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Montag, 11. November 2013

Buch - "Die Stadt der Regenfresser - Chroniken der Weltensucher" von Thomas Tiehmeyer






Titel: Chroniken der Weltensucher – Die Stadt der Regenfresser
Autor: Thomas Thiemeyer
Genre: Fantasy/ Abenteuer
Verlag: Loewe
Seiten: 440
Preis: 8,95€ (tb)








Der Klappentext:
Eine Stadt in der Vertikalen, 3000 Meter über dem Meeresspiegel.
Ein vergessenes Volk, bedroht durch eine unheimliche, archaische Macht.
Und eine kleine Truppe von Abenteurern aus der alten Welt, zu allem entschlossen.
 
Dies ist die Geschichte des Carl Friedrich Donhauser, der sich selbst Humboldt nannte. Zusammen mit seinen Gefährten bereiste er die letzten noch nicht erforschten Orte der Erde. Er entdeckte vergessene Völker, schloss Freundschaften mit den fremdartigsten Geschöpfen, hob unvorstellbare Schätze und erlebte die haarsträubendsten Abenteuer. Viele seiner Entdeckungen und Erfindungen gehören noch heute zu unserem täglichen Leben. Warum er aber selbst in Vergessenheit geriet, das wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.


Die Rezension:
Aufmerksam geworden bin ich durch das Cover. Es sieht schon sehr nach Steampunk aus und ich wollte ich mal mit dem Genre anfreunden. Allerdings ist es doch nicht so speampunkig, wie es auf den ersten Blick scheint.


Es beginnt mit einem Diebstahl. Wenn der Dieb gewusst hätte, mit wem er es zu tun hatte, wäre er wohl zum nächsten Opfer über gegangen. Gerade als er sich mit seiner Beute in Sicherheit wiegt, taucht sein Opfer auf und nimmt ihn mit sich. Kein anderer als der Abenteurer Carl Friedrich von Humboldt bietet ihm eine einzigartige Chance. Er soll den Forscher als Assistent auf dessen nächste Reise begleiten. Humboldt will nach Südamerika aufbrechen und eine längst vergessene Stadt in 3000 Metern Höhe finden. Als Beweis für deren Existenz dient eine gefundene Fotoplatte und Humboldt will der Sache auf den Grund gehen.
Weil das aber zu langweilig wäre, gibt es noch eine zweite Gruppe, die sich ebenfalls auf den Weg nach Südamerika macht, mit dem Ziel einen Kollegen zu finden und Humboldt zu schlagen.

Humboldt selbst war einerseits genial, andererseits nicht durchschaubar. Es war manchmal schwer ihm zu folgen, was ihn aber auch interessant gemacht hat. Dieses Undurchschaubare wirkte bei ihm sogar richtig passend und nie nervig oder zu gering vom Autor durchdacht. Er ist ein leidenschaftlicher Forscher, der mit vollem Herzen dabei ist, was manchmal auch ein wenig an Wahnsinn grenzen mag. Mir gefiel er sehr gut und war auch ein interessanter Charakter.
Der Junge war ebenfalls ganz gut dargestellt. Ein Dieb, der ganz zufrieden mit seinem Leben ist, gern von Abenteuern träumt und sich ansonsten keine Gedanken um seine Zukunft macht. Als er auf Humboldt trifft, wird ihm eine Alternative geboten, der er aber noch nicht so ganz über den Weg traut. Manchmal ist er recht einfach gestrickt, dann ist er wieder vorsichtig und skeptisch.
Da es so viele handelnde Figuren gibt, erwähne ich nur noch Valkyr. Diese Frau ist einfach der Hammer, auch wenn ihr Antrieb eher traurig ist. Dennoch ist sie großartig: bissig, elegant, frech, eine Kämpferin.

Die Personen sind alle sehr unterschiedlich und gerade das macht sie aus. Allesamt sind sie sehr gut ausgearbeitet, haben ihre Besonderheiten und sind vielschichtige Charaktere, die nicht sofort durchschaut werden können. Jeder hat etwas, dass ihn sympathisch und mitreißend macht. Es hat Spaß gemacht, die Abenteuer mit ihnen zu erleben und zu sehen, wie sie miteinander agieren, sich verändern und den Gefahren trotzen.

Es ist ganz gut geschrieben, schöner flüssiger und spannender Stil, der sich gut lesen ließ. Stellenweise ging es mir ein wenig zu schnell, wo sich an anderer Stelle gut Zeit gelassen wurde. Es sind schöne Beschreibungen drin, zieht sich aber nicht zu lang, als dass es langweilig geworden wäre. Hin und wieder gab es seltsame Sprünge, eine Situation oder Gespräch wurde nicht weiter verfolgt. Das war zeitweise ein wenig frustrierend.

Die Welt und die Stadt, in die sie kamen, war richtig cool gemacht. Zuerst dachte ich, dass die komischen Kreaturen zusammen gehörten. Recht schnell bemerkte ich aber den Irrtum. Die Viehcher waren sowohl gruselig als auch faszinierend.
Aber auch die Stadt konnte sich sehen lassen. Nicht zuletzt weil es mit den Luftschiffen dann doch noch steampunkig wurde.
Für alle, die einen Steampunk-Abenteuer-Roman erwartet hatten, werden vermutlich enttäuscht werden. Da es, bis auf die Luftschiffe später, nicht so wirklich steampunkig ist, obwohl es das Cover ja versprochen hatte, war ich ein wenig enttäuscht.
Wer sich aber mit ein paar Schiffen und vielen Abenteuern anfreunden kann, wird viel Spaß mit dem Buch haben.

Gegen Ende packte den Autor wieder der Drang schnell fertig werden zu wollen, zumindest kam es mir so vor. Kaum waren sie dort und alles aufgeklärt, griffen die Feinde an und das Finale folgte. Alles war recht schnell erzählt, auch wenn die Schiffszene da noch ein wenig Tempo raus nehmen wollte. Mir gefiel das Ende, trotzdem hätte ich gern noch mehr über das Volk und die Welt erfahren wollen und am besten auch langsamer.

Fazit:
Insgesamt ganz cool, wenn auch nicht so steampunkig, wie es das Cover verspricht. Dafür erwarten den Leser viele Abenteuer, eine ungewöhnliche Reisegruppe und ein Wettkampf darum, wer als erstes das Geheimnis der Stadt in den Wolken lüftet.
Mir gefiel es wirklich gut und es hat Lust auf mehr gemacht. Der Folgeband ist inzwischen auch bestellt.

4 von 5 Skulls von mir!


eure engelsmomente

Kommentare:

  1. Antworten
    1. also ich kanns nur empfehlen und der zweite gefiel mir sogar noch besser.
      lg

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