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Donnerstag, 28. März 2013

Geisterstundeninterview - 12 Fragen an Stefan Link




Ein sympathischer Autor, den wir schon seit einer Weile kennen, aber erstmals auf der LBM 2013 getroffen haben. Dort las er aus seinem zweiten Roman "Plötzlich Schutzengel" (Rezi), der im Februar beim Titus Verlag erschienen ist. Wir nutzten die Chance und baten um ein Interview. Was es mit dem Riesenrad auf sich hat, wieso gerade Schutzengel und warum alle auf Leander rumhacken, erfahrt ihr hier bei uns. =)







Zuerst etwas leichtes: Stelle dich und dein Buch doch bitte kurz vor.
Von wegen, leicht. Diese erste Frage ist schwieriger, als sich die meisten vorstellen. Was über mich soll ich nur sagen? Ist es zuviel, langweilt man, ist es zuwenig, wirkt man womöglich unnahbar und arrogant.
Grundsätzlich bin ich nichts davon, also langweilig, unnahbar und arrogant, auch wenn mein Beruf, also womit ich den überwiegenden Teil meines Lebensunterhaltes verdiene, so wirken mag. Ich bin Steuerberater … und glaubt mir, ich habe bereits alle Witze über meinen Beruf und dem Dasein als Autor gehört. Und ich kann dazu nur eins sagen: „Doch, das geht!“
Ansonsten bin ich (derzeit) 40 Jahre alt und lebe mitten in Hessen.

Mein aktuelles Buch hat den Titel „Plötzlich Schutzengel“. Es handelt sich um eine Krimi-Komödie. Zum Buch gibt es so viel zu erzählen, aber ich möchte mich in Kürze auf den Klappentext beschränken: „Die drei Freunde Thomas, David und Leander werden ermordet. Alles sieht aus, als wäre es ein Unfall gewesen. Die drei wachen jedoch in einem Vorzimmer zum Himmel auf, sollen nun plötzlich Schutzengel sein. Ausgerechnet von der Frau, die sie alle drei geliebt haben. Aber auch sie wird bedroht.“

Sorry, kürzer ging es nicht. Ich bin Autor, ich könnte mit dieser ersten Frage drei Seiten füllen.


Wie bist du auf die Idee gekommen? Glaubst du an deinen eigenen Schutzengel?
Die Idee zu dem Buch kam mir an einem Samstagmorgen, noch im Bett liegend. Ich hatte ein paar Tage zuvor eine Kurzgeschichte gelesen, im der es um einen Schutzengel ging. Ich überlegte mir, wie es wohl wäre, wenn ich sterbe und gesagt bekomme, dass ich plötzlich Schutzengel werden sollte und dabei feststelle, dass ich ermordet würde. Tja, so fing alles an. Noch am gleichen Abend hatte ich die ersten Sätze geschrieben, weil mich die Idee einfach nicht mehr losgelassen hat.

Ja, ich glaube an meinen eigenen Schutzengel.


Hand aufs Herz: Glaubst du, dass du ein guter Schutzengel wärst? – Auch wenn wir natürlich hoffen, dass du dich nicht allzu bald behaupten musst!
Oh, das ist schwierig. Ich bin ein sehr pflichtbewusster und geradliniger Mensch, der sich gut auf seine ihm gegebenen Aufgaben fokussieren und einlassen kann. Von daher könnte ich mir das durchaus vorstellen. Ob ich allerdings gut wäre, mag dahin gestellt sein.


Hattest du wegen deiner Vorstellung vom himmlischen System, schon Probleme mit Gläubigen?
Nein, bisher noch nicht. Allerdings ist das Buch ja noch nicht sehr lange auf dem Markt. Ich vermute aber, dass da nicht viel Negatives kommen wird, denn wirklich blasphemisch ist das Buch ja nicht, eher eigen in der Interpretation.


Deine Figuren sind ja allesamt ein witziger Haufen, die Spaß machen zu lesen. Gab es Vorbilder oder woher hattest du deine Inspiration?
„Vorbilder“ ist vielleicht übertrieben. Als Autor entwickelt man seine Charaktere aus den, ja, wie soll ich das nennen, gesellschaftlichen Einflüssen um einen herum. Also ich zumindest. Somit kommt meine Inspiration aus dem Leben, gepaart mit meinem Hang zur Übertreibung. Ein hundertprozentiges Vorbild gibt es nicht.


In welcher der Figuren steckt am meisten von dir und warum?
Hm. Hmm. Hmmmmm…
Ich weiß, die meisten mögen denken, dass es Leander, der eher zurückhaltende Steuerberater ist. Aber das sehe ich nicht so. Gerade im Humor, wie er in diesem Roman nicht zu kurz kommt, kann man sein Alter Ego sehr schön nach außen kehren. In Wirklichkeit steckt in allen etwas von mir und keiner bekommt zu viel, aber auch nicht zu wenig ab. Okay, Ähnlichkeiten im Charakter von Manuel Speck weise ich vehement von mir.


Ich bin ja froh, dass ich vorm Lesen des Buches mit dem Riesenrad gefahren bin. Andersherum hätte ich es mir wohl zwei Mal überlegt, mitzufahren. Wie bist du bei deinem Buch vorgegangen? Hast du nach ähnlichen Fällen recherchiert, oder ist alles deiner Phantasie entsprungen?
Ja, komplett Phantasie. Was das Riesenradunglück angeht, so habe ich schlicht nach einer Möglichkeit gesucht, um drei Leute gleichzeitig umbringen zu können. Diese Idee schien mir elegant und machbar.


Du schreibst sowohl Thriller, als auch Krimi und Satire. In welchem Genre fühlst du dich am wohlsten und welches würdest du gerne noch ausprobieren?
Ich dachte früher, dass ich der reine „Thrillermensch“ bin … und fertig. Aber weit gefehlt. Ich merke immer mehr, dass ich es nicht lassen kann, meinen Charakteren eine Art Schrulligkeit zu verpassen. Somit fühle ich mich am wohlsten, wenn ich kombinieren „darf“.
Ich denke, meine Genres sind mit der Aufzählung beinahe abgedeckt. Wenn man Skurril als Genre bezeichnen darf, würde ich dies gerne mit aufnehmen.
Liebesroman und melancholisches Drama geht gar nicht.


Wie hast du deinen Verlag gefunden, oder wurdest du gefunden?
Den hatte ich damals klassisch mit Leseprobe und Expose angeschrieben.


Woran arbeitest du im Moment?
Ich habe derzeit zwei Projekte am Start, wo ich jeweils das erste Kapitel geschrieben habe. Allerdings kann ich mich noch nicht richtig entscheiden, worauf ich mehr Lust habe, es voranzutreiben. Zum einen soll es eine Fortsetzung von der siebten Gemeinde geben, worauf ich nun schon öfters angesprochen wurde. Ein klassischer Thriller also.
Das zweite Projekt ist wieder eher eine Kombination aus Spannung und Humor, diesmal mit etwas mehr Skurrilität. Da ist guter Rat teuer. Der Thriller liegt leicht vorne in meiner Gunst. Aber Fakt ist, irgendwann werden beide Ideen auf den Leser losgelassen.


Welches Buch willst du schon seit Ewigkeiten lesen, hast es aber noch nicht geschafft und welches liest du aktuell?
Seit Ewigkeiten? Hm, es gibt eher Autoren, die ich mir immer schon mal anlesen wollte. Ich suche noch nach einem guten Scheibenwelt-Roman von Pratchett, konnte mich aber noch nicht für einen entscheiden. Habt ihr einen Tipp für mich?
Aktuell lese ich „Der Lustmolch“ von Christopher Moore.


Wenn du ein Buch wärst, welches Genre wärst du?
„Shades of grey“.
Nein, kleiner Spaß. Ich denke, ich wäre ein humorvolles Gesellschaftsdrama.


Wir danken Stefan Link für das Interview. =) Hier der Link zum Verlag.
Die berühmten letzten Worte von Stefan Link:
„Halt die Fresse, Leander.“
Kleiner Insider ;-)




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