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Dienstag, 14. Januar 2014

Buch - "Es wird keine Helden geben" von Anna Seidl

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Titel: Es wird keine Helden geben
Autorin: Anna Seidl
Genre: Jugendbuch, Drama
Verlag: Oetinger
Seiten: 256
Preis: 14,95€




Kurzbeschreibung:

Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?



Quelle: Verlagsseite

Kritik:
Miriam ist ein relativ normales 15jähriges Mädchen. Sie hasst Latein, ist recht beliebt und genießt ihre erste Liebe. Bis zu dem Tag, an dem Matias in der großen Pause sieben Schüler und Lehrer erschießt. Sie muss mit ansehen, wie Mitschüler sterben – sogar ihr Freund.
Wie soll man damit weiter leben?


Genau mit dieser Frage befasst sich „Es wird keine Helden geben“, ein Buch, bei dem der Name Programm ist.
In den letzten Tagen geistert dieser Titel durch viele Blogs und sorgte schon für großes Aufsehen, obwohl es noch gar nicht erschienen ist. Das ist einer großen Werbeaktion des Verlages zu verdanken, der 100 Blogger ausgerufen hat, dieses Buch zu rezensieren. Ich hatte das Glück und durfte dabei sein und ebenfalls 3 Exemplare verlosen.

Am Anfang war ich etwas skeptisch. Das Thema ist doch sehr ernst und es in einem kitschigen Jugendroman zu verwursten, bereitete mir Kopfschmerzen. Aber genau der Kitsch fehlt – Gott sei Dank. In meinen Augen wirkt die Darstellung sogar sehr realistisch, falls man das beurteilen kann, wenn man nicht selbst so etwas erlebt hat.
Niemand springt dem Attentäter heroisch in den Weg und fängt die Kugeln ab. Keiner stirbt den Heldentod, selbst die Direktorin schließt sich aus Furcht ein. Miriam fällt in ein großes Loch, muss mit ihrer Trauer zurecht kommen, den Zweifeln, eigenen Vorwürfen und der Tatsache, dass sich ihr ganzes Lebens verändert hat. Das geht nur sehr langsam.
Der Leser begleitet Miriam fast ein ¾ Jahr durch ihre Hochs und Tiefs und meistens sind es eher Tiefs. Auch hier kommt kein strahlender Held, der ihr zeigt wie schön das Leben ist oder eine starke Frau, die ihr wieder Mut macht. Das alles muss sie Schritt für Schritt alleine lernen.
Besonders berührt hat es mich, wie Miriam lernt, Kleinigkeiten zu schätzen, in einer Welt, in der ihr alles so unwichtig erscheint. Tee mit den Großeltern, Filmabend mit der Mutter, Musik oder einfach mal durch atmen.
Der Roman setzt sich mit wichtigen Themen auseinander, wie der ersten Liebe, Freundschaft, der Umgang mit Trauer und Angst, aber auch Mobbing. In kleinen Rückblenden bekommt der Leser einen Einblick in Miriams Leben vor dem Amoklauf. So setzt sie sich mit den Vorwürfen auseinander und versucht, den Schmerz zu verarbeiten. Erst am Ende wird Miriam klar, dass sie nach vorne blicken muss und ihre Zukunft planen muss, um weiter zu leben.
Der Stil ist recht simpel und einem Jugendroman angemessen. Die Sprache ist flott, manchmal etwas flapsig. Der Satzbau ist immer sehr knapp gehalten, was ich nicht so schön finde. Allerdings passt es irgendwie zum Roman. Es sind unruhige, kurze Gedanken der Protagonistin, was sehr gut ihre Angst und Verwirrung transportiert.
Auch wenn sich die knapp 250 Seiten wie im Flug lesen lassen, ist es keine leichte Kost und hinterlässt einen sehr nachdenklich. Wen man nur liest, um amüsiert zu werden und einen angenehmen Zeitvertreib zu haben, dann ist dieses Buch nicht das richtige. Man muss von vornherein wissen, dass es eine negative Grundstimmung hat und wenn man sich nicht mit so ernsten Themen auseinandersetzen will, sollte man die Finger davon lassen.
Meiner Meinung nach eignet sich dieses Buch sehr gut für den Deutschunterricht. Ich denke, dass es in der Mittelstufe ein passendes Buch wäre, das viel Material für Diskussionen liefern könnte. Es wäre definitiv mal was anderes und spiegelt Themen wieder, die diese Generation bewegen. Außerdem wird von dem Verlag Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.

Fazit:
„Es wird keine Helden geben“ ist eines dieser Bücher, das einen dazu zwingt, nachzudenken – über sich, über die wichtigen Dinge im Leben. Wer keine Scheu hat, sich der traurigen Stimmung zu stellen, wird überrascht sein, wo man alles Hoffnung finden kann.
Gerade für Jugendliche finde ich es sehr geeignet, aber auch Erwachsene werden sich den ein oder anderen Gedanken dazu machen. Vielleicht in unserer Zeit eine wichtige, aktuelle Geschichte.
Von mir 4 von 5 Skulls.


Mein Dank geht an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Mendea

P.S.: Sollte euch diese Rezi neugierig gemacht haben, dann solltet ihr euch beeilen. Noch bis zum 17.01. könnt ihr eins von drei Exemplaren bei uns gewinnen. Schnell zum Gewinnspiel

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