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Dienstag, 28. Januar 2014

Vernetzt - Wenn Blogger online gehen...

Social Media ist heute das A und O. Jeder ist irgendwie im Netz vertreten, egal ob Facebook, Blog, Youtube, Twitter oder all die anderen Communities. Alles ist mit allem verlinkt und Informationen – nützlich oder nicht – erreichen uns dank dem Smartphone in Sekunden.
Auch als Buchblogger ist man bald schon nicht mehr nur noch auf den eigenen Blog fixiert und verbringt einen Großteil seiner Zeit damit, sich auf Internetseiten durchzuklicken. Heute möchte ich einige dieser Büchercommunities mit euch beleuchten, zeigen, wo ich mich rumtreibe und welche Vorteile, welche Seite mit sich bringt.

Aber vor allem beschäftigt mich die Frage:
Übertreiben wir es nicht ein wenig?


Bleiben wir zu erst bei den Blogs. Wenn man einen Rezensionsblog hat, setzt man sich mit Gleichgesinnten auseinander und auch ich habe da sehr schnell einige Lieblinge gefunden. Die ausführlichen und gut erarbeiteten Rezensionen von anderen Bücherwürmern interessieren mich sehr, aber auch, wie ihr Blog gestaltet ist und was sie an besonderen Aktionen haben. Dort findet man Ideen und jede Menge Buchtipps. Natürlich schaue ich nicht täglich bei jedem Blog vorbei, aber ich versuche, auf dem neusten Stand zu bleiben. Außerdem muss man ja auch den Feind studieren ;-)

Der umtriebigste Ort ist und bleibt wohl Facebook. Fast jeder ist dort täglich online und dank Smartphone auch sofort erreichbar. Neben meinem eigenen Profil verwalte ich dort noch die Seite der Geister, die ja auch regelmäßig mit neuem Futter gefüllt werden will. Eine wichtige Frage für mich: Wie oft sollte man Facebook updaten? Reicht euch einmal am Tag ein Post oder ist das zu viel oder zu wenig? Ab wann fängt man an zu nerven oder geht man stattdessen unter, wenn man nicht oft postet, weil Facebook die Einträge auch gerne mal verschluckt und nicht anzeigt?
Außerdem bin ich auf FB in mindestens 10 Gruppen rund um das Thema Bücher vertreten, wobei mir eigentlich nur 3 davon wirklich wichtig sind. Warum also die anderen? Nur um zu sehen, wie einige fünfmal den selben Link in anderen Gruppen posten? Weil ich es mag, wenn mein Spamfach überquillt? Nur um meine eigenen Rezensionen wie Heuschrecken zu verteilen? Ich sollte wirklich mal ausmisten!
Auf der anderen Seite findet dort unter Bloggern, Leseratten und Autoren ein reger Austausch statt. Das genieße ich wirklich sehr. Mit der Zeit habe ich wundervolle Bekanntschaften geschlossen, die ich nicht mehr missen möchte. Man ist so viel näher an den Autoren dran und kann erfahren, wer hinter dem Buch steckt. Dabei durfte ich feststellen, dass viele Schreiberlinge (hauptsächlich im Indiebereich) dankbar für konstruktive Kritik sind. Außerdem kann man teilweise live dabei sein, wenn ein neues Skript entsteht.

Quelle: http://brug-halle.de
Ist einem der Austausch mit anderen Lesern, die das selbe lesen, Autoren oder Verlagen wichtig, landet man schnell bei Lovelybooks. Das ist eine Community, in der sich alles um Rezensionen und gemeinsame Leserunden dreht, bei denen man gemeinsam das Gelesene besprechen kann. Dort kann man seine aktuelle Lektüre zerreißen, reflektieren oder einfach nur bejubeln. Alle seine Bücher kann man in digitale Bücherregale stellen und sortieren. Tatsächlich bin ich dort schon sehr lange angemeldet – noch unter meinem alten Nicknamen Sylence. Ich habe mich aber irgendwie nie richtig in die Funktionen eingearbeitet und so blieb der Account lange ungenutzt. Mittlerweile poste ich auch dort mehr oder weniger regelmäßig meine Rezensionen, aber das war es dann auch schon.
Ich bin irgendwie kein Freund von organisierten Leserunden, da setze ich mich nur künstlich unter Druck, weil ich ein bestimmtes Buch dann lesen muss, und darauf kann ich verzichten. Außerdem vergeht mir immer schon die Lust, wenn ich sehe, dass sich 168 Leute auf die 10 Exemplare bewerben. Aber auch hier bleibt man immer auf dem aktuellen Stand, wenn es um Neuerscheinungen und Lesehighlights geht.
Aus Autorensicht hat die Seite allerdings einen sehr großen Nachteil: Indieautore werden nicht unterstützt. Sie haben noch nicht mal die Chance ein Autorenprofil zu erstellen und müssen alles ohne die Hilfe der Admins über ihren privaten Zugang selbst organisieren. Finde ich aktuell ein wenig hinterwälderisch, aber vielleicht kriegen sie in dem Punkt ja noch die Kurve.

Als internationale Rezensionsplattform steht einem Goodreads zur Verfügung, dass zum Großteil auf Englisch funktioniert. Besonders reizvoll finde ich hier die Interaktivität, da man alles mit Facebook, Twitter und seinem Blog verlinken kann. Natürlich halte ich es nicht für sinnvoll, ständig seinen Lesefortschritt zu posten oder wenn ich ein neues Buch in mein digitales Regal gepackt habe – ja, das funktioniert hier ähnlich wie bei Lovelybooks – aber die Widgets finde ich toll. So kann ich immer aktuell auf meinem Blog zeigen, was ich lese, ohne es selbst aktualisieren zu müssen und auch meinen SUB kann ich in einer schönen Übersicht posten, ohne dass ich alles noch mal tippen muss.
Das sind zwar alles nur Spielerein, macht das Bloggen aber irgendwie netter. Ich nutze die Seite nun hauptsächlich, um meinen SUB zu verwalten, eben weil ich das Regal so schön wo anders einfügen kann durch einen HTML Code. Glücklicherweise kann man dort auch sehr viele Werke von deutschen Indies finden. Manchmal muss man bei einigen Büchern aber etwas suchen, bis man es hat oder man findet es nur auf Englisch.

Bleiben wir bei deutschsprachigen Plattformen, muss man noch „Was liest du?“ erwähnen. Dort bin ich erst seit dem 23.01. angemeldet und muss nun erstmal durchsteigen. Auch dort kann ich digitale Bücherregale anlegen und verwalten, aber mal ehrlich, ich mach mir doch nicht die selbe Arbeit dreimal auf verschiedenen Plattformen! Das ist viel zu zeitraubend und aufwendig und unnütz. Also, nur brav Rezensionen posten? Was bringt es mir dann? Wo ist der Unterschied zu Lovelybooks? Denn auch bei „Was liest du?“ kann ich mich z.B. für Leserunden bewerben. Muss ich denn dann zweimal die selbe Seite besuchen? Oder gibt es einen wichtigen Unterschied, den ich noch nicht begriffen habe?

Wenn wir schon bei unnützen Seiten sind, dann können wir direkt mit „Blog-Zug“ weiter machen. Der Sinn dieser Plattform hat sich mir noch nie erschlossen. Ich weiß, dass dort Blogs mit verschiedenen Themen vorgestellt werden, aber wirklich mehr bringt es auch nicht. Es steckt viel zu viel Mühe dahinter, wenn man dort gut platziert sein möchte und das ist es mir nicht wert. Leser kann man bestimmt auch auf eine andere Weise bekommen (Dazu ein anderes Mal!).

Möchte man die Chance auf interessante Rezensionsexemplare haben, ist „Blogg dein Buch“ eine gute Adresse. Besonders gelungen finde ich, dass sie mittlerweile sowohl Verlangsbücher als auch Hörbücher, eBooks und Indies anbieten. Für jede dieser Rubriken kann man sich unabhängig bewerben. Der jeweilige Verlag entscheidet dann, ob man das Buch bekommt. Dann hat man 30 Tage Zeit, das Buch zu lesen und zu rezensieren. Außerdem werden dort auch immer wieder spannende Aktionen angeboten.
Machen einen Neuerscheinungen neugierig und will man sie unbedingt zuerst lesen, sollte man aufmerksam bei Vorablesen stöbern. Dort kann man sich auf Bücher bewerben, bevor sie offiziell erscheinen. Auch hier muss man sehr viel Glück haben, da es wesentlich mehr Bewerber als Exemplare gibt.
Allerdings muss man bei solchen „Blind Dates“ auch gelegentlich mal in den sauren Apfel beißen. Ich hatte schon das ein oder andere Mal Pech bei einem Buch, dass ich von Blogg dein Buch bekommen hatte. Aber das ist okay, wir sind schließlich keine Schön-Wetter-Blogger.

Quelle: http://brug-halle.de

Am Ende natürlich das wichtigste: die Zusammenarbeit mit den Verlagen. Natürlich muss man da erst über seinen Schatten springen und sich vorstellen, aber die großen Verlagshäuser wissen, was sie an guten Blogs haben. - kostenlose Werbung! Mittlerweile gibt es in allen großen Häusern Ansprechpartner, die sich direkt um die Blogger kümmern. Bisher kann ich da hauptsächlich von positiven Erfahrungen berichten. Nachdem ich unseren Blog ausführlich vorgestellt hatte, bekam ich meistens interessierte Reaktionen. Und so spart man sich doch einige Umwege.

Aber hier schließt sich der Kreis. Die meisten Verlage verlangen Beleglinks, was ja auch ihr gutes Recht ist. Oft wünschen sie sich die Rezension auf drei verschiedenen Plattformen und so ist man mehr oder weniger gezwungen, sich hier und da anzumelden, um seine Rezension zu verteilen.
Naja, wenn man sie einmal abgetippt hat, ist es ja dank Copy & Paste nicht mehr ganz so schlimm, sie überall einzustellen.

Rechnet man nun das alles zusammen und die reine Zeit zum Rezensionen schreiben dazu, kann man schon sehr viel Zeit vor dem Rechner verbringen. Wie viele Stunden nutzt ihr in der Woche zum Bloggen? Auf welchen Seiten seit ihr zu finden? Das sind schon einige, oder?
Und auf Twitter, Bloglovin und Blogconnect bin ich noch nicht mal eingegangen! Eigentlich gehören die ja auch noch dazu.
Hinzu kommen dann noch die ganzen Apps, die man sich kostenlos runterladen kann. Und so kann ich auch vom Weg zur Arbeit auch bloggen oder bei Goodreads stöbern oder die Emails von Verlagen checken. So wird Bloggen fast schon zu einem Vollzeitjob!
Mir wird nun eins ganz deutlich klar: Es ist und bleibt ein Hobby! Ich möchte auch noch genug Zeit zum Lesen haben und außerdem schreibe ich ja auch selbst. Hinzu kommen noch andere Hobbys und Verpflichtungen.
Also, liebe Plattformen, nicht jede von euch braucht meine volle Aufmerksamkeit!


Kommentare:

  1. Also, ich bin zwar nicht auf so vielen Seiten unterwegs, wie du vorgestellt hast, aber ich verstehe deinen Punkt vollkommen. Wenn ich eine Rezension schreibe (was schon ca. 1-2 Stunden dauert), geht mindestens noch eine Stunde mehr für Copy & Paste und das Schreiben der EMail mit den Beleglinks raus - und das raubt Zeit. Zeit, die ich gerne zum Lesen nutzen würde. Aber, und das hast du schon richtig festgestellt, es ist nun mal ein notwendiges Übel. Ansonsten nutze ich meine Zeit um ein bisschen zu kommentieren und meinen Blog zu pflegen. Dabei gehen am Tag aber mindestens 3h drauf... hachja. Das liebe Internet,

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    1. Ja, das ist wahnsinn oder?
      Ich meine, ich schreibe meine Rezis meist so nebenher, wenn ich Abends mit meinem Freund auf dem Sofa sitze und fernsehe. Da fällt mir nicht auf, wie viel Zeit dafür drauf geht. Aber alles drum herum, das ist schon echt vie Arbeit.
      Und überleg mal, was du in den 3 Stunden noch alles machen könntest :D
      Aber wir machen es ja gerne :-) Und es macht ja auch Spaß, sonst würden wir es doch ganz sein lassen.

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  2. Guten Morgen,

    das ist ja wirklich mal ein echt toller Post. Vielen Dank für deine Eindrücke zu den einzelnen Plattformen. Auf den meisten davon bin ich auch vertreten und du ahst vollkommen recht, das grenzt tatsächlich an einen Fulltimejob wenn man nicht aufpasst.
    Seiten wie "vorablesen" und "Blogg dein Buch" finde ich wirklich spitze! Ich finde das Angebot wirklich großartig und habe da schon oft das ein oder andere Lieblingsbuch für mich entdeckt. Und ich finde da ist es wirklich überhaupt kein Problem seine Rezension auf zwei oder drei Plattformen einzustellen. Wie du ja so schön sagst: Copy & Paste macht es möglich ^^
    Lovelybooks ist natürlich unschlagbar wenn man sich gerne an Leserunden beteiligt. Ich hab mich vor kurzem auch bei "Was liest du" angemeldet und befinde mich gerade noch in der Entdeckungsphase. Die ein oder andere Rezension werde ich dort sicher einstellen und auch die Umfragen und Beiträge finde ich recht ansprechend. Schau mer mal =).
    Mein Bücherregal verwalte ich nur auf einer Seite und zwar im Büchertreff =). Die Funktionalität dort ist recht angenehm =)

    Am allerliebsten surfe ich aber über die Blogs in meinem Blogroll und gebe meinen Senf dazu :-P

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja!
      Ja, sieh mal, den "Büchertreff" kenn ich noch gar nicht. Muss ich mir direkt mal anschauen.
      Ich finde die Ideen der Leserunden auch wirklich toll, nur ist es echt nichts für mich. :)
      Vielleicht finden wir ja noch wen, der uns für den Job bezahlt? :D

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