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Freitag, 17. Januar 2014

Buch - "Johannes Cabal - Seelenfänger" von Jonathan L. Howard

entnommen bei weltbild.de







Titel: Johannes Cabal – Seelenfänger
Autor: Jonathan L. Howard
Genre: Dark Fantasy
Verlag: Goldmann
Seiten: 380
Preis: 12€








Der Klappentext:
Wer seine Seele verkauft, sollte nicht mit dem Teufel spielen! 
Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder … ein fairer Deal, oder? 
Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus.
Die Rezension:
Wie viel zu oft in letzter Zeit, war das wieder ein Spontankauf. Titel und Klappentext klangen gut und so landete es auf meinem SuB. Inzwischen warte ich darauf, dass der zweite Band wieder verfügbar ist.


Der Anfang war ziemlich genial gemacht. Der Leser lernt Johannes Cabal kennen, ein Nekromant. Er beschwört einen Dämon, der sich wiederum über die viel zu simple Beschwörung ärgert. Das Ganze folgt dem Zweck, dass Cabal zum Teufel gelangen will. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Bürokraten-Vorhölle schafft er es schließlich zum Oberboss. Cabal will seine Seele zurück haben und soll nun innerhalb eines Jahres einhundert Seelen einfangen zum Tausch gegen seine eigene. Damit es für den Nekromanten leichter wird, überlässt der Teufel ihm einen Jahrmarkt und eine Magiequelle. Das Problem: Cabal hasst Jahrmärkte. Für ihn wird es das schlimmste Jahr seines Lebens.

Die Charaktere sind sehr vielfältig und interessant aufgebaut. Cabal wirkt wie ein schlecht gelaunter, skrupelloser Eisklotz. Er ist intelligent, pragmatisch und ab und an auch richtig witzig. Es ist erst nicht ganz klar, wieso er seine Seele zurück will. Er redet von Experimenten und zerstörten Messwerten, was das aber mit seiner Seele zu tun haben soll, war mir lange schleierhaft. Mit Seele ging es ihm scheinbar besser. Gegen Ende wird er auch immer verzweifelter und greift zu fiesen Mitteln. So kalt wie er manchmal rüber kommt, so naiv ist er auch.
Das nutzt sein Bruder Horst gern mal aus. Horst ist … anders. Ein Vampir und dennoch wirkt er viel lebendiger als Cabal. Für den Nekromanten scheint alles eine Qual zu sein, für Horst ist es Spaß. Da kommt ihm der Jahrmarkt gerade recht. Wider erwarten hilft er Cabal dann doch die Seelen zu besorgen. Allerdings währt die »Harmonie« zwischen den beiden nicht ewig.

Auch die anderen Figuren – entstanden aus einem Knochen, einem Haarbüschel, Blut, ein wenig Fett, einem Stoffetzen und einem Hauch Magie – sind ganz cool gemacht. Auch wenn sie leere Hüllen sind, mochte ich Mr Bones und die anderen. Auch die Menschen waren ganz cool. Alle Figuren wirken sehr echt und greifbar.
Insgesamt eine bunte Mischung, die ich ganz sympathisch fand. Sogar Cabal mit seiner düsteren Art wuchs mir ans Herz.

Der Stil lässt sich sehr gut lesen. Der unterschwellige Witz hat mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht. Das Buch hat mir gut gefallen und Spaß gemacht zu lesen. Es ist düster, spannend und voll mit coolen Ideen.
Der Jahrmarkt ist mal etwas anderes, außergewöhnliches. Auch wenn das Konzept des Marktes nicht neu ist, wird es gut umgesetzt und clever aufgezogen. Das Entstehen der Mitarbeiter, der Zug und die Manipulation der Maschinen gefielen mir gut.
Am Anfang war ich skeptisch und dachte, dass es langweilig werden würde. Aber es passierte immer wieder etwas auf oder um den Jahrmarkt, oder mit Cabal, sodass es ganz und gar nicht langweilig war. Auch wenn das mit den Seelen ziemlich fies war, habe ich mit Cabal mitgefiebert und gehofft, dass es klappt.

Die Begegnungen mit dem Teufel und seinen Untergebenen sind mit das Witzigste. Es ist nicht ganz klar, wer wen verarscht und die Wortgefechte sind genial.
Wie Cabal Seelen gefangen hat, ist nur an einigen Beispielen gezeigt worden. Das fand ich zum einen recht schade, zum anderen waren die Beispiele aber ganz gut aufgezogen. Die Methoden waren vielfältig, gemein und Cabal trickst nicht nur die Menschen, sondern auch den Teufel aus. Seine »Opfer« sind schlechte Menschen, die sowieso in die Hölle kommen würden, somit macht der Teufel mit ihnen bzw. bei der Wette keinen Gewinn.

Das Ende war spannend, aber auch ein wenig hektisch vom Gefühl her. Das Tempo der Handlung war gut, am Ende ging es aber recht schnell. Ansonsten war es aber passend, unerwartet und sehr gut umgesetzt. Es zeigt Verzweiflung und Abgründe. Der Leser versteht dann auch endlich die Motivation von Cabal.
Als Abschluss schön rund, aber der Leser will auch wissen, wie es weiter geht.

Fazit:
Ein spannender Auftakt zur Reihe, gut umgesetzt, interessant und witzig. Ein Buch für Fans düsterer Fantasy, Nekromanten, nicht-glitzernden Vampiren und Jahrmärkten.
Mir hat es richtig gut gefallen und hoffe, dass der zweite Band bald wieder zu haben ist.

Von mir 4 von 5 Skulls!
eure engelsmomente

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