinzchen, dass nur ärger macht und nicht den besten Ruf geniest. Auch sein Vater, der König, hat die Nase voll und schickt ihn weg. So landet Tahan bei seinem Vetter, der ihm richtig auf die Nerven geht, aber eine gute Zielscheibe abgibt.
Eines Tages tauchen die Mönche auf der Burg auf und kurz darauf wird Tahan mit einem Fluch belegt. Er wird der größte Held des Landes werden – ohne, dass jemand seinen wahren Namen kennen darf. Der Prinz ist ab diesem Zeitpunkt jedem Herren zu Gehorsam verpflichtet, muss seinen Namen und seinen Stand ablegen. Er darf nicht einmal ein böses Wort zu seinem jeweiligen Herren sagen, noch ihm widersprechen. Das hasst Tahan am meisten, dass er sich unterwerfen muss. Er. Der Prinz. Er wird in der Krieg geschickt und kämpft nun fortan als Singendes Schwert. Doch bald sieht er sich einem magischen Gegner gegenüber.

Die Charaktere waren allesamt ganz spannend.Ich fand es mutig, dass sich die Autorin für so einen Protagonisten entschieden hat. Tahan ist alles andere als nett und symphatisch. Er ist verwöhnt, überheblich, nervig, muss immer das letzte Wort haben, kann sich nicht unterordnen und liebt es, andere aufzuziehen. Man bekommt den Eindruck, dass alles für ihn ein Spiel ist, vor allem die Menschen nutzt er gern, um sich zu erheitern. Bis zum Ende ist auch nicht klar, ob Noan nun sein Freund ist, wie er zu ihm steht und auf welcher Seite Tahan kämpft. Vermutlich auf seiner eigenen. Gerade das gefiel mir bei ihm aber auch. Er ist gerissen und ziemlich clever, oft kann er andere gut durchschauen. Er selbst ist dagegen undurchschaubar. 

Noan ist ein Fürstensohn aus einem der Hohen Häuser. Im Krieg trifft er auf Tahan und will Singendes Schwert, was so viele seiner Männer in den Kampf und den Tod stürzt, loswerden. Zusammen machen sie sich auf den Weg, um den Fluch zu brechen. Noan ist sehr gutmütig und behandelt Tahan nicht, wie andere Adelige. Er ist die gute Seele und man weiß bei ihm, woran man ist. Zudem ist er recht schüchtern Frauen gegenüber, aber auch störrisch Tahan gegenüber (auch wenn er später weiß, mit wem er es wirklich zu tun hat). Der junge Fürst tritt noch für Ehre und das Wohl des Volkes ein, für ihn zählen nicht seine eigenen Bedürfnisse. 
Jalimey ist eine Leibeigene, die den beiden Reisenden in die Hände fällt. Sie ist von Noans Großherzigkeit überrascht und traut den beiden erst nicht über den Weg. Später verliebt sie sich aber ihn ihn, obwohl mir nicht immer klar war, welchem Mann sie jetzt mehr zugetan war. Sie ist das große Mysterium, mit vielen Geheimnissen und auch bei ihr ist nicht immer klar, auf wessen Seite sie kämpft. Sie macht fast alles, um ihre Ziele zu erreichen. Ich mochte ihre Undurchschaubarkeit, dass ließ sie bis zum Ende spannend bleibe.


Insgesamt mochte ich sie alle auf die ein oder andere Art. Mit Tahan hatte ich so meine Schwierigkeiten, was allerdings verständlich ist. Ich war auch sehr froh, als Noan auftauchte, er hat das ganz gut auflockern können, Tahan kann man nicht allzu lang allein im Kopf haben.
Sie sind alle gut durchdacht, bewiesen Tiefe und hatten ihre Stärken und Schwächen. Dass ließ sie schön kantig wirken, sodass es nicht so schnell langweilig wurde. 



Der Stil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Auch watet die Autorin mit vielen schönen Beschreibungen auf, die einen Mitziehen und es gut Veranschaulichen. 
Jetzt kommt das Aber: Ich bin bis zum Ende nicht mit dem Buch warm geworden, allerdings weiß ich nicht wieso. Vielleicht war meine Einstellung, als ich mit Lesen begonnen hatte, nicht die beste. Zumindest hatte ich Probleme, die Charaktere auf mich wirken zu lassen und kam einfach nicht so richtig rein. Dabei mochte ich vieles am Buch, aber packen konnte es mich nicht, darum ist auch schwer, etwas zur Spannung zu sagen, bei mir kam erst am Ende wirklich welche auf. 



Die Idee dagegen mochte ich sehr gern, Singendes Schwert, die Glasbestien und auch die Macht der Vier waren richtig gut dargestellt und umgesetzt gewesen. Es war ziemlich cool gemacht, vor allem als immer mehr Fäden zusammen liefen und es ganz anders Sinn machte, als ich vorher erwartet hatte. 
Vielleicht war ich einfach wegen dem Kriegsgetümmel am Anfang nicht so begeistert. Es lässt sich Zeit, bis der Fluch gesprochen und später Noan getroffen ist. Vielleicht kam ich danach einfach nicht mehr rein. Aber die Bestien waren dennoch mein Highlight. Auch wenn sie zerbrechliche Gegner sind, muss man sie erst einmal sehen können, was bei durchsichtigem Glas nicht so leicht ist. Die Bestien waren klauenbewehrte Mischwesen, mit denen man sich nicht anlegen möchte. 



Das Ende war wieder richtig gut, ziemlich verstrickt, mit vielen Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte. Die oben erwähnten Fäden waren toll verknüpft gewesen und ich hatte das Gefühl gehabt, beim Lesen auf alles Gestoßen worden zu sein, aber nichts erkannt zu haben. Das gefiel mir sehr. Ich mag, denn etwas offensichtlich, aber versteckt ist. 
Das Ende des Buches ist in sich abgeschlossen, die Thematik beendet. Klar, es bleiben wieder einige Fragen offen, aber das ist ja auch in Ordnung. 




Tja, schade für mich. Es sollte einfach nicht mein Buch werden. Dennoch viele schöne Ideen, die ich gern gelesen habe. Die Autorin konnte mich, trotz meiner Schwierigkeiten, mitziehen und hat eine interessante und spannende Welt geschaffen. 



Von mir leider nur 3 von 5 Skulls.  


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen