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Montag, 15. Juli 2013

Buch - "Heute bin ich blond" von Sophie van der Stap

buch.de





Titel: Heute bin ich blond – Das Mädchen mit den neun Perücken
Autor: Sophie van der Stap
Genre: Tagebuch/ Autobiografie
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 239
Preis: 8,95€










Der Klappentext:
»Ich versuche einfach weiterzuleben …« Eine andere Frisur, ein anderer Mensch? Als man bei Sophie van der Stap mit einundzwanzig Jahren Krebs diagnostiziert, möchte sie sich am liebsten verwandeln. Sie erkennt sich selbst nicht wieder – bis sie neun verschiedene Perücken kauft. Wie Sophie mit ihrer Krankheit fertig wird, ist einzigartig: Nie zuvor hat jemand den Krebs derart freimütig, aber auch mit so viel Leichtigkeit beschrieben. Besser kann man die eigene Verletzlichkeit nicht zeigen.

Die Rezension:
Das Mädchen mit den neun Perücke ist mir ans Herz gewachsen. Ein Buch, dass ich gern weiterempfehle.


Es ist das Tagebuch einer jungen Frau, die an Krebs erkrankt ist. Es umfasst den Zeitraum von der ersten Diagnose, bis zur Buchveröffentlichung. Es berichtet von Höhen und Tiefen, Schmerz und Glück, Hoffnung und Angst. Sophie lernt damit umzugehen und wieder zu leben. Leben, obwohl es bald vorbei sein könnte.

Es ist aber schwer, dieses Buch zu bewerten. Es ist ein Tagebuch über eine Krankheit. Etwas real erlebtes. Eigentlich sollte ich es gar nicht bewerten. Dieses Buch zu veröffentlichen war mutig. Es zeigt einen echten Menschen, nackt, ungeschönt, kahl, verletzlich. Ich kann mir aber vorstellen, dass es hilft. Ihr selbst, Krebspatienten, deren Freunden, Verwandten oder jungen Menschen, die ebenfalls eine Diagnose bekommen haben. Sie wissen, dass sie damit nicht allein sein.

Zur Person kann ich nicht allzu viel sagen. Man mag sie, oder eben nicht. Bei mir war es, wie bei jedem Menschen den ich mag. Vieles an ihr war sympathisch, aber so ein paar Eigenheiten mochte ich auch nicht. Musste ich ja auch nicht. Im Buch geht es auch nicht darum, ob der Leser sie mag, das war (hoffentlich) auch nicht ihre Intention.

Mir gefiel an Sophie, dass sie nicht aufgegeben hat. Es klingt vielleicht banal, warum sollte sie auch aufgeben, schließlich ist sie jung. Aber bei ihrer Diagnose hätte sie sich auch sagen können: Wieso Zeit schinden? Aber sie hat weiter gemacht, gehofft, gelebt und geliebt. Klar war es nicht einfach, das zu sagen wäre die Untertreibung schlechthin. Sophie ging mit dem Thema recht offen um, nannte es beim Namen und versteckte sich nicht. Vielmehr hat sie sich selbst gefunden und erfahren, was sie eigentlich will, indem sie sich mehr mit sich beschäftigt hatte. So hat auch jeder krebsfreie Leser noch eine Botschaft oder vielleicht auch eine Aufgabe gefunden: Das zu finden, dass einen ausmacht, erfüllt und das er gern machen würde.

Der Erzählstil ist gewöhnungsbedürftig. Ziemlich abgehackt, gern auch verwirrend und sprunghaft. Dazu kommt in meinem Buch noch die ungünstige Formatierung (ohne Einschübe). Teils wurden dann mehrere Ereignisse ohne Leerzeilen zusammengepresst, da musste ich mehrfach lesen, ehe ich alles auseinander hatte. Andererseits lässt es tief blicken. Sophie schreibt alles frei raus und präsentiert es nackt und ungeschönt auf dem Papier. Es wirkt grob, aber echt. Es ist wie ein Tagebuch gehalten, Gedankenbruchstücke, kurze Szenen, Gefühle. Alles ist enthalten und muss auch nicht immer logisch sein.
Beeindruckend fand ich, dass es die Autorin trotzdem, oder deswegen, geschafft hat mich zu fesseln.

Es ist schwer zu beschreiben, wie ich das Lesen empfand. Ich habe mit ihr gelitten, ohne direkt mit ihr Mitleid zu haben. Ich habe nicht mit ihr geweint, aber die Angst gespürt. Es fühlt sich einerseits sehr distanziert an, da ich es nicht nachvollziehen, aber immerhin verstehen konnte. So wird es wohl jedem gehen, der nicht betroffen ist. Im Buch: brachliegende Emotionen. Bei mir: ein Schlag. Andererseits ist es sehr nahe. Nicht immer wusste ich, wie ich damit umgehen sollte.

Fazit:
Das Leben im Heute und es so leben, wie man selbst glücklich ist, das war die Botschaft, die bei mir ankam.
Für Betroffene: Kämpfern und (weiter/ wieder) leben!


Von mir, für Sophie van der Stap, 5 von 5 Sternen inklusive Leseempfehlung!
eure engelsmomente

1 Kommentar:

  1. Ich habe mit dem Buch auch Probleme gehat. Die Ehrlichkeit war gut, aber das Wort 'Distanz' trifft es - ich hatte das Gefühl, dass sie ein bisschen privilegiert ist, weil sie einen guten Job und Kontakte hat und Freunde. Auch wenn es hart ist, tänzelt sie durch die Krankheit, sie ist so positiv. Mir fehlt das ... Tragische. So interessantr die Story ist.

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