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Dienstag, 26. März 2013

Buch - "Plötzlich Schutzengel" von Stefan Link






Titel: Plötzlich Schutzengel
Autor: Stefan Link
Genre: Krimi / Satire
Seiten: 246
Verlag: Titus Verlag
Preis: 9,90€









Der Klappentext:
Zurzeit gibt es 6.941.290.177 Menschen auf Erden, und jeder von ihnen hat seinen eigenen Schutzengel. 
Die drei Freunde Thomas, David und Leander werden ermordet. Alles sieht aus, als wäre es ein Unfall gewesen. Die drei wachen jedoch in einem Vorzimmer zum Himmel auf, sollen nun plötzlich Schutzengel sein. Ausgerechnet von der Frau, die sie alle drei geliebt haben. Aber auch sie wird bedroht. 
Ein spannender Kriminalroman mit einer gehörigen Portion Humor. Der Autor Stefan Link in seinem Element.

Die Rezension:
Genial, einfach nur genial! Schon bei der Lesung war ich sehr angetan von dem Buch und es hat mich nicht enttäuscht!


Eigentlich mag ich keine Krimis. Als Serie im Fernsehen vielleicht noch, aber nicht als Buch. Gut für mich, dass in dem Buch die Schutzengel im Vordergrund stehen und nicht so ganz der Krimi. Vielmehr geht es um die Ausbildung und Aufgaben der Engel und der Krimifall ist ein gut eingeflochtener Bonus. Zumindest habe ich das so gesehen.

Es geht gleich auf der Kirmes los. Die Jungs stellen sich der Mutprobe, mehr oder weniger freiwillig und das Drama nimmt seinen Lauf, als sich die Gondel löst. Der Leser weiß recht schnell, dass es kein Unfall, sondern Mord war. Das erfahren die Opfer allerdings erst später im Buch.
Mit dem Erwachen der drei wird es erst richtig komisch. Schon auf der Kirmes bekommt der Leser einen guten Eindruck vom Charakter und der Ausdrucksweise der Drei, im Basislager wird das noch witziger.

Am meisten sticht wohl Leander heraus, bzw ihn kann man am besten erkennen. Er ist zurückhaltend, ein wenig ängstlich, geradlinig und ein Besserwisser. Dadurch wird er zum beliebten Opfer der beiden anderen.
David und Thomas sind sich recht ähnlich. Große Sprüche, Aggressivität und ein riesiges Ego. Klingt nicht gut? Ich fand sie urkomisch und irgendwie sympathisch. Sie sind schräg, sie sind beleidigend und trotzdem habe ich sie ins Herz geschlossen.
Später kommen auch noch mehr Facetten im Charakter dazu, die Jungs entwickeln sich weiter, werden noch sympathischer und wirken noch runder. Jeder hat eben sein Päckchen zu tragen.
Es kommen noch viel mehr Personen vor. Gabriel alias Gabe alias Chuck, Luisa, Weigel und Max und noch viel viel mehr. Sehr viele Namen und Infos. Die Personen sind alle gut umrissen, dass sie sich leicht unterscheiden lassen. Ich hatte erst bedenken, dass ich mit den Namen durcheinander komme, aber es ging doch ganz gut. Teilweise habe ich sie hingenommen und ignoriert, um nicht den Überblick zu verlieren und die wichtigeren zu behalten ;)
Zu Anfang waren mir einige Personen noch zu ähnlich. Irgendwie hatte jeder eine große Klappe und wollte sich aufspielen, das hat mich ein wenig irritiert. Aber das wurde ja besser und die Personen klarer.

Der Schreibstil ist sehr locker und jugendlich. Lässt sich flüssig lesen und ist auch sehr zielgerichtet. Es ist recht viel Gerede dabei, also auf viele großartige und blumige Beschreibungen braucht der Leser nicht warten. Es ist alles gut gezeichnet, ich wusste immer, wo ich bin und wie es aussieht, aber die Beschreibungen waren auf das wichtigste reduziert und es gab kein unnötiges Geschwafel. Für mich ein Pluspunkt, da größere Ausführungen nicht zum Buch gepasst hätten und es so auch schön schnell voran ging.

Die Handlung selbst ist witzig umgesetzt. Die Jungs müssen erst einige Tests bestehen, um wirklich echte Schutzengel sein zu dürfen. Der »Preis« ist, dass einer von ihnen Luisas Schutzengel wird. Gut fand ich, dass es nicht zu sehr in einen Konkurrenzkampf ausgeartet ist. Sie ärgern sich zwar oft und alles, aber es ist kein Ellenbogenkampf. Jeder hat eine andere Motivation, aber alle stehen auf Luisa und wollen sie schützen. Dass sie durch ihre Aufgaben erfahren, dass sie ermordet wurden, bringt sie dazu, dass sie versuchen zu ermitteln, ohne ermitteln zu können. Oft kreuzen sich ihre Wege mit denen der Beamten. Es ist lustig und spannend zugleich und ein paar herumschwirrende Hormone gibt es auch noch.

Der Krimifall ist so eine Sache. Ich habe da keine Ahnung von, empfand ihn aber als gut eingebaut und nicht als zu dominant, da mir anderes wichtiger erschien. Zu Beginn war es auch nicht eindeutig, wer der Täter war, später ist es aber eindeutig, was ich auch nicht schlecht fand. Eingefleischten Krimifans ist das vielleicht zu wenig, da es eben so offensichtlich ist und dem ein oder anderen wohl auch zu wenig hin und her beim Rätseln ist. Mir hat es dagegen ausgereicht.

Das himmlische System gefiel mir echt gut, auch dass Gabriel und Petrus aufgetreten sind. Der Himmel oder eher das Basislager waren gut durchdacht, es hat alles Sinn gemacht und witzig war es obendrein. Schutzengel sein ist eben nicht so einfach, wie es klingt. »Ich brauche nur zu schnippen, David!« Tja ja, die Psychohölle mit den Krankenhaushemdchen.

Das Ende ist so eine Sache. Ich fand es gut. Sogar sehr gut. Das Buch wirkt dadurch abgeschlossen, hält sich aber auch die Möglichkeit offen, die Geschichte fortzusetzen. Zudem war es schön rund und ich war ganz wehmütig, als ich das Buch zuklappen musste. Am liebsten hätte ich von vorn angefangen ;)

Fazit:

Das Buch bietet Krimi, ein wenig Action, ein Hauch Liebe und jede jede Menge Humor. Eine schöne Unterhaltung, vor allem bei schlechter Laune, langen Zugfahrten oder muffeligen Montagen. Aber auch sonst ein Buch für jede Lebenslage, wie ich meine. Bis auf die kleinen Makel bei den Personen ist es rund und schöne Unterhaltung und definitiv etwas neues im Bereich Engel und Krimi. Ich freue mich auf kommende Werke von diesem Autor und kann das Buch »Plötzlich Schutzengel« nur empfehlen.

Hier der Link zum Interview.


4,5 von 5 Skulls von mir!
eure engelsmomente

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