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Freitag, 22. März 2013

Buch - "Jäger der Macht" von Brandon Sanderson

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Titel: Jäger der Macht
Autor: Brandon Sanderson
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 416 






Schrotschuss statt Blattschuss

Kurzzusammenfassung:

Brandon Sandersons einzigartiges Epos geht weiter

Das Reich Scadrial hat sich in den letzten dreihundert Jahren gravierend verändert: Die Nebelgeborenen haben ihre Schwerter gegen Schusswaffen eingetauscht, und die Helden von einst sind längst zur Legende geworden. In dieser Zeit kommt Waxillium Ladrian nach zwanzig Jahren in der Einöde zurück in die Hauptstadt Elendel, um seinen Pflichten als Oberhaupt einer adeligen Familie nachzukommen. Doch in der Stadt lauern Gefahren, mit denen er nicht gerechnet hatte ...
(Quelle: Amazon)


Mit dieser vollmundigen Ankündigung legt Sanderson sein Werk vor und betritt mit "Jäger der Macht" erneut die fantastische Welt, die so Viele seit "Kinder des Nebels" kennen und lieben. Als bekennender Fan ein Grund, sofort voll Vorfreude ausgehungert den Buchladen meines Vertrauens zu entern.

Geärgert hat mich schon die Aufmachung der deutschen, beim Heyne-Verlag erschienenen Ausgabe. Nach dem Motto „Big is beautiful“ ist auf 414 Seiten der Text großflächig im Großdruck verteilt, damit er auch schön in die teuren großformatigen Paperbacks passt. Ich selbst lese lieber englisch, aber da ich das Buch verschenken wollte, habe ich widerwillig auch noch das Geschäftsmodell von Heyne unterstützt. Raubritter und Fantasy passt ja irgendwie zusammen.

Doch ist die Story auch so großartig wie die Aufmachung erwarten lässt?

Es beginnt in Elantel, lange Zeit nach der Triologie der „Nebelkinder“. Die Welt hat sich weiterentwickelt und zwar in Richtung Steampunk was ebenso witzig wie werbestrategisch wirksam ist (wobei es eher dem Steampunk zugute kommen dürfte, wenn eine Größe wie Sanderson sich seiner bedient). Die faszinierende metallbasierte Magie der Allomanten hat sich mit Errungenschaften der Frühindustrialisierung arrangiert und dabei werden ein paar sehr witzige Einfälle geschildert. Das Buch funktioniert gut allein, man muss die Vorgänger-Trilogie nicht kennen, doch so manche Hintergründigkeit erschließt sich dann nicht.

Doch genügt das, um eine zu Ende erzählte Geschichte neu zu beleben?
Nun ja, Sanderson kann schreiben. Er kann gut schreiben. Auch dieses Werk ist ein Beweis dafür. Nach wie vor sind seine Charaktere gut erdacht, logisch aufgebaut und stark entwickelt. Der grob an klassischen Western orientierte Plot entfaltet sich rasch, schlängelt sich durch die Seiten, bietet Spannung, Witz und Wendungen und hält den Leser willig bei der Stange.

Restlos begeistert hat mich das Buch aber nicht. Die Weiterentwicklung der Welt ist eigentlich nur technisch erfolgt, ihre Bewohner blieben davon seltsam unberührt, was das Gesamtbild irgendwie … schief … wirken lässt. Die Handlung selbst ist routiniert. Sie ist ein bisschen zu routiniert und hält daher meines Erachtens dem Vergleich mit den Vorgängern nicht stand. 

Vielleicht weil er in anderen Projekten zu sehr eingebunden ist, vielleicht weil er zu einer guten Idee nur schnell mal was schreiben wollte – ist dies jedenfalls nicht Sandersons bestes Buch. Wer die Vorgänger kennt, wird diese gerne lesen, schon der Vollständigkeit wegen. Wer den Einstieg sucht, sollte sich besser an die "Kinder des Nebels" halten. Man bekäme sonst einen falschen Eindruck von diesem tollen Autor.

3,5 von 5 Skulls 

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