Seiten

Samstag, 6. April 2013

Buch - "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" von Veronica Roth


Rezension zu Band 1





Titel: Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
Autor: Veronica Roth
Genre: Dystopie
Verlag: ctb Verlag
Seiten: 506
Preis: 17,99€ (gebunden)







Der Klappentext:
Der Aufstand hat begonnen ...
In einer ungewissen Zukunft, in der die Fraktionen zerfallen, gibt es keine Sicherheiten mehr. Außer der einen: Wo auch immer ich hingehe – ich gehe dorthin, weil ich es will…
Drei Tage ist es her, seit die Ken mithilfe der ferngesteuerten Ferox-Soldaten unzählige Altruan umgebracht haben. Drei Tage, seit Tris' Eltern starben. Drei Tage, seit sie selbst ihren Freund Will erschossen hat – und aus Scham und Entsetzen darüber schweigt. Mit den überlebenden Altruan haben Tris und Tobias sich zu den Amite geflüchtet – doch dort sind sie nicht sicher, denn der Krieg zwischen den Fraktionen hat gerade erst begonnen. Wieder einmal muss Tris entscheiden, wo sie hingehört – selbst wenn es bedeutet, sich gegen die zu stellen, die sie am meisten liebt. Und wieder einmal kann es nur Tris in ihrer Rolle als Unbestimmte gelingen, die Katastrophe abzuwenden...


Die Rezension:
Wieder ein sehr packender Roman und ein wirklich gelungener zweiter Band.


Der Angriff, oder eher Übergriff ist vorbei und alle müssen sich mit den Folgen vertraut machen. Die Ferox brechen auseinander, teilen sich in abtrünnige Verräter, die fortan mit den Ken zusammen arbeiten und in die Rebellen. Die Altruan versuchen zu überleben und sind überall zu finden. Die Amite fungieren als neutrale Zone und bieten allen Flüchtlingen Schutz, insofern diverse Regeln befolgt werden. Die Candor haben sich noch nicht für eine Seite entschieden und halten sich zurück. Tris und Tobias sind Flüchtlinge, sie und einige andere wechseln permanent den Standpunkt, erst auf der Suche nach Sicherheit, später um die Lage zu peilen und die Revolution fortzuführen. Denn eines ist klar: Das Chaos kann so nicht weiter gehen und die Simulationen müssen aufhören. Dafür scheint es nur eine Lösung zu geben: Das Hauptquartier der Ken zu zerstören.

So viel zur Ausgangssituation. Tris und Tobias sind auf dem Weg zu den Amite, dort ist bald klar, dass sie nicht lange bleiben werden. Es gibt viele Verstrickungen, Fakten, Geheimnisse, die alle recht schwer zu durchschauen sind. Entscheidungen müssen getroffen werden. Tödliche Entscheidungen.

Tris begibt sich in diesem Band immer wieder in Lebensgefahr. Diesmal ist es nicht ihre Ausbildung, sondern sie selbst, die sie dazu treibt. Ihre Eltern sind tot. Eine Tatsache, die sie zu den gefährlichsten Aktionen überhaupt treibt. Ihr Charakter wirkt stark, aber auch zerstört. Die richtigen Motive fehlen, alles scheint in einer Grauzone zu verschwimmen. Sie will das Erbe ihrer Eltern wahren, gleichzeitig scheint sie nicht sehr am Leben zu hängen. Sie ist so unbeständig, wie ihr Umfeld. Auch wirkt sie ab und an teilnahmslos, als würde es nicht ihr passieren. Im ersten Band war es schon schwer, sich in sie hinein zu versetzen, in diesem Band ist es ebenso schwer. Oft kam ich mir als Leser wie auf Distanz gehalten vor. Das hatte manchmal einen coolen Effekt, machte es an anderen Stellen schwer, mit ihr zu fühlen und sie zu verstehen.

Die Beziehung zu Tobias leidet. Diverse Geheimnisse, Meinungen und andere Probleme stehen zwischen den beiden. Entwarnung: Es gibt keinen zweiten Kerl, der Tris den Kopf verdreht. Ein Pluspunkt. Aber die beiden durchlaufen den Punkt ihrer Beziehung, an dem das Leben sie einholt und ihr Leben ist nun mal alles andere als ruhig.
Tobias hängt weiterhin an ihr, versucht sie zu schützen, aber er wirkt verschlossen, teilt ihr weniger mit und plant diverse Sachen hinter ihrem Rücken. Die Spannungen nehmen zu.
Bei beiden ist die Anspannung zu merken, die die zerrüttete Welt mit sich bringt. Es ist schwer zu unterscheiden, wer Feind und wer Freund ist. Aber beide Figuren sind weiterhin charakteristisch und entwickeln sich ständig weiter. Sie versuchen sich in der jeweiligen Situation zurechtzufinden und an aufgeben ist ebenfalls nicht zu denken.

Das Buch tritt mit vielen Verwicklungen und Überraschungen auf. Nichts scheint sicher zu sein, immer kommen neue, andere Informationen dazu und es gibt kaum Beständigkeit. Auch gefiel mir gut, dass noch mehr auf andere Fraktionen eingegangen wurde. Die Ferox und Altruan sind bereits bekannt. Diesmal erfährt der Leser auch einiges über die Amite und Candor. Sowohl über gute, als auch über schlechte Seiten. Keine Fraktion scheint ideal oder perfekt zu sein. Das nähere Eingehen auf die Fraktionen, ebenso wie die Kritik an den jeweiligen Systemen, macht einen Teil des Buches aus und war auch gut umgesetzt.

Mich hat ein wenig das ständige Hin und Her gestört, obwohl ich die Informationen und Entwicklungen an den jeweiligen Orten echt gut fand. Aber diese Unbeständigkeit hat mich dennoch frustriert. Es kehrte einfach nie ein wenig Ruhe ein. Klar, das große Morden ist eben erst vorbei und neue Bündnisse müssen sich bilden, aber es war eben immer irgendetwas los. So wurde es zwar nicht langweilig und ging flott vorwärts, aber irgendwie fehlt mir da auch was.

Die Schreibe war, wie im Vorband, flüssig und geradlinig. Die Darstellungen von Umgebung und ähnlichen waren teils präzise, teils skizziert. Ich konnte mir alles gut vorstellen und mich zurecht finden. Viele Wendungen und Informationen wurden verwoben und waren ebenso gut nachvollziehbar, wie unerwartet.

Das Ende... Ach ich mag Enden bei zweiten Bänden von Trilogien nicht. Entweder sind sie schlecht, oder es gibt kein Ende. In diesem Fall trifft letzteres zu. Die großen Probleme wurden schon irgendwie gelöst und die Ziele mehr oder weniger erreicht, aber dennoch war am Ende ALLES offen, denn das Chaos geht gerade erst los. So war ich mal wieder etwas frustriert nach einem Buchende. Auch konnte ich die Stimmung nicht richtig einschätzen. Zum Teil war ich auf Distanz, zum Teil nachdenklich. Zumindest lässt er einen nicht allzu schnell los.

Der Panem-Eindruck hat sich zum Glück erst zum Ende bemerkbar gemacht und da auch nur, weil es ähnlich offen ist, wie im zweiten Panem-Band. Ansonsten ließen sich kaum mehr Parallelen feststellen.
Auch die ganze Technik hinter den Simulationen war genial und die Weiterverfolgung von eben jenem Thema. Es wurde zum Schlüssel der Geschichte und das gefiel mir sehr gut. Es wurde nicht einfach abgetan und etwas neues ausgedacht, sondern am Bewährten festgehalten.

Fazit:
Insgesamt eine richtig gute Fortsetzung, die ich gern gelesen habe. Die Umsetzung war gut, mir etwas unbeständig und irgendetwas fehlt mir auch, das ich nicht richtig benennen kann. Vielleicht muss ich es auch erst mal sacken lassen. Ich kann die Bücher weiterhin empfehlen und freue mich auf den letzten Band. Zu dumm, dass der erst im Oktober (auf Englisch, wenn ich mich nicht irre) veröffentlicht wird... Aber ich glaube das Warten wird sich lohnen ;)
Trotz einiger Abzüge ist es spannend, actionreich und tiefgründig. Die Gesellschaft hat mir sehr gut gefallen und die ganzen Ideen sind wirklich gut umgesetzt. Davon möchte ich gern mehr lesen.

4 von 5 Skulls von mir!

eure engelsmomente

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen