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Sonntag, 9. Februar 2014

Buch - "Delirium" von Lauren Oliver

entnommen bei carlsen.de






Titel: Delirum
Autor: Lauren Oliver
Genre: Dystopie / Romantasy
Verlag: Carlsen
Seiten: 409
Preis: 8,99€ (tb) / 18,90 (hc) / 7,99€ (eB)







Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

Das Buch habe ich schon so lange auf meiner Wunschliste, dass es fast ein Wunder ist, dass ich es jetzt doch noch gelesen habe. Mich hat es gefesselt und der zweit Band ist auch schon gekauft. Mal sehen, wie es weiter geht.


Es beginnt mit der Krankheit. Amor Deliria Nervosa. Lena ist mitten drin, sie will geheilt werden. So bald wie möglich. Sie hat Angst vor der Krankheit und zählt die Tage, bis zu ihrem Eingriff. Vorher muss sie aber die Evaluierung bestehen. Danach werden ihr Partner vorgeschlagen, von denen sie später einen heiraten wird. Aber zuerst muss sie gut abschneiden. Alle sind wegen der Prüfung nervös, da das Ergebnis über alles entscheidet.
Am Tag der Evaluierung aber ist Lena verwirrt und schafft es nicht, sich auf die richtigen – von ihr erwarteten Antworten zu konzentrieren.
Kurz darauf trifft sie einen Jungen. Kontakt zu anderen Geschlecht ist verboten und wird bis zur Heilung unterbunden. Umso schlimmer, dass sie anfängt, sich häufiger mit ihm zu treffen. Langsam kommen ihr auch Zweifel und sie fragt sich, ob die Angst vor Liebe wirklich berechtigt ist.

Die Charaktere gefielen mir sehr gut. Sie sind lebendig und vielschichtig.
Ich mochte das Hin und Her bei Lena ganz gern. Sie ist gefangen zwischen ihrer Angst, dem Gehorsam und der Befürchtung, dass sie krank sein könnte. Ihre Mutter konnte z.B. nicht geheilt werden, obwohl sie drei Mal auf den Operationstisch musste. Auf der anderen Seite weiß Lena aber auch, dass nach dem Eingriff alles anders sein wird. Sie wird nicht mehr lieben, hassen etc. Sie wird sich kaum mehr an ihre tiefe Freundschaft zu Hana erinnern können. Das stimmt Lena traurig und nachdenklich.
Die Veränderung kommt schleichend und ist ziemlich gut umgesetzt. Es ist spannend zu sehen, wie Lena immer mehr hinter die Fassade der Regierung blickt und anfängt ihr Leben zu hinterfragen.
Hana ist die schöne und starke Freundin von Lena. Sie gehen in die gleiche Klasse, kennen sich bereits seit vielen Jahren, Laufen zusammen und haben die Evaluierung am gleichen Tag. Eigentlich sind sie beste Freundinnen. Aber auf einmal verhält sich Hana seltsam, hat neue Interessen und das Gefühl, nur von Mauern umgeben zu sein. Das stellt die Freundschaft der beiden auf die Probe.
Zu guter Letzt ist da noch Alex. Er arbeitet bei den Labors als Wachmann und ist bereits geheilt. Lena hat sein Interesse geweckt und es will sie treffen. Später kommt noch so einiges über ihn ans Licht und man erfährt viel über seine Vergangenheit. Ich mochte ihn gern, er hat eine entspannte Einstellung und nimmt vieles mit Humor.

Die Liebesbeziehung zwischen Lena und Alex entwickelt sich schleichend. Sie hat angst davor und weiß nicht, was sie wirklich will. Aber sie fühlt sich gut in seiner Nähe und ist gern mit ihm zusammen. Es war nicht wirklich etwas neues, aber durch das Umfeld und die veränderten Bedingungen durch die Dystopie, wurde es wieder interessanter und auch nicht so schnell langweilig. Zwischendrin war es mir aber ein wenig zu viel des Guten.

Der Stil ist okay. Die Geschichte wird aus Lenas Sicht im Präsens erzählt. Es ist sehr bildhaft beschrieben, ohne überladen zu wirken. Ich konnte mich sehr gut einfinden, wusste immer wo ich war und wie es dort aussah. Auch die Personen ließen sich gut nachvollziehen.
Es ist spannend geschrieben und ließ sich flüssig lesen. Ab der Hälfte wollte ich es dann gar nicht mehr aus der Hand legen.

Die Darstellung der Dystopie gefiel mir auch richtig gut. Liebe als Krankheit ist schon genial und ziemlich böse. Die Autorin hat auch das Potential dahinter ausgeschöpft und es nicht mal eben so abgetan. Sie hat viele Aspekte, vor allem auch die Heilung und deren Folgen betreffend, eingebaut und verknüpft. Durch das Fehlen von Liebe, geht den Menschen auch allgemein die Möglichkeit zu tieferen Gefühlen verloren.
Auch wurde sich sehr viel Mühe bei der zusätzlichen Literatur gegeben. Jedes Kapitel wird mit einem Zitat eingeleitet. Das kann ein Auszug aus einem (buchinternen) Buch sein, ein Kinderlied oder ähnliches.

Weniger gefallen haben mir dagegen Lenas Schwankungen. Sie ist eigentlich ziemlich clever, doch manchmal habe ich sie einfach nicht durchschaut. Einmal will sie Hana unbedingt vor etwas warnen und statt Hana anzurufen (ja, sie hat ein Handy), verlässt Lena mitten in der Nacht das Haus und rennt zu ihr. Ich weiß auch nicht, wie sie sich das vorgestellt hat. Es als Freundschaftsdienst anzuerkennen, war dann doch ein wenig schwierig.
Auch sonst scheint sie in ihren Emotionen sehr zu schwanken, das ging mir manchmal ein wenig zu schnell. Aber meist ließ es sich zumindest erklären.

Das Ende war richtig genial. Spannend, böse, actionreich und fesselnd. Ich habe es förmlich verschlungen. Es war richtig toll, aber leider auch sehr offen. Der Leser wird quasi zum Weiterlesen gezwungen und das mag ich eigentlich nicht.
Ansonsten ist es aber stimmig und auch vom Tempo her in Ordnung. Nichts wirkt abrupt oder überhastet. Insgesamt gefiel es mir gut.


Wieder eine schöne Dystopie, die ich gern gelesen habe. Ich freue mich auf den zweiten Band und bin gespannt, wie alles aufgelöst wird.
Für alle Fans von Dystopien und Romantasy.

4 von 5 Skulls!


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