Seiten

Freitag, 5. April 2013

Buch - „Greywalker – Harper Blaine 1“ von Kat Richardson






Titel: Greywalker – Harper Blaine 1
Autor: Kat Richardson
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 512
Preis: 8,95 €









Klappentext
Harper Blaine ist tot. Für genau zwei Minuten. Danach ist alles anders, denn als die junge Ermittlerin im Krankenhaus wieder zu sich kommt, nimmt sie düstere Gestalten wahr, die aus grauem Nebel auftauchen. Harper Blaine besitzt jetzt die einzigartige Fähigkeit, in die Welt der Vampire, Werwölfe und Nekromanten einzutauchen. Und während sie tagsüber noch versucht, ihr Liebesleben in Ordnung zu bringen, führt sie ihr erster Fall immer tiefer in die gespenstische Welt der Untoten.

Rezension

Das Buch hatte soviel Potenzial, aber leider hat die Autorin rein gar nichts daraus gemacht.


Die Geschichte beginnt sehr rasant. Der Leser wird sofort mitten in eine Kampfszene zwischen Harper Blaine und einem Mann geworfen. Diese Auseinandersetzung endet mit Harpers Tod für 2 Minuten. Diese kurze Zeit verändert alles in dem bisher doch recht übersichtlichen Leben der Privatdetektivin. Denn von nun an passiert es ihr immer häufiger, dass sie urplötzlich in eine Art Zwischenwelt gezogen wird und von den dort lebenden Wesen attackiert wird. Als dann auch noch ihre momentanen Fälle mit diesen Mysterien in Verbinndung zu stehen scheinen, ist das Chaos perfekt.

Es klingt zunächst nach einem wirklich spannenden Fantasyroman mit einer originellen Handlung. Dem ist letztlich nicht so. Denn die ganze Geschichte wirkt so aufgesetzt und zerstückelt, dass das Lesen echt keinen Spaß machte.

Harper Blaine war mir von Anfang an etwas unsympathisch, da ihr durchgängiges Verschließen vor bewiesenen Tatsachen doch recht anstrengend war. Ich verstehe es ja, dass sie sich erst an ihre neuen Fähigkeiten und den damit verbundenen Wechsel in ihrem bisherigen Leben, gewöhnen muss. Auch das anfängliche Widersetzten gegen die Gesamtsituation leuchtet mir noch ein. Aber Harper Blaine sträubt sich von der ersten bis zur letzten Seite gegen alles, was auch nur ansatzweise abnormal ist. Somit ist sie definitiv eine Fehlbesetzung für einen Fantasyroman. Sie wäre perfekt für einen Detektivroman gewesen, in welchem es sich um Büroarbeit dreht. Denn darin geht sie voll auf.
Durch diese Vorliebe zur Büroarbeit erfolgt ein ziemlicher Bruch in der Geschichte. Denn die Handlung wechselt immer wieder zwischen dem normalen Alltag einer Privatdetektivin und actionreichen, mysteriösen Szenen.

Die Autorin hat auch eine sehr merkwürdige Art gefunden dem Leser in diese erdachte Welt hinein zu führen. Nachdem Harper feststellt, dass mit ihr irgendetwas nicht stimmt und sie immer wieder in einer Grauzone landet, geht sie zum Arzt. Soweit noch alles logisch, aber dieser Arzt schickt sie dann zu Bekannten, ein Esoterikprofessor und dessen Frau, eine Hexe. Diese empfangen sie dann mit offenen Armen und werden ihre Mentoren, wenn es um all das Abnormale in der Welt geht. Dabei erklären sie ihr, dass sie ein Greywalker ist und in eine Grauzone, bzw. Zwischenwelt eintauchen kann, in welcher sich Vampire, Geister und andere Gestalten aufhalten. An sich ist das ja alles höchst interessant. Leider hat die liebe Frau Richardson einen so stockenden und steifen Erzählstil, dass das Ganze sehr aufgesetzt und lächerlich wirkt. Ich meine, wenn mir ein Arzt einen Zettel mit der Adresse eines Esoterikprofessors in die Hand drückt und mir sagt: Ich soll es mal bei dem probieren, vielleicht kann er mir ja weiter helfen. Dann würde mich das schon etwas, nun ja sagen wir mal, stutzig machen.

Auch weitere Nebencharaktere werden sehr holprig in die Handlung eingeführt. Wie beispielsweise Will, ein Antiquitätenhändler, mit welchem Harper durch ihren neuen Fall in Kontakt tritt. Zwischen den beiden bahnt sich natürlich sogleich eine Liebelei an. Diese wirkt aber so aufgesetzt und unbeabsichtigt komisch, dass ich auch diesen Erzählstrang eher anstrengend als unterhaltend fand. Ich hatte mir aufgrund dieses steifen Umgangs zwischen den beiden die ganze Zeit erhofft, dass da noch irgendein Knüller kommt. Beispielsweise ist er in Wirklichkeit ein Dämon und will ihre Fähigkeiten nur ausnutzen oder so was. Passiert aber nicht, er ist einfach nur ein Mensch mit einem Stock im Arsch.

Die einzige Person, die mir sympathisch war und deren Art ich nachvollziehen konnte, war Quinton. Dieser ist so eine Art Technikgenie, der à la Mac Gyvwer aus einer Büroklammer und einem Kugelschreiber eine Alarmanlage bauen kann. Natürlich war auch seine Einführung in die Handlung sehr merkwürdig. Also wenn der Typ vom Schlüsseldienst mir jemanden für eine günstige Alarmanlage empfiehlt, den man nur in der hintersten Ecke irgendeiner Bibliothek antrifft, dann würde ich das schon etwas suspekt finden. Aber abgesehen davon ist Quinton zwar ein sehr mysteriöser Charakter, jedoch ohne dabei verkrampft und unlogisch zu wirken.

Da sich Harper so vehement gegen ihre neuen Fähigkeiten wehrt, kommt sie nur sehr schleppend der Auflösung ihrer Aufträge entgegen. Dem Leser war schon nach den ersten 50 Seiten bewusst, dass der verschwunden Junge, nach welchem sie zu fahnden hat, definitiv ein Vampir geworden sein musste. Aber Harper verschließt natürlich komplett die Augen vor solch einer abnormalen Erklärung und stürzt sich lieber weiter in sinnlose Büroarbeit.
Selbst nachdem sie endlich eingesehen hat, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Hölle gibt als man ahnt, überlässt sie die gefährlichen Arbeiten lieber ihrer neuen Freunden. Zum finalen Kampf gegen einen etwas zu hoch ambitionierten Geist sterben dank ihrer tollen Verdränungstechnik beinah alle. Letztlich steht sie zwar als Heldin da, aber ich finde es schon etwas fad, dass ihre einzige Tat darin bestand ihr Talent als Greywalker endlich zu akzeptieren.

 Fazit
Sehr schade muss ich sagen. Die Grundidee dieses Buches ist wirklich sehr gelungen. Die Autorin konnte dies nur in keinster Weise umsetzten und muss generell an ihrem Erzählstil wohl noch etwas feilen.
Ich habe den zweiten Teil der Harper Blaine Reihe auch noch im Regal stehen. Sicherlich werde ich ihn auch irgendwann noch lesen. Da die Hoffnung besteht, dass Frau Richardson doch noch das Potenzial ihres Romans erkennt, und lernt es besser umzusetzen.

Von mir gibt es 2 Skulls.
Eure Püppie

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen