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Dienstag, 31. Dezember 2013

Buch - "Breathe - Gefangen unter Glas" von Sarah Crossan

entnommen bei weltbild.de





Titel: Breathe – Gefangen unter Glas
Autor: Sarah Crossan
Genre: Dystopie
Verlag: dtv
Seiten: 431
Preis: 16,95€









Der Klappentext:
Eine Welt ohne Sauerstoff. Alles scheint tot. Unter einer Glaskuppel gibt es nur wenige Überlebende: 
Alina, hat sich schon vor Langem den Rebellen angeschlossen, die gegen die Allmacht von ›Breathe‹ kämpfen, und wurde nie gefasst. Bis jetzt ... 
Quinn, will als Sohn eines ranghohen ›Breathe‹-Direktors eigentlich nur einen harmlosen Ausflug ins Ödland machen. Bis er dort auf Alina trifft. 
Bea, Tochter eines Bürgers zweiter Klasse, wollte den Trip raus aus der Kuppel nutzen, um Quinn endlich für sich zu gewinnen. Doch dann taucht Alina auf ... 
Die Begegnung mit Alina verändert für Bea und Quinn alles. Unversehens werden sie zu Gejagten ...


Die Rezension:
Das Buch wollte ich mir eigentlich schon lange gekauft haben, aber irgendwie ist es immer wieder unter gegangen. Jetzt, mit Erscheinen des zweiten Bandes, ist es dann doch noch in mein Regal gewandert. Den Zweiten habe ich inzwischen auch schon durch.

Es geht um das Leben in einer Glaskuppel. Ein Leben eingesperrt mit künstlicher Luft. Abgeschnitten von Außen und ohne Geld auch keine Möglichkeit, die Kuppel verlassen zu können, außer zum Sterben.
Alina hat sich dem Widerstand angeschlossen und versucht nun das, was verboten und angeblich auch unmöglich ist. Sie pflanzt an. Gestohlene Samen, Stecklinge, alles, was sich aus dem Biotop herausschmuggeln lässt.
Doch BREATHE – die Firma, die für den Sauerstoff verantwortlich ist – hegt Verdacht und verfolgt sie. Alina muss auf schnellstem Weg die Kuppel verlassen und zum Rebellenhain gelangen. Bei der Ausreise trifft sie Bea und Quinn. Quinn hat bereits ein Auge auf sie geworfen und hilft ihr bereitwillig bei der Flucht. Bea ist davon eher weniger begeistert, macht aber mit. Auf der anderen Seite der Kuppel beschließt sie dann, als Alina sich von ihnen trennt, ihr nachzugehen. Ihr Gefühl hat sie nicht betrogen, woraufhin sie beschließen zusammen zu bleiben.
Die zerstörten Städte sind die Heimstätte von Ausgestoßenen, die keine Skrupel mehr kennen, aber sie sind nicht die einzige Gefahr, mit der das Trio rechnen muss.

Die Charaktere gefielen mir ganz gut, vor allem, weil sie so unterschiedlich sind.
Alina als Rebellin war gleich Sympathieträgerin. Sie trainiert für ein Leben mit weniger Sauerstoff, sodass sie auch außerhalb der Kuppel ohne Atemgerät atmen könnte. Da sie eine Second ist, ist Sport für sie nicht möglich, da sie für das Training Unmengen von Geld zahlen müsste. Innerhalb der Kuppel wird zudem der Luftverbrauch überwacht und zu hoher Verbrauch wird bestraft. So muss Alina andere Wege finden, um sich fit zu halten. Sie ist ein sehr starker Charakter und der Leser war sofort mit dabei.
Bea ist ein wenig schwieriger zu greifen. Sie ist ebenfalls ein Second, steht aber vor der Möglichkeit ihr Leben mit einem Job bei BREATHE zu verbessern. Sie ist unzufrieden mit der Situation und hofft, dass sie irgendwann die Kuppel verlassen und draußen leben kann. Im Herzen ist sie eine Rebellin, nur wurde diese noch nicht geweckt. Sie ist sehr mitfühlend, hilfsbereit und total in Quinn verliebt. Für ihn würde sie alles tun.
Nur leider, sieht er sie nicht, auch wenn sie beste Freunde sind. Quinn ist ein Premium und somit ein Erste-Klasse-Bürger. Sein Vater ist ein hohes Tier bei der Regierung und somit hat die ganze Familie nie Sauerstoffprobleme. Quinn selbst ist aber nicht so überheblich und aufgeblasen wie andere Premiums, sondern ziemlich sympathisch. Allerdings merkt man ihm ab und zu den Snob an, vor allem, wenn er auf seinen Vater anspielt.

Insgesamt gefielen mit die unterschiedlichen Charaktere und Sichtweisen. Wo Quinn noch an BREATHE glaubt, ist Bea schon entschlossen, sich dem Widerstand anzuschließen. So bekommt der Leser auch einen guten Überblick über die Sichtweisen in der Kuppel. Nicht alle sind zufrieden, aber nicht alle haben ein Problem mit der Kuppel.

Der Stil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Der Leser kann die Personen zwar anhand der Titelüberschriften erkennen. Aber es war alles in Präsens und Ich-Erzähler wiedergegeben. Das brachte mich am Anfang ziemlich raus, zum einen, weil ich Überschriften meist überlese und ich zum anderen die Charaktere noch nicht unterscheiden konnte.
Ansonsten ist es recht einfach geschrieben und liest sich flott runter. Der Leser kann sich sehr gut in die Umgebug, die Situationen und die Personen einfühlen.

Mir gefiel die Idee rund um die Kuppel und den Sauerstoff. Ähnlich wie im echten Leben, nur mit anderen Gütern, sind hier nur die reichen privilegiert und müssen sich keine Sorgen ums Ersticken machen, können Sport treiben und so weiter. Die Seconds dagegen können sich fast nichts leisten, schon gar nicht zusätzlichen Sauerstoff. In einer Welt, wo Sauerstoff ein Luxusgut ist, gibt es viel Unzufriedenheit, aber viel zu wenige, die Widerstand leisten.
Vor allem die verschiedenen Problemlösungen waren cool. Es gibt viele Kuppeln, nicht nur diese eine, und alle scheinen unterschiedliche Konzepte zu haben, wie mit dem Sauerstoffmangel umgegangen werden soll. Die einen unterdrücken, die anderen machen Leben außerhalb der Kuppeln möglich.
Viele interessante Aspekte, die nebenbei immer wieder beleuchtet werden. Vielleicht hätte die Autorin noch mehr herausholen können, aber der Umfang war m.E. nach in Ordnung.

Wie in jeder Dystopie kommt es auch hier zu einer Rebellion. Ausversehen löst Alina den Krieg aus, in dem sie einen Panzer klaut.
Das Ende, also der große Knall, war ziemlich cool gemacht. Die Flucht aus der Kuppel dauerte mir fast ein wenig zu lang, aber das Finale gefiel mir wieder sehr gut. Es ist sehr offen, spannend, actionreich und dramatisch. Eine gute Mischung , die die Situation sehr treffend einfängt. Es ist realistisch umgesetzt und stellt alles unverblümt oder ungeschönt dar.

Fazit:
Eine sehr gute Dystopie, die Spaß gemacht hat zu lesen. Ich war gespannt, wie es weiter gehen würde und wurde auch vom zweiten Band nicht enttäuscht.
Für alle Fans von Dystopien, Rebellionen und Liebesgeschichten lohnt sich ein zweiter Blick. Es ist spannend, actionreich und mal wieder eine andere, coole Idee.

Von mir 4 von 5 Skulls!

eure engelsmomente

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