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Freitag, 22. November 2013

Buch - "Uppercut" von Fred Ink

Hier kann man das Buch erwerben!




Titel: Uppercut
Autor: Fred Ink
Preis: 9,95€ (Taschenbuch) / 2,99€ (eBook)
Verlag: CreateSpace










Inhalt:
Robert Strauß ist ein ehemaliger Boxer, der nach dem Ausbleiben des Erfolgs auf die schiefe Bahn geriet. Mittlerweile hat er dies jedoch zurückgelassen und mit der Liebe seines Lebens ein neues Leben aufgebaut. Dies alles zerbricht unvermittelt, als Robert ein Erpressungsfoto von seiner gefesselten und offenbar gefolterten Frau erhält. Die Entführer verlangen zunächst, dass er einen Obdachlosen verprügeln und ein Beweisfoto auf Facebook hochladen soll. Doch das sollte noch nicht die schrägste oder schwerste Aufgabe Roberts werden, der die alten Leichen aus seinem Keller holen muss, um Platz für neue zu schaffen …

Kritik:
Ich durfte bereits eine etwas frühere Version der Geschichte lesen und bereits da konnte sie mich, ebenso wie die übrigen Bücher von Fred Ink, überzeugen.

Der eigentliche Ablauf der einzelnen Szenen ist gut gewählt. Es gibt ein einheitliches Tempo der Geschehnisse, sodass nichts zu überstürzt oder zu langsam wirkt. Auch rasante und actionreiche Szenen wirken nie „verschwommen“ oder gehetzt, sondern gehen in genau der richtigen Geschwindigkeit und an der richtigen Stelle konsequent voran.
Der Roman beginnt geschickter Weise damit, dass Robert das Erpressungsfoto zugespielt bekommt, daher steigt man gleich in das Geschehen ein und ist hautnah dabei. Die aberwitzige Geschichte nimmt ihren Lauf, hat dabei aber auch eine so stringente, unvermeidliche Richtung, dass sie nie an Glaubwürdigkeit verliert oder ins Abstruse abgleitet.

Die Charaktere sind interessant, wenngleich das Hauptaugenmerk eher auf dem actionreichen Plot liegt; es erfolgt selten eine sehr eingehende Auseinandersetzung mit Nebencharakteren. Dennoch wirken die Personen nie blass oder langweilig. Robert selbst ist, in all den erschreckenden und blutigen Taten, die er verübt, dem Leser stets sehr offen dargelegt und behält dadurch eine gewisse Nachvollziehbarkeit und Sympathie. Auch den übrigen Charakteren merkt man ihren Hintergrund, ihr Leben „außerhalb der Geschichte“ und ihre Eigenheiten an. Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Lilian, die in ihrer kruden, esoterisch angehauchten Art und Weise dennoch schnell das Herz des Lesers gewinnt.

Der Stil ist wie bei allen Fred Ink-Werken etwas Besonderes. Er liest sich gut und schnell, aber hat teilweise besonders ... urige, besonders aberwitzige und phantasievolle Wort- und Satzschöpfungen. Darauf muss man sich manchmal einlassen, doch tut man das, gewinnt der Stil schnell einen eigenen Charme und wirkt frisch und neu. Ich persönlich habe mich auf eben diesen Stil sehr gefreut und wurde nicht enttäuscht, denn "Uppercut" ist wieder sehr kreativ geschrieben.

Das Ende der Geschichte ist überraschend und logisch zugleich. Zwar habe ich recht früh einen ersten Verdacht bekommen, doch es stellt sich heraus, das noch mehr dahinter steckt. Diese Wendung war in meinen Augen sehr gut und durchdacht, sodass sie überzeugend und auch frisch wirkt.

Das Buch ist, wie bereits erwähnt, teilweise etwas blutig ... okay, ohne "etwas". "Uppercut" ist blutig. Punkt. Also nichts für schwache Nerven. Es geht ordentlich zur Sache und es gibt die ein oder andere Leiche. Gerade diese rasanten, actionreichen Szenen waren stets spannend, packend und ihr Aufbau clever arrangiert. Sie folgen Schlag auf Schlag und die kurzen Pausen des Aufatmens dazwischen, sind notwendig um den Puls des Lesers zu beruhigen. Dabei mag nicht nur das Ende überraschen, sondern auch einige Szenen in der Mitte hatte ich so nicht erwartet, was sicherlich als weiterer Pluspunkt zu werten ist.

Viele Punkte für Kritik gibt es also nicht. Was die Anzahl an Toten und den Realismus einiger Szenen angeht – ich denke, darüber könnte man streiten. Vielleicht war einiges übertrieben, doch es ist nie so, dass Robert eine heftige Attacke - á la Bond und Konsorten - ohne Verletzungen überlebt, was wiederum Spannung und Glaubwürdigkeit stärkt.
Dass Roberts Charakter stets offen liegt, ist, wie bereits erwähnt, ein großer Pluspunkt, da man so die Sympathie für ihn behält. Auf der anderen Seite ist die Neugier des Lesers an Roberts Leben bzw. an seiner Vergangenheit nur begrenzt – immerhin weiß man stets genau, wieso Robert so handelt, wie er handelt. Daher war ein Kapitel, das Roberts Vergangenheit behandelt, etwas überflüssig, jedoch nicht so sehr, dass es die Lust am Lesen nimmt. Es ist eine ganz nette Dreingabe, aber nicht wirklich notwendig.

Fazit:
Alles in allem hat mir die Geschichte gut gefallen. Man kann sie flott lesen und sie bleibt bis zum Ende spannend und nimmt einen mit. Sie ist fesselnd, beunruhigend und vor allem anderen sehr schnell und actionreich. Ich vergebe somit 4,5 von 5 Punkten und eine volle Leseempfehlung für alle Leute, die Blutiges vertragen.







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