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Donnerstag, 30. Januar 2014

Buch - "Demor - Einfach bösartig" von Nicholas Vega

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Titel: Demor - Einfach bösartig
Autor: Nicholas Vega
Genre: Humoristisches Fantasy
Verlag: Kindle Edition (eBook)
Seiten: ca. 294
Preis: 2,69€








100% Bosheit, der Rest Knochen: Als Oberfiesling hat es Lord Demor nicht leicht. Sechshundert Jahre und nie konnte er einen Helden töten. Schuld sind die Gesetze der Fantasie, in denen niedergeschrieben ist, dass das Gute stets triumphiert. Dabei gäbe sich Demor bereits mit der Weltherrschaft zufrieden. Was tun? Genau! Die Geschichte muss neu geschrieben werden. Gemeinsam mit dem kopflosen Reiter, der Eisernen Jungfrau und einem tollpatschigen Ork rückt er Erzfeind Gabriel Syxpak auf den Blechpanzer, denn der strahlende Recke kennt das Versteck der Gesetze.
Eine phantastische Geschichte für heitere bis bewölkte Stimmung, von epischem Ausmaß und mit vier Bösewichten, die man einfach gut finden muss. 



Quelle: Amazon




Ein interessanter Ansatz - das personifizierte Böse als Protagonist. Das ist doch definitiv mal was anderes und der Grundgedanke sollte jedem Fantasyliebhaber - allen voran Rollenspielern - bekannt sein: Das Gute gewinnt immer!

Egal, wie man es dreht und wendet, am Ende vernichtet ein strahlender Held das Böse. Dies ist ein unumstößliches Gesetz und in Steingemeißelt. Wie sich die Bösewichte dabei fühlen, interessiert niemanden. Nun wird der Spieß endlich umgedreht! Dem Lichkönig Demor ist der Paladin Gabriel Syxpak ein Dorn im Auge und mit ihm das ganze menschliche Königreich. Als Demor hört, dass es einen mächtigen Magier gibt, der über die Gesetze Fantastikas wacht, ist der Plan schnell gemacht. Er will diesen Erzähler finden und die Gesetze zerstören. Ganz einfach!

Der Grundgedanke der Geschichte ist wirklich toll. Als kleiner Fantasynerd mag man den Witz im Roman direkt. Es gibt genug Anspielungen auf andere Meilensteine des Genres, wie „Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“. Aber auch mit den klassischen Stereotypen wird gespielt. Die Komik hatte viel von meiner Rollenspielgruppe und wirkte so herrlich spontan, was es mir richtig sympathisch machte.
Trotzdem wirkt der Roman auf mich irgendwie unfertig, als ob es eine Rohfassung sei, die man noch mal ordentlich bearbeiten sollte. Ich sehe das Potential und die Möglichkeiten, aber der Autor hat es leider nicht komplett ausgereizt, was ich sehr schade finde. Mir fehlten hier und da die Beschreibungen oder auch die Tiefe. Stattdessen bleibt der Roman sehr oberflächlich und hechtet nur von spannender Szene zu spannender Szene. Müsste ich es mit einem Film vergleichen, würde ich es „Popcorn-Kino“ nennen. Es ist nichts herausforderndes, unterhält einen allerdings. Man hätte vielleicht einige Nebenstränge etwas zusammenfassen können, um sich mehr auf das Wichtige zu konzentrieren und dort die Details herauszuarbeiten. Der Roman spielt in einer bunten, abgedrehten Welt, die man so noch mehr hätte herausheben können.
Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich gut gemachte Beschreibungen mag, um noch tiefer in die Welt einzutauchen.

Ein wahrer Genuss sind die verschiedenen Charaktere. Nicht nur, dass ich mich über den Namen Gabriel Syxpak minutenlang amüsiert habe – der nächste Paladin in unserer Rollenspielgruppe MUSS so heißen!!! - auch die Schergen, die Demor um sich sammelt, sind einzigartig. Da wäre der etwas simple Ork, der stille Kopflose Reiter und die freche Halbdämonin. Typische Bösewichte, wie man sie alle schon gesehen hat und alle mit ihrem eigenen Charme. Auch wenn sie auch alle noch mehr Tiefe verdient hätten und eher Kuschelbösewichte sind, die man lieb haben will.

Die Geschichte liest sich trotzdem – oder gerade deswegen – sehr locker und ist eine ganz nette Abwechslung. Es ist keine schwere Kost und lässt sich einfach so nebenher konsumieren. Im Großen und Ganzen habe ich mich ganz gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich mehr erwartet hatte.

Ob Demor es am Ende schafft, das Gute zu besiegen? Nun, das verrate ich nicht!



Kurzweilige, witzige Unterhaltung, in der die Helden mal ganz anders sind. Man sollte ein kleiner Fantasynerd sein, um den Humor zu würdigen. Die verschiedenen Charaktere entlocken einem das ein oder andere Schmunzeln. Trotzdem hätte ich mir irgendwie mehr erwünscht.
Von mir 3,5 von 5 Skulls.






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