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Montag, 25. November 2013

Buch - "Oneiros - Tödlicher Fluch" von Markus Heitz


Titel: Oneiros – Tödlicher Fluch
Autor: Markus Heitz
Genre: Dark Fantasy
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 624





Kurzbeschreibung:
In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht …

Quelle: Verlagsseite

Kritik:
Als Oneiros erschien, machte mich der Klappentext nicht wirklich neugierig, obwohl ich ein großer Heitz Fan bin. Also stellte ich das Buch auf meiner Wunschliste erstmal ganz weit nach hinten. Auf dem Mera Luna 2012 hatte Markus das Buch dann allerdings bei seiner Lesung im Gepäck und stellte es uns ausführlich vor. Sofort war ich hin und weg und wollte Oneiros haben. Gesagt, getan – signiert auf dem Mera 2013.

Die Kurzbeschreibung wird der spannenden Geschichte kaum gerecht. Konstantin Korff hat eine sehr besondere Verbindung zum Tod, denn er ist unsichtbar für den Schnitter und kann deswegen nicht sterben. Stattdessen sendet er im Schlaf einen widerlichen Laut aus, der den Tod anlockt und wahnsinnig macht, so dass er alles um die „Todesschläfer“ herum zerstört, in der Hoffnung, den Schlafenden dabei zu vernichten.
Aber Korff ist nicht der einzige Mensch mit diesem Fluch. Ein Skandinavier flüchtet über die ganze Welt vor den verschiedenen Todesschläfer-Organisationen und hinterlässt dabei ein Massaker nach dem nächsten. Denn er ist Narkoleptiker und fällt in stressigen Situationen einfach mal in einen tiefen Schlaf. Wer könnte diese Waffe besser aufhalten, als ein anderer Todesschläfer? Und Korff steht vor der vielleicht gefährlichsten Aufgabe seines Lebens.

Die Geschichte um die Todesschläfer hat ihre Höhen und Tiefen. Allen voran fallen natürlich dies neuartigen, mystischen Wesen auf. Die Idee, die dahinter steckt ist einfach genial und in dem ganzen Einheitsbrei von Vampiren, Hexen und Werwölfen ist es definitiv mal was anderes. Die Todesschläfer machen neugierig und wenn man sie einmal kennt, will man mehr von ihnen erfahren.
Zum anderen besticht der Charakter Korff einfach den Leser. Heitz weiß, wie mach Charaktere gestaltet und hat das mit dem makaberen Bestatter wieder wunderbar umgesetzt. Er ist charmant, hat Wortwitz und eine dunkle Vergangenheit, über die man viel zu wenig erfährt. Man mag ihn sofort.
Anders ist es bei so manch anderen Charakteren, die einen teilweise leider nerven und viel zu schwach sind. So treten die verschiedensten Rollen auf, die man für wahnsinnig hält, hasst oder tiefes Mitleid mit ihnen empfindet.

Die Handlungsstränge wechseln sich regelmäßig ab. So ist man mal bei Korff, dann bei dem stalkenden Todesschläfer Berger, mal bei der verrückten Wissenschaftlerin, mal bei irgendwelchen Charakteren, die man nur kurz kennenlernt, um sie sterben zu sehen. Dieser Erzählwechsel hat mich teilweise sehr gestört, da ich die anderen „Protagonisten“ nicht mochte und lieber die ganze Zeit bei Korff bleiben wollte. Das waren dann die Kapitel, die sich leider etwas gezogen haben.
Wenn ein Buch mehrere Handlungsstränge hat, ist es immer schwierig, denn jeder der Stränge muss gleich gut aufgezogen sein, um den Leser bei der Stange zu halten. Das ist hier leider nicht gelungen.
Allerdings bleiben in dem Buch auch einige Sachen offen oder werden nur angeschnitten, so dass man hoffen kann, dass es noch andere Bücher kommen, in denen die Charaktere und die Thematik wieder auftauchen. Schon in seinen anderen Dark Fantasy Romanen liefen sich die verschiedenen Protagonisten mal über den Weg. Wer weiß, vielleicht trifft Korff ja mal auf die Kinder des Judas? Oder Justine?

Trotzdem ist der Schreibstil so locker, frech und schonungslos, dass man der Geschichte sehr gerne folgt. Ob Schießerein mitten in der Innenstadt oder knisternde Erotik oder eine wilde Verfolgungsjagd mit schnellen Autos – dem Buch fehlt es an nichts. Man sollte allerdings nicht zu zart besaitet sein, wenn die Knochen brechen und das Blut spritzt.
Eine weitere Besonderheit sind die Märchen, die immer wieder dazwischen gestreut wurden. Es sind alles Märchen, die sich um den Tod drehen und ich fand sie sehr toll. Gerade weil es auch mal Geschichten sind, die nicht unbedingt jeder kennt.

Vom Cover war ich spontan etwas enttäuscht. Es ist eigentlich nichts schlechtes daran, aber ich mag die anderen Dark Fantasy Cover der Heitz Romane sehr, wie z.B. von Kinder des Judas und Blutportale. Ich hätte mir etwas gewünscht, was in diese Richtung geht.

Fazit:
Schnelle Action, spannende, mystische Wesen, freche Sprüche. Markus Heitz schafft es wieder eine stabile Leistung abzuliefern und neue Charaktere zu schaffen, von denen man unbedingt noch mehr lesen will. Der Grundgedanke der Todesschläfe ist sowohl beängstigend als auch genial und interessant. Wer von Vampiren die Schnauze voll hat, sollte diesem Buch mal eine Chance geben. Von mir 3 ½ Skulls.

Eure Mendea

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