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Samstag, 27. April 2013

Geisterstundeninterview - Christina M. Fischer


Passend zu unserer Buch-Tag-Aktion haben wir die Autorin Christina M. Fischer zum Gespräch gebeten. Nicht nur, dass sie uns brav Rede und Antwort gestanden hat, nein, sie hat uns auch ein wundervolles, signiertes Exemplar von ihrem Buch "Dämonenbraut" mitgebracht, dass ihr hier gewinnen könnt. 

1.) Bitte stell dich und dein Buch doch einmal vor!

Hallo :)
Mein Name ist Christina Maria Fischer, ich wurde 1979 geboren und wohne derzeit mit meiner Familie in Gemünden am Main. Die Liebe zum geschriebenen Wort habe ich schon sehr früh entdeckt, indem ich die Märchen der Gebrüder Grimm und Geschichten aus Tausendundeiner Nacht las. Dann entschied ich mich mit vierzehn Jahren selbst zu schreiben. Als Anreiz hatte ich zu der Zeit ein sehr spannendes Buch, dessen Ende mir überhaupt nicht gefiel.
In Dämonenbraut wird die Geschichte der Agentin Sophie Bernd erzählt, die in einer übernatürlichen Welt einem Serienmörder auf der Spur ist, der mittels eines schwarzen Rituals die Kräfte der Getöteten auf sich überträgt.


2.) „Dämonenbraut“ ist ein sehr vielschichtiges Buch, für das du sehr viel Hintergrund kreieren musstest. Wo hast du all die Inspiration hergenommen?


Inspiriert wurde ich von einigen Online-Rollenspielen, in denen Beschwörer Diener herbeiriefen um mit ihnen zu kämpfen. Auch das Spiel Hellgate London hat mich dazu ermutigt eine Geschichte über den Kampf zwischen Menschen und Dämonen zu schreiben. Da zu dieser Zeit Bücher über Vampire und Werwölfe massenhaft vertrieben wurden und immer noch werden, stand für mich schon von vornherein fest, dass meine Hauptprotagonistin einer anderen Gattung zugehören sollte. Vampire und Werwölfe sind zwar ebenfalls in Dämonenbraut vertreten, doch sie ergeben sich eher aus dem Aufbau der Welt her, in der ein Virus ausgebrochen ist und die anormalen Arten zu vervielfachen droht. Ein anderer Aspekt ist die Dämonenwelt. Die Dämonen aus Dämonenbraut entstammen einer Phantasiewelt und haben rein gar nichts mit Luzifer und Beelzebub zu tun. Wie die Stadt Terimes, so ist auch die Welt der Dämonen ein Konstrukt meines Geistes. In Dämonenbraut habe ich mich eher mit dem Aufbau der Menschenwelt und Terimes befasst und nur Bruchstücke der anderen Welt mit eingefügt. Das soll sich im zweiten Band jedoch ändern, wo vermehrt von der Dämonenwelt berichtet wird.
Da ich mich, was die Geschichte betrifft, nicht genau festgelegt habe, ergaben sich dadurch schon einige Zufälle, die der Geschichte mehr als dienlich gewesen sind. Als Beispiel nenne ich Bash und Richie, die eigentlich nicht für dieses Buch geplant waren und dann aber zu den Lieblingen der Leser avancierten.

3.) Sophie ist eine starke und emotionale Heldin. Wie viel Christina steckt in Sophie und umgekehrt?
Stark und emotional, so könnte man einige Frauen definieren, besonders beim Emotionalen :)
Was Sophie betrifft, ich wollte sie als taff in ihrem Beruf darstellen, allerdings sollte sie sich auch bei ihren Freunden fallen lassen können.
Was den zweiten Punkt betrifft, so gibt es für mich nichts Wichtigeres als meine Familie, für die ich alles tun würde. Das könnte man eine Gemeinsamkeit nennen. Was die kämpferische Seite von Sophie betrifft, so glaube ich nicht, dass wir etwas gemeinsam haben, zum Glück, mir würde es nicht besonders gefallen, abends von Dämonen mit dem Auto von der Straße gedrängt zu werden ;-)


4.) „Dämonenbraut“ hat ziemlich fiese Cliffhanger. Arbeitest du schon an dem zweiten Teil? Kannst du uns etwas über Sophies kommendes Abenteuer verraten?

Wie ich oben schon erwähnt hatte, habe ich im ersten Teil nur Bruchstücke der ganzen Geschichte mit eingeworfen. Ich wusste von vornherein, dass es eine Trilogie werden sollte und auch, was sich in etwa in den folgenden beiden Büchern ereignen würde. Mir war klar, dass es in Dämonenbraut zwei Handlungsstränge geben würde. Erstens, die Suche nach dem Serienmörder und zweitens, die Dämonen, die mehr und mehr in Sophies Leben an Wichtigkeit zunehmen. Da ich die Leser nicht mit endlosen Informationen bombardieren wollte, entschied ich, im zweiten Teil des Buches mehr auf die Dämonenwelt einzugehen.

Am zweiten Teil schreibe ich schon fleißig, so gut wie die Hälfte des Buches ist geschafft. Es wird einen Mordfall an Dämonenbräuten zu lösen geben, dem Sophie, die nun eine Dhag ist, mit ihrem Partner Jason Shoda nachgehen muss. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Julius nach seiner Verwandlung und auch der Arakor aus dem ersten Band wird im zweiten Teil einen sehr bedeutungsvollen Part erhalten. Was den Titel betrifft, hake ich mal bei meiner Verlegerin Grit Richter nach, ob man ihn schon verraten darf ;-)
[Anmerkung der Verlegerin Grit Richter, die das Interview zum durchlesen bekommen hat: Ja, der Titel darf gerne schon verraten werden. Die Fortsetzung von „Dämonenbraut“ trägt den Titel „Dämonensaat“ und ich kann es kaum erwarten das Manuskript zu lesen ^^]

5.) Der Roman setzt sich teilweise mit Diskriminierung auseinander. Dämonenbräute werden von einigen Leuten gemieden. Wie wichtig ist dir das Thema?

Sehr wichtig. Es geht nicht nur alleine um die Dämonenbräute. Anfangs wird ja beschrieben, wie brutal Dämonen sein können, was die Furcht vor ihnen erklärt, doch im Verlauf der Geschichte wird dem Leser auch klar, warum diese überhaupt so gewalttätig sind. Es ist nicht besonders mitfühlend jemanden aus seiner Welt zu reißen um ihn zu zwingen die Kämpfe für sich bestreiten zu lassen und ihn nach getaner Arbeit zu töten. Dann stellt sich die Frage, wer wen diskriminiert. Ich denke, das verleiht den Dämonen einen leicht menschlichen Touch.


6.) Einige Autoren haben besondere Rituale beim Schreiben, besondere Plätze oder Umstände, wo sie sich besser konzentrieren können. Was brauchst du zum Schreiben?

Eigentlich benötige nur die Lust zum Schreiben selbst, denn das Schreiben und Lesen ist für mich ein sehr wichtiges Hobby geworden. Da ich jedoch Mutter eines kleinen Jungen bin, kann ich leider nicht mehr die Zeit erübrigen so viel zu schreiben wie früher. Jetzt sitze ich meistens abends an der Geschichte dran. Was mich vielleicht auch von anderen Autoren unterscheidet ist die Tatsache, dass ich die Geschichte zuerst mit Kugelschreiber auf Papier niederschreibe und sie erst danach am Laptop eintippe. Das gibt mir zusätzlich noch die Möglichkeit bestehende Fehler und Ungereimtheiten zu korrigieren, außerdem liebe ich es per Hand zu schreiben :)


7.) Warum hast du dich für Urban Fantasy entschieden? Kannst du dir auch vorstellen Bücher aus einem anderen Genre zu schreiben?

Ich wähle das Genre aus, welches mir selber zusagt. Ich habe bereits Geschichten über Romance-Fantasy, High-End-Fantasy, Science-Fiction und sogar eine Kriminalgeschichte geschrieben, wobei ich jedoch betone, dass mir das Schreiben über das Genre Fantasy am leichtesten fällt. In meinen Büchern sind zwar auch einige lustige Szenen vertreten, doch diese entstanden meistens durch Zufälle. Ich könnte nie im Leben eine pure Komödie schreiben! Was mich reizen würde, wäre jedoch eine Horror-Geschichte.

8.) Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Hauptsächlich kümmere ich mich um meinen neunzehn Monate alten Sohn und sollte sich dann noch etwas Freizeit erübrigen, lese ich oder spiele Sims 3, welches mich auch sehr begeistert.


9.) Welches Buch – außer deinem eigenen – sollte man deiner Meinung nach unbedingt mal gelesen haben?

Bei dieser Frage habe ich einige Probleme, da es mir schwerfällt mich auf ein Buch festzulegen, daher nehme ich meinen Lieblingsautor Steven Erikson. Seine Bücher aus der Reihe Spiel der Götter empfinde ich als sehr gelungen. Es fasziniert mich immer wieder wie komplex er die Welt und die Charaktere der Reihe darstellt.

10.) Die Verlagssuche gestaltet sich für einen unbekannten Autoren heutzutage wirklich als schwierig. Wie war deine Erfahrung bis du den ASP Verlag gefunden hattest?

Das habe ich auch in sehr vielen Foren und auf einigen Plattformen gelesen, weshalb ich beschlossen hatte, erst einmal klein anzufangen. Also schickte ich zuerst einige Beiträge zu Anthologie-Ausschreibungen. Dass fünf Beiträge bei Anthologien verschiedener Verlage angenommen wurden, hat mir Mut verliehen. Eine Freundin machte mich dann auf den ASP Verlag aufmerksam und meinte, dieser würde verlegen, was ich schreibe. Folglich schickte ich Dämonenbraut dort ein und erhielt sehr schnell eine positive Rückmeldung :)

11.) Kann man dich dieses Jahr auf den Buchmessen treffen?

Da mein Sohn noch zu klein ist, wäre der Weg zu lang. Man kann mich jedoch im August am Fechenheimer Literaturfestival in Frankfurt antreffen, wo ich aus Dämonenbraut vorlesen werde.

12.) Die berühmten letzten Worte überlasse ich dir. Was möchtest du am Ende noch loswerden?

Zum Schluss möchte ich mich herzlich bei all meinen Lesern bedanken. Am meisten freue ich mich über die Kommentare zu Dämonenbraut, über die guten, wie über die kritischen. Sie helfen mir sehr beim Schreiben des zweiten Bandes und zeigen mir auf, wo ich mich noch verbessern kann. Dafür meinen Dank an euch :)

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