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Montag, 2. Dezember 2013

Geistertürchen Nr. 2 - Interview mit Mendea de Scalett


In diesem Jahr erschien unter dem Titel "Feuertanz" der erste Teil von "Ozeas Geschwister", einem Fantasy-Episoden-Projekt von Mendea de Scalett, dem in regelmäßigen Abständen weitere Teile folgen sollen. Ein internes Interview im Geisterhaus stand also schon lange aus! Hier werden nun endlich einige Fassaden der Autorin beleuchtet und den wichtigsten Fragen nachgegangen: Könnte Bram Stokers Geist Kaffee trinken? Ist Professor McGonagall zwielichtiger als die Charaktere aus "Ozeas Geschwister"?  Und natürlich, gibt es ein Leben jenseits von Büchern?
 

Zuerst etwas Leichtes: Stelle dich und dein Buch doch mal kurz vor.

Wenn man die Frage stellt, klingt sie wirklich leicht. Muss man sie beantworten, sieht das schon anders aus. ^^ Mein Name ist Mendea de Scalett. Ich komme aus dem finsteren Ruhrgebiet und interessiere mich seit dem ich denken kann für Bücher, hauptsächlich Fantasyliteratur. Fast genauso lange schreibe ich auch schon als Hobby, aber erst seit ein paar Jahren schreibe ich mit dem Gedanken, etwas mal zu veröffentlichen. Tatsächlich ist mir das nun auch mit "Ozeas Geschwister" gelungen. Es ist ein Episodenroman, der in kurzen Teilen die Abenteuer von Tinuviél und ihren Geschwistern in dem geheimnisvollen Inselreich Ozea erzählt. Im ersten Teil findet der Seemann Falrem mit seiner Crew das kleine Mädchen Tinuviél eingesperrt in eine Kiste auf einem Schiffswrack. Aber das ist noch lange nicht das Außergewöhnlichste, das ihm passieren sollte.


Schwierig? Keine Sorge, es wird noch anspruchsvoller ;) Die wichtigsten Eckpunkte aus dem ersten Teil, „Feuertanz“, hast du ja schon genannt. Ohne die restlichen Teile zu spoilern und als besondere Herausforderung: Wie würdest du die „Ozeas Geschwister“-Reihe in einem Wort zusammenfassen?

Wenn ich an Ozea, Tinuviél und ihre Geschwister denke, fallen mir unzählige Worte ein, aber ich glaube, das was es am besten beschreibt ist: verrückt.


 


Tinuviél und Co. sind schon sehr außergewöhnlich! Gab es für deine Charaktere bestimmte Vorlagen oder Ursprünge?

Ja und es wird den Vorlagen kaum gefallen. Tinuviél und ihre Geschwister haben ihre Vorlagen in den Charakteren einer Pen&Paper-Rollenspiel-Gruppe. Damit waren es quasi meine Freunde selbst, die sie zum Leben erweckt haben. Falrem und Visivel und die meisten anderen Gestalten haben allerdings keine Vorbilder und sind quasi inspiriert durch die Welt Ozea entstanden. Da war die Frage, wer würde hier her passen? Oder was würde hier her passen ^^


Also hat sich Ozea durch deine Fantasie ihre eigenen Bewohner geboren? Angesichts der Komplexität und des Einfallsreichtums der Welt durchaus einleuchtend. Hattest du Schwierigkeiten Ozea zu entwerfen? Oder gab es etwas anderes, was dir Kopfzerbrechen bereitet hat?


Die Welt selbst war tatsächlich kein Problem. Kopfzerbrechen bereitet mir immer noch das Plotten. Was passiert wann wo? Ein grober Faden steht schon, aber einige Dinge stehen noch nicht fest. Einige Dinge sind wichtig und müssen die Charaktere und die Leser erfahren, aber es muss auch alles stimmig sein und darf die Spannung nicht raus nehmen oder vorhersehbar werden. Da werde ich wohl oft genug noch was umschmeißen. Außerdem entwickeln Falrem und die anderen auch gerne mal ein Eigenleben und dann läuft es wieder in eine ganz andere ungeplante Richtung.


Und gab es auch etwas, das dich besonders inspiriert und angetrieben hat? Falrem selbst etwa, wie du gerade auch schon sagtest?


Es gibt Szenen, an denen ich großen Spaß habe und die sich dann wie von selbst schreiben. Die größte Inspiration sind die Streitgespräche zwischen Falrem und Tinuviél. Es sind richtige Selbstläufer und plötzlich hat sich etwas entwickelt, das ich gar nicht im Sinn hatte. Eine andere Inspiration ist die Vielseitigkeit von Ozea. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber im zweiten Teil schicke ich sie alle in die Wüste. Dazu kommen verschiedene Recherchen, wie z.B. über die Seefahrt und das Segeln. Dann hat man auch wieder Ideen. Aber die größte Inspiration sind meine Freunde. Ich überlege mir immer, was sie wohl getan hätten oder auch in der Rollenspielgruppe getan haben.


Dass "Ozeas Geschwister" also im Bereich der vergleichsweise 'klassischen', reinen Fantasy angesiedelt ist, ist demnach kein Zufall. Welches Genre würde dich noch reizen oder bleibst du der Fantasy weiterhin treu?


Ich weiß nicht, ob ich immer Fantasy schreiben möchte. Das Genre ist sehr vielschichtig und es gibt quasi keine Grenzen. Möchte man etwas "realer" sein, bleibt man eben im Urban Fantasy, will man sich mal austesten, kann es z.B. Steampunk sein und möchte man mal härter und düsterer sein, kann es eine Dystopie werden. Vor allen anderen Genren habe ich wirklich großen Respekt. Vielleicht teilweise zu großen, so dass es mich abschreckt. Ich stelle es mir wirklich schwer vor, einen guten Krimi zu schreiben. Und für Liebesgeschichten fehlt mir eine Spur Romantik. Mal sehen, was die Zeit bringt, aber im klassischen Fantasybereich wird es nicht bleiben.


Dann gehe ich einfach mal davon aus, dass du im Moment nicht gerade Rosamunde Pilcher liest ;) Welches Buch liest du denn tatsächlich aktuell und welches wolltest du schon immer mal lesen, bist aber bisher noch nicht dazu gekommen?


Aktuell lese ich "Flügel aus Asche" von Kaja Evert. Ich habe das Buch bei einem Blogger-Gewinnspiel gewonnen. Es ist ein Fantasyroman, in dem es um eine fliegende Stadt und sehr viel Magie geht. Der Funke ist noch nicht ganz übergesprungen, obwohl es sehr schön geschrieben ist. Mal schauen, was noch kommt. 

Was ich unbedingt noch lesen möchte, ist die Tintenherz Reihe. Ich habe den ersten Teil knapp 5 Jahren im Regal stehen und noch nie einen Blick hineingeworfen. Da krieg ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir ein neues Buch aussuche und meine Wahl wieder nicht drauf fiel. ^^

Was tust du denn, wenn du nicht gerade Falrem ärgerst oder du dir von deinen Büchern ein schlechtes Gewissen machen lässt? Wie sieht dein Leben abseits von Büchern aus?


Es gibt ein Leben abseits von Büchern? Nee, ich glaub, ich bin wirklich ein kleines Nerdmädchen. Ich liebe gute Bücher, gute Filme, Serien, Spiele und teile das alles zum Glück mit meinen Freunden. Einmal in der Woche treffen wir uns zum "Drachentöten" und spielen ein Pen&Paper-Rollenspiel. Ich engagiere mich ehrenamtlich in einer Jugendbildungsstätte und in einem Verein, der Konzerte für kleine, unbekannte Metalbands organisiert. Das sind sehr abwechslungsreiche und spannende Aufgaben, die mir in all den Jahren sehr wichtig geworden sind. Mit meinem Freund gehe ich gerne auf Konzerte oder Festivals, obwohl unser Musikgeschmack nicht immer harmoniert, aber wir einigen uns da schon. Ansonsten bleibt da noch die harte Realität des Alltags: Arbeit, Haushalt und nervende Nachbarn. ;)

Außerdem gehöre ich zu den Geistern von Ghostreader, da kann man gar nichts anderes als Bücher im Kopf haben. Hier hat man die Chance, sich über die größten Leidenschaften auszutauschen. Das Rezensieren von Büchern, das Arbeiten mit Autoren und Verlagen macht wirklich großen Spaß.

Sowas möchte man natürlich nicht missen - vor allem die erwähnten Nachbarn ;) Aber wenn du stattdessen ein Buchcharakter wärst, für welchen würdest du dich da entscheiden?


Oh, das ist eine schwere Frage. Die meisten Charaktere haben es ja nicht wirklich leicht, auch wenn am Ende doch fast alles gut ausgeht. Aber ehrlich, würde wer mit Harry Potter tauschen wollen? Oder Frodo, wenn er durch Mordor rennt? Ich glaube, ich wäre eine zwielichtige Heldin, frech und vorlaut, die manchmal aber auch Angst hat, weil sie eigentlich gar keine Heldin sein will. So eine Figur mit Ecken und Kanten und wahrscheinlich eher die Nebenrolle, die den Helden auf Trab hält. Aber am Ende würde sie doch das richtige tun... oder zumindest ihre Freunde retten. Obwohl, ich glaube, ich wäre gerne Professor McGonagall. Die Figur fand ich immer toll.


McGonagall? Das ist schwer vorstellbar! :D Vor allem da die stellvertretende Schuldirektorin von Hogwarts nicht gerade als "zwielichtig" gilt - was in meinen Augen schon eher als Beschreibung zu dir passt! ;) Als eine solche 'zwielichtige Heldin' ist dir der nachfolgende Gedanke sicherlich auch schon öfter mal gekommen: Wir kennen das ja alle, manche Charaktere mag man einfach nicht. Welchen würdest du am liebsten literarisch um die Ecke bringen?


Christian Grey... Er hat mir die schlimmsten Lesestunden meines Lebens eingebracht. Ganz ehrlich, ich kann den Wirbel um Shades of Grey nicht nachvollziehen.


Demnach würdest du um E. L. James wohl einen Bogen machen ;) Wenn du denn mal einen anderen Autoren zu einem Käffchen treffen könntest, wer wäre es und worüber würdest du mit ihm reden wollen?


Puh, die Liste ist lang. Allen voran ganz klar Markus Heitz. Ich liebe seine Bücher und die Art wie er Charaktere gestaltet. Mich würde interessieren, wie er arbeitet. Seine Bücher sind gut recherchiert und er schreibt so wahnsinnig schnell. Aber wahrscheinlich würden wir auch über Musik reden, da wir einen ähnlichen Musikgeschmack haben. Wahrscheinlicher wäre da mal ein Treffen mit C.M. Singer. Ihre "Ghostbound"-Reihe habe ich verschlungen und dank der Sozialennetzwerke konnte man sich auch schon austauschen. Sie ist eine ganz reizende Persönlichkeit und Weltenbummlerin und hätte bestimmt tolle Sachen zu erzählen. Wenn ich einen Geist einladen könnte, wäre es wohl Bram Stoker. Ich würde ihm von der Entwicklung der Vampire erzählen und mit ihm über Twilight lästern.


Der arme Bram Stoker würde wohl keine Ruhe mehr finden ^^ Da wir nun zum Ende kommen, bedanke ich mich für diesen Einblick in dein Autorendasein recht herzlich! Die berühmten letzten Worte deinerseits?


Oh, keine Sorge, von meiner Seite her ist so schnell noch nicht alles gesagt ;) Ansonsten freue ich mich immer über einen regen Austausch, Meinungen zu meinen Texten oder einfach nur Quatschen, um interessante Menschen kennenzulernen. Vielleicht landet ihr dann ja mal in meinen Geschichten ;)



Mehr über Mendea als Autorin erfahrt ihr auf ihrer Facebookseite!

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